Eichede Durchwachsene Saison des SVE

Von Stephan Russau | 19.06.2012, 03:59 Uhr

Saison-Rückblick: Eichede landet auf Rang vier, hatte in der Fußball-SH-Liga mit dem Kampf um die Meisterschaft aber nichts zu tun

Weder Fisch, noch Fleisch - mit dieser Floskel könnte man die Leistung des SV Eichede im Rückblick bewerten. Nicht verwunderlich, dass es auch dem scheidenden "Mecki" Brunner nicht leicht fiel, die abgeschlossene Spielzeit 2011/12 einzuordnen. So spricht der Trainer des SV Eichede sportlich gesehen von einem Auf und Ab, einem aber aufgrund der Begleitumstände letztlich trotzdem guten 4. Platz im Abschlussklassement der Schleswig-Holstein-Liga. Doch eigentlich hatten sich die meisten Fußballanhänger, Spieler und Verantwortlichen der Stormarner vor Beginn der Saison mehr erhofft - auch der Coach. "Eigentlich zog sich das durch die komplette Spielzeit. Wir hatten uns das alles anders vorgestellt", analysierte Brunner. "Immer wieder haben uns Kleinigkeiten daran gehindert, unser vorher avisiertes Ziel, mit um den Aufstieg in die Regionalliga zu kämpfen, in die Tat umzusetzen."

Schon der Start in die Hinrunde war bezeichnend. Nach einer holprigen Vorbereitung - einige Spieler fehlten aufgrund einer Abschlussfahrt beim Trainingsauftakt und waren körperlich nicht in bester Verfassung - ereilte den SV Eichede im SHFV-Pokal das frühe Aus gegen Kropp (1:3 n.V.). Auch der Saisonauftakt ging im heimischen Ernst-Wagener-Stadion mit 0:1 gegen Strand 08 in die Hose. "Das hatten wir uns aber selbst zuzuschreiben", erinnert sich der 51-Jährige, der sich zu allem Überfluss auch noch einer Hüft-OP unterziehen musste. "Trotzdem hatten wir uns danach im Großen und Ganzen bis zur Winterpause wieder gefangen." Trotz Licht und Schatten belegten die Stormarner noch einen 4. Platz, befanden sich mit "nur" fünf Punkten Rückstand auf den NTSV Strand 08 in Schlagdistanz zum Platz, der am Ende zu den Aufstiegsspielen berechtigte. "Klar haben wir uns da wieder richtig etwas erhofft", erinnert sich Brunner. "Doch trotzdem war nicht alles gut."

Andere Baustellen taten sich längst auf. Einige Neuzugänge (Marcello Meyer, Michael Weiß und Thomas Schultalbers) hatten sich nicht einleben können im Stormarner Kadergefüge, verließen deshalb den Verein vorzeitig. So ging es mit einem reduzierten Aufgebot in die Vorbereitung auf die Rückrunde - und die verlief glänzend. Alle Tests wurden erfolgreich abgeschlossen, Selbstvertrauen für den Ligaalltag gesammelt und der Schwung auch mitgenommen. Anfang März wurde der VfB Lübeck II mit einem 3:2-Erfolg in einer emotionalen Partie in die Schranken verwiesen. "Da dachte wohl der eine oder andere alles läuft von selbst, wie bei unserer Serie vor der Winterpause", so Brunner. "Doch dem war nicht so. Leider haben uns danach unsere individuellen Fehler, vor allem im Abwehrbereich, um Punkte gebracht." Im Fokus der Kritik stand dabei vor allem das folgende 2:4 gegen Flensburg 08, das auch durch ein 2:0 in Heikendorf und ein 3:0 gegen Schackendorf, nicht wettgemacht wurde. "Solche Aussetzer haben uns an Boden verlieren lassen", sagte Brunner. Doch es kam noch schlimmer: Nach verschlafener Anfangsviertelstunde hieß es 0:3 (am Ende 1:3) gegen den VfR Neumünster.

Dazu wurde auch noch der von Vereinsboss Olaf Gehrken verkündete Verzicht auf die Regionalliga-Lizenz bekannt. Die Konsequenz daraus folgte prompt: Brunner beschloss nach vier erfolgreichen Jahren seinen Rücktritt zum Saisonende. "Ich hatte immer gehofft, dass uns der Weg weiter nach oben führt", so der SVE-Coach. "Doch die Voraussetzungen dafür wurden nicht ermöglicht." Doch der zunächst spürbare Schock über den Abgang des "Alten" machte sich sportlich nicht bemerkbar. "Wer dachte, dass uns das nun auseinander dividieren würde, hat sich getäuscht", freute sich Brunner über das, was dann folgte. Seine Jungs bissen sich durch, kassierten in den Abschlusswochen lediglich noch drei Niederlagen (0:1 in Kropp, 1:3 beim SV Henstedt Ulzburg, 2:3 in Heide) in zehn Partien. "Das haben wir doch insgesamt gesehen richtig gut zu Ende gebracht. Mit 60 Punkten und 85 erzielten Toren, so viele wie noch nie zuvor, kann ich leben", zeigte sich Brunner erleichtert und wünscht seinem Verein für die Zukunft alles Gute. "Ich hoffe jetzt vor allem, dass die Mannschaft den richtigen Weg findet, sich klar positioniert und zeigt, dass sie etwas erreichen will. Für mich wird es spannend sein, das zu beobachten."