Eckernförde September der Wahrheit für den Eckernförder SV

Von sg | 04.09.2010, 03:59 Uhr

Als Eckernfördes Trainer Henning Seemann vor dem Fußball-SH-Ligaspiel beim FC Sylt seinen Schützlingen die Taktik vorgab, blickte er in einige verdutzte Gesichter.

Seemann hatte, dem Fehlstart und der damit verbundenen Unsicherheit geschuldet, von einem 4-4-2- auf ein 4-2-3-1-System umgestellt. "Nach unserem Spiel gegen Sylt kann man sagen, dass es sich bewährt hat", sagt Seemann.

Und so wird der ESV auch am Sonntag um 15 Uhr im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Todesfelde wieder in dieser taktischen Ausrichtung beginnen, auch wenn Seemann den Zuschauern verspricht: "Dieses System kann man auch offensiv interpretieren." Langeweile mit nur einem Stürmer ist also nicht zu erwarten. Die einzige echte Spitze wird erneut Dirk Wallochny heißen. Auch wenn Sebastian Rettich nach seiner Strafversetzung in die zweite Mannschaft am vergangenen Wochenende nun wieder im Kader ist, bleibt dem Top-Torjäger der vergangenen Serie nur ein Platz auf der Bank. "Ich habe positive Rückmeldung vom Trainer der zweiten Mannschaft über Sebastian bekommen. Er hat sich dort tadellos integriert, was gut ist", lobt Seemann Rettichs Verhalten. Dass ein Sebastian Rettich auf der Bank nicht gerade glücklich sein wird, weiß Seemann. Er sagt: "Er muss was tun und sich wieder hocharbeiten. Der Bonus aus dem vergangenen Jahr zählt nicht mehr. Aber natürlich ist er ein wichtiger Spieler, wenn er seine Qualitäten abruft." Seemann hofft nun, dass sich Rettich anbietet und so denkt, wie es der frühere HSV-Profi Roy Präger einmal charmant umschrieb: "Auffe Bank sitzen is scheiße, da tut dir der Arsch weh!"

Während der Sturm also gut besetzt ist, kann in der Innenverteidigung ein ganz wichtiger Spieler nicht dabei sein. Frank Mettig wird beruflich fehlen - und auch wenn Seemann ulkt: "Er ist mein Top-Torjäger, da er bis jetzt alle unsere Treffer erzielt hat", ist sein Ausfall natürlich bitter. Ersetzt wird Mettig wohl von Christof Gogolok. Neben Mettig wird auch Linksverteidiger Marc Medler (Knieprobleme) wieder nicht in der Startaufstellung stehen können. Medler wird, wie schon gegen Sylt, von Ingo Henricy ersetzt.

Über den bisher ebenso sieglosen Gegner aus Todesfelde weiß der ESV-Coach nicht viel. Er gibt offen zu: "Die Mannschaft ist für mich eine Unbekannte." Sicher ist sich Seemann jedoch, dass auch die Todesfelder mit ihrem Start nicht gerade zufrieden sind. Nach einer 2:6-Packung im ersten Spiel gegen Henstedt-Ulzburg und direkt darauf dem 1:3 gegen den VfR Neumünster, geht die Formkurve des Aufsteigers aber nach oben. Bei Weiche Flensburg und im Heimspiel gegen Lübeck II gelang der Elf von Trainer Thomas Möller - er spielte insgesamt 121 Mal in der 2. Liga, unter anderem für den VfB Lübeck und Eintracht Braunschweig - jeweils ein Unentschieden. "Die werden sich bei uns sicher etwas ausrechnen", warnt Seemann seine Spieler, lässt aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass es gegen den SVT den ersten Saisonsieg geben soll. "Das muss unser Anspruch sein, außerdem kann man mit einem Sieg schnell in entspanntere Gefilde klettern." Denn neben dem ESV und Todesfelde, haben auch noch weitere vier Vereine bisher keinen Sieg einfahren können.

Für die Eckernförder beginnt morgen der Monat der Wahrheit. Im September stehen neben der Partie gegen den SVT auch noch die Spiele gegen den PSV Neumünster, Flensburg 08 und den weiteren Aufsteiger Strand 08 auf dem Programm. "Das sind alles Teams auf Augenhöhe, insofern wird dieser Monat richtungweisend", sagt Seemann und gibt eine nicht ganz ernst gemeinte Forderung vor: "Mit zwölf Punkten wäre ich zufrieden." Und auch wenn es nur Spaß ist, so würde sich beim ESV gegen diese Ausbeute sicher niemand wehren.Anstoß: Sonntag, 15 Uhr

EZ-Tipp: 3:2