Ironman-WM 2022 auf Hawaii Nele Siegmeier bewältigt schwerste sportliche Lebensprüfung in unter zwölf Stunden

Von Jörg Lühn | 09.10.2022, 15:13 Uhr

Die Triathletin vom Tri-Team Neumünster schaffte den Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen bei heißen Temperaturen in 11:59:26 Stunden.

Nele Siegmeier riss die Arme hoch. „You are an Ironman“, dröhnte es per Lautsprecher, als die 36-Jährige die letzten Meter über die Ziellinie ging. Nach 11:59:26 Stunden waren 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathonlauf auf der Pazifik-Insel Hawaii bewältigt. „Ich wollte unter zwölf Stunden bleiben. Auf den letzten zwei Kilometern musste ich noch einmal ordentlich Gas geben“, beschrieb die Triathletin vom Tri-Team Neumünster.

Im Gesamtfeld bedeutete ihre Zeit Platz 89 unter 150 Frauen in der Altersklasse W35. Unter 1202 Teilnehmerinnen stand Rang 480 im WM-Nachweis. „Es war meine sechste Langdistanz und eine komplett neue Erfahrung. Zwischendurch habe ich bewusst locker gemacht“, erzählte Siegmeier. So seien Kosten und Nutzen der über 10.000 Euro teuren Reise besser ausgeschöpft.

Sohn Bosse wartet im Ziel

Nach dem Zieleinlauf entdeckte sie mit Verzögerung ihren Sohn Bosse, der mit Nanny Birgit auf die Mama wartete. Der Dreijährige durfte mit in den Garten der Athleten zum gemeinsamen Essen. Typisch amerikanisch gab es Pommes, Burger, Sandwich, Pizza, frittierte Churros (spanisches Fettgebäck) und Eis. „Bosse fand es super“, lachte Nele Siegmeier.

Mit dem Kopf in die Eistonne

Während des Rennens sei es unfassbar heiß gewesen, erklärte Siegmeier. Aus diesem Grund habe sie an jeder Verpflegungsstation den Kopf bis zu den Schultern in die Eistonne gesteckt. „Dass das etwas eklig ist, weil das viele vor mir auch gemacht haben, habe ich erst später realisiert“.

An einer Station half sogar Jan Frodeno, einer der besten deutschen Triathleten. „Das zeigt einmal wieder die Nähe zwischen den Altersklassen und den Profis“, kommentierte Siegmeier.

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