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Lokaler Sport

23. Oktober 2017 | 21:47 Uhr

"Wir sind erst bei 60 Prozent"

vom

Fußball: Trainer Achim Hollerieth und der FCE müssen sich zum Oberliga-Auftakt beim VfL Pinneberg mit einem 1:1 begnügen

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Pinneberg | Gut eineinhalb Stunden vor dem Spiel gegen den VfL Pinneberg brauchte er noch einmal ein paar ruhige Minuten für sich. Abseits des Platzes an der Fahltsweide hatte sich Ex-Profi Achim Hollerieth, Trainer des Oberliga-Meisters FC Elmshorn, gemütlich auf einer Parkbank niedergelassen, um genüsslich eine Zigarette zu rauchen. Weit weg von den eigenen Spielern, den Zuschauern, der Öffentlichkeit.

Durchpusten war angesagt. Die Zigarette davor, sie half dem 39-Jährigen noch einmal die Gedanken zu ordnen. Habe ich zum ersten Oberliga-Spiel der Saison die richtige Taktik gewählt? Ist mein Team noch so dominant wie in der zurückliegenden Spielzeit - das waren vermutlich die Fragen, die Hollerieth durch den Kopf gingen. Oder war es vielmehr eine böse Vorahnung, die ihn vor dem Derby beschäftigte? Die Erwartungen vor dem Saisonstart waren groß, aber ist der FCE noch auf dem Level, um sie erfüllen?

Reibe schießt FCEin Führung


Schließlich hatten Torschützenkönig Jan Lüneburg, Spielmacher Patrick Ziller und Abwehrchef Dennis Gersdorf das Meisterteam im Juli verlassen, zudem suspendierte der Klub kurzerhand den abwanderungswilligen Tim Jeske .

Aber: Nachdem der Anpfiff in Pinneberg ertönte, war vom Umbruch in Hollerieths Team zunächst nicht viel zu sehen. Wie erwartet dominierten die in grün gekleideten Krückaustädter die Partie von Beginn an. Bereits nach 13 Spielminuten musste VfL-Keeper und Ex-Elmshorner Tim Brüggemann einen Kaetow-Freistoß aus dem Kreuzeck fischen, zehn Minuten später war er dann jedoch machtlos: Ein scharf getretener Freistoß Patrick Scheidts blieb zunächst in der VfL-Mauer hängen, um dann genau vor die Füße Thorben Reibes zu fallen - 1:0 (23.).

Trotz seines Tores wurde Reibe später auch von den VfL-Fans im Stadion I gefeiert, seine 21 Saisontore, die ihm 2012 im VfL-Dress die Torjägerkanone einbrachten, hatten sie nicht vergessen. Reibes Führungstor konnte der VfL auch insofern verschmerzen, als dass Sascha Richert nur sieben Minuten später der Ausgleich per Handelfmeter gelang (30.). Richerts Flankenversuch von links hatte Scheidt zuvor unglücklich an den Arm bekommen - Schiri Jennerjahn hatte gute Sicht, zeigte sofort auf den Punkt. Zum Ärgernis des FCE und Hollerieths.

Der FCE-Coach ärgerte sich aber noch vielmehr darüber, dass seinem Team in der zweiten Halbzeit kaum etwas Kreatives vor des Gegners Tor einfiel und der VfL (in Unterzahl und mit Libero) sich mehr und mehr in die Partie hineinkämpfte. Ex-FCE-Recke Steffen Maaß gelang nach einem Sololauf um ein Haar sogar noch der Pinneberger Siegtreffer, der aber den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hätte. "Wir können mit dem Remis sehr gut leben und was noch viel wichtiger ist: Die Mannschaft hat ein komplett anderes Gesicht gezeigt, als noch in der vergangenen Spielzeit. Sie hat sich nie aufgegeben", freute sich VfL-Manager Manfred Kirsch, während Hollerieth eingestehen musste, dass sein Team "erst bei 60 Prozent" sei, "noch viel Arbeit" vor sich habe und "personell nachrüsten" müsse.

Bei einer Zigarette nach dem Spiel ging er seine Pläne für die nächsten Wochen gedanklich schon einmal durch.

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