FTSV Fortuna und FC Elmshorn : Trennung ist vorerst vom Tisch

Helge Melzer. Foto: bvo
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Helge Melzer. Foto: bvo

Status quo bleibt.

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23. März 2013, 10:12 Uhr

ELMSHORN | Am 30. November vergangenen Jahres noch hatten die Mitglieder von FTSV Fortuna und FC Elmshorn in getrennten Versammlungen einmütig für eine Trennung beider Vereine votiert. Das ist jetzt vom Tisch. Die Fußballer bleiben dem Verein vom Ramskamp als Kooperationspartner erhalten. Das hat FCE-Verhandlungsführer Michael Homburg am späten Donnerstagnachmittag dem FTSV-Fortuna-Vorsitzenden Hans-Peter Schwider gegenüber erklärt. Schwider sagte zu dieser nicht völlig überraschend gekommenen Entscheidung seitens des FCE: "Über viele Monate wurde ein Vertragswerk ausgehandelt, welches unterschriftsreif vorliegt. Es ist schon ein Stück weit bedauerlich, dass dieser Vertrag nun nicht zum Tragen kommt."

Endgültig erledigt ist das Thema trotz der nun verpassten Einigung in den Augen von FCE-Präsident Helge Melzer nicht. "Ich sehe es nicht als Scheitern, sondern als Aufschieben", sagte er. Den Vertragsentwurf solle man nicht verwerfen, sondern "beizeiten wieder herausholen."

Dollpunkt der jetzigen Entwicklung ist dem Vernehmen nach nicht das Vertragswerk zwischen beiden Vereinen, sondern die Frage, wie es mit der Gastronomie am Sportheim Wilhelmstraße weiter geht. Melzer: "Die Gespräche sind nicht an der FTSV Fortuna gescheitert, sondern daran, dass wir uns mit der Schumann GbR nicht einigen konnten." Die Schumann GbR sind Heike und Jürgen Schumann, die seit mehr als 20 Jahren Pächter des Klubheims sind.

Der FCE sei, so Melzer, davon ausgegangen, ein komplett eingerichtetes Klubheim zu übernehmen. Das Mobiliar und Teile der Kücheneinrichtung aber gehört nicht dem FTSV Fortuna, sondern Schumanns. Eine Neueinrichtung der Gaststätte sei für den FCE finanziell nicht machbar gewesen. Auch eine Einigung dahingehend, dass Schumanns Pächter bleiben und den Fußballern bei den Oberliga-Heimspielen im Außenbereich das Bewirtungsrecht einräumen, sei seitens Schumanns abgelehnt worden. Dies könne er aus kaufmännischer Sicht sogar verstehen, sagte Melzer, doch als Verein sei das eben die einzige Möglichkeit, an den steigenden Zuschauerzahlen über das Eintrittsgeld hinaus finanziell zu profitieren.

Ein wenig hatte sich aber bereits angedeutet, dass die Trennungsvereinbarung und die Neuordnung der Beziehung beider Klubs nicht zustande kommen. Dies vor allem wegen der Zeitschiene. Nach Wiederaufnahme der Gespräche war es im Herbst binnen einen Monats zu den Mitglieder- bzw. Delegiertenversammlungen gekommen. Damals war als Zeitfenster für den Abschluss des Vertragswerks Ende Januar ins Auge gefasst worden; die Trennung hätte auf den 31. Dezember 2012 rückdatiert werden sollen. Doch in den Verhandlungen ging es immer wieder um Details. "Es sind auf Seiten des FC Elmshorn Nachbesserungen gefordert worden, die im Vorstand besprochen werden mussten", sagte Dierk Paulsen, der für den FTSV Fortuna mit Walter Muntz die Gespräche geführt hatte. Letztlich habe man sich auf Vereinsebene aber geeinigt. Paulsen: "Arbeit von Ende Oktober bis Ende März ist für die Katz - und es war mehr als intensive Arbeit."

Wie geht es jetzt weiter? Formal unverändert. Der im April 2005 geschlossene Kooperationsvertrag gilt nach wie vor. Ausgelebt hat sich aber ein partnerschaftliches Miteinander beider Vereine. Zuletzt machten sie mit gegenseitigen finanziellen Forderungen Schlagzeilen. Die FTSV Fortuna beklagte Beitragsrückstände zahlreicher FCE-Mitglieder und kürzte mit dieser Begründung die vertraglich fixierte jährliche Zuweisung an die Fußballer von 25000 Euro. Der Club seinerseits forderte einbehaltene Beträge zurück. Paulsen befürchtet: "Diese Schuldzuweisungen werden wieder aufleben." Deshalb gäbe es mit Sicherheit Gesprächsbedarf zum Kooperationsvertrag, denn: "So wie er zuletzt gelebt wurde, so kann es nicht weitergehen."

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