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Oddset-Pokal : Traumtor als Elmshorner Albtraum

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FCE verliert Finale nach großem Kampf in der Verlängerung 1:2 gegen den SC Victoria. Stilz schlenzt in den Winkel.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 07:34 Uhr

Hamburg | Bis zum Anpfiff des Hamburger Pokalfinals waren es noch rund eineinhalb Stunden. Dennoch war die Stimmung bei Eugen Igel, Teammanager des Fußball-Oberligisten FC Elmshorn, und Ronald Lotz, Manager des Regionalligisten SC Victoria, gelöst. Beide diskutierten schon einmal vor der Partie aus, wer nach dem Schlusspfiff ein kühles Bier auszugeben hat.

"Eigentlich geben wir uns immer gegenseitig einen aus", scherzte Lotz, während Igel (wurde gestern 73 Jahre) mit einem Augenzwinkern erwiderte: "Da ich heute Geburtstag habe, muss ich ohnehin einen ausgeben und wenn wir dann noch gewinnen, gebe ich dir auch gerne zwei aus, Ronald."

Wenige Minuten vor dem Anpfiff stieg dann die Spannung stieg. Rund 1500 Elmshorner waren an die Hoheluft gereist, um ihr Team zu unterstützen. Insgesamt 4044 Fußballfans sorgten für eine starke Kulisse, die den Außenseiter aus der Krück austadt zu Spielbeginn jedoch keineswegs lähmte. Stürmer Jan Lüneburg gab frech den ersten Torschuss ab (3.). Noch besser: Patrick Ziller (überraschend für Milos Ljubisavljevic in der Startelf) traf von rechts mit einem Versuch, der halb Flanke, halb Torschuss war, den Querbalken (8.).

Allerdings: Diese Ausrufezeichen konnten nicht bewirken, dass der FCE in der Folgezeit in die Partie fand. Mit zunehmender Spieldauer übernahm der klassenhöhere Titelverteidiger das Kommando im Mittelfeld - und kreierte seinerseits dicke Möglichkeiten: Ein Tor von Benny Hoo se pfiff Schiri Ralph Vollmers noch ab (Foul von Vickys Conrad Azong in der Mitte, 10.). Nur drei Minuten später scheiterte Hoose erneut mit einem Flachschuss (13.), um dann eine Minute später genauer Maß zu nehmen. Der 24-Jährige ließ FCE-Verteidiger Jan-Henrik Kaetow stehen und schob Torwart Ole Springer den Ball zum 1:0 durch die Beine (14.).

"Nach dem 0:1 hatten wir dann Glück, dass Vicky nicht das zweite und dritte Tor gemacht hat", gab Lüneburg später zu. Und in der Tat: Der Regionalligist versäumte es, in seiner Drangphase ab Minute 25 frühzeitig für eine Vorentscheidung zu sorgen.

Das sollte sich rächen. "Unser Trainer Achim Hollerieth hat uns in der Pause gesagt, dass es nur 0:1 steht und weiterhin alles für uns drin ist, das hat uns in der zweiten Hälfte einen Schub gegeben", so Abwehrchef Dennis Gersdorf. Vicky (mit dem Regionalligaspiel vom Sonnabend bei Weiche Flensburg in den Beinen) wurde müder.

Das Resultat: Der Ausgleich zwölf Minuten vor dem Ende. Einen langen, präzisen Ball von Lüneburg verwertete Tim Jeske im Strafraum direkt und spitzelte ihn an SCV-Keeper Grubba vorbei ins lange Eck - 1:1 (78.).

Sogar ein FCE-Sieg wäre jetzt drin gewesen, doch der SC Victoria schleppte sich in die Verlängerung - in der ein Sonntagsschuss für die Entscheidung sorgte: Stilz zirkelte den Ball aus 25 Metern unhaltbar in den linken Winkel (93.).

Ein Traumtor sorgte für große Elmshorner Trauer. Torschütze Jeske mit Tränen in den Augen: "Das ist so bitter. Die Elmshorner Fans haben uns so phantastisch unterstützt. Wir haben in Halbzeit zwei mit Vicky auf Augenhöhe gespielt, und dann trifft Stilz den Ball perfekt. Den macht er so nie wieder in seinem Leben. Mir fehlen die Worte."

Die packenden 120 Minuten verdauen musste auch Geburtstagskind Eugen Igel. Das Bier, das ihm Ronald Lotz weit nach Spielende und Siegerehrung ausgab, sorgte nur bedingt für Linderung.

Igel enttäuscht: "Ich hätte lieber meinerseits eine ganze Runde für Vicky geschmissen, wenn wir Pokalsieger geworden wären, aber so ist eben Fußball. Der SC Victoria hat am Ende verdient gewonnen."

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