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Lokaler Sport

23. Oktober 2017 | 01:33 Uhr

"Soweit geht die Freundschaft nicht"

vom

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | Der 5. April 2012 ist ein Tag, an den sich Michael Fischer nur ungern zurückerinnert. "Richtig, da war was, aber darüber müssen wir nicht unbedingt sprechen", sagt der Trainer des Fußball-Oberligisten VfL Pinneberg deshalb auch etwas sarkastisch und selbstironisch mit dem Blick zurück auf besagten Donnerstagabend.

Der Coach, dessen Team wenige Wochen vor dem Ende der Saison 2011/12 bereits über 40 Punkte gesammelt hatte, verzichtete im prestigeträchtigen Derby gegen den SVR Rugenbergen zur Überraschung vieler Pinneberger Fußballfans auf das Gros seiner Leistungsträger, stellte in eigener Abwesenheit (Familienfeier) eine vermeintliche B-Elf auf - und verhalf dem abstiegsbedrohten Nachbarn aus Bönningstedt damit ungewollt zu drei wichtigen Punkten. 4:1 siegte Rugenbergen damals und Fischer sah sich mit dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung konfrontiert, obgleich er bis heute beteuert, dass er lediglich seinen jungen Spielern aus der zweiten Reihe im Hinblick auf die neue Saison eine Chance geben wollte.

Heute, etwas mehr als ein Jahr später, sind die Vorzeichen genau umgekehrt: Rugenbergen kratzt an der 40-Punkte-Marke, während sich der VfL - trotz des respektablen 1:1 gegen Condor am vergangenen Sonntag und des Sieges über Lurup im Nachholspiel drei Tage zuvor (2:0) - immer noch im Abstiegskampf befindet.

Allerdings: Gewännen die Pinneberger, deren Trainer pünktlich zum Anstoß von einer Klassenfahrt aus Amsterdam zurückkehren wird, heute das Derby, hätten sie (35 Punkte) zu Rugenbergen (39) aufgeschlossen - und könnten bei weniger absolvierten Spielen vorerst durchatmen. Leistet diesmal Rugenbergen Schützenhilfe?

"Ich mag Fischi und möchte, dass der VfL in der Liga bleibt, aber soweit geht die Freundschaft nun auch wieder nicht", scherzt Trainer Ralf Palapies vor dem Duell und fügt hinzu: "Es wird ein wichtiges Oberligaspiel, zumal ja auch wir nach zuletzt vier sieglosen Partien in Folge noch nicht ganz gerettet sind und weitere zwei bis drei Punkte benötigen."

Welches Personal beide Trainer in das heutige Kräftemessen (Pinneberg, 19 Uhr, Fahltswiede) schicken werden, wollten sie im Vorwege nicht verraten. Trotz der Freundschaft - in die Karten möchten sich beide nicht schauen lassen: "Bei uns sind Kevin Beese und Dennis Schmidt angeschlagen und Christian Dirksen, Tim Vollmer, Artur Frost sowie Daniel Brehmer, die ja bekanntlich im Juni zum VfL wechseln werden, kann ich nicht spielen lassen, da ich sonst in einen Gewissenkonflikt gerate. Noch habe ich keine Formation", orakelt Palapies, während beim VfL zuletzt Abwehrmann Florian Holstein Probleme hatte und auszufallen droht.

Einige offene Fragen, nur eines scheint so gut wie sicher: Eine B-Elf werden beide Trainer wohl kaum ins Rennen schicken.

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