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Lokaler Sport

24. Oktober 2017 | 08:02 Uhr

FC Elmshorn : Sonntagsschuss mitten ins Herz

vom

Fußball: Trauer beim FC Elmshorn nach dem verlorenen Pokalfinale. FCE-Präsident Melzer: "Bin stolz auf die Mannschaft".

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 08:41 Uhr

Elmshorn | Nach dem Abpfiff lagen sie ausgepumpt auf dem nassen Rasen, platt wie Flundern. Enttäuscht, traurig, den Tränen nahe. 1:2 gegen den SC Victoria.

Der Traum vom "Double" - geplatzt. 120 Minuten hatten die Fußballer des FC Elmshorn dem Regionalligisten im Pokalfinale Paroli geboten, den Titelverteidiger in dessen Stadion vor mehr als 4000 Zuschauern in die Verlängerung gezwungen - ohne Erfolg.

Am Ende blieb den Kickern des Oberliga-Meisters nur eine Medaille. Eine nette Erinnerung, später mal, ganz bestimmt - doch nicht in den bitteren Minuten danach: "Ich bin sprachlos, einfach nur genervt", fluchte FCE-Joker Toni Ude, während die Victoria-Spieler auf der Tribüne vom Hamburger Fußball-Verband jubelnd den Oddset-Pokal entgegen nahmen.

Der Traum vom "Double" - geplatzt. Die historische Chance - vergeben. Dabei war der FCE trotz missratener erster Halbzeit so dicht dran. Nicht nur nach dem 1:1 von Tim Jeske. Auch in der Schlussphase der Verlängerung. Patrick Ziller, Tim Jeske und Dennis Gersdorf hatten den 2:2-Ausgleich vor Augen. Sogar Torhüter Ole Springer stürmte mit, um den FCE wenigstens ins Elfmeterschießen zu retten.

Ein Sonntagsschuss am Pfingstmontag, abgefeuert von Roger Stilz - mitten ins FCE-Herz. Trauer bei den Spielern, den Verantwortlichen rund ums Team - und den vielen Fans. Rund 1500 hatten die Reise nach Hamburg in Bussen, in Fahrgemeinschaften und per Bahn angetreten, hatten im Stadion Hoheluft für Heimspielatmosphäre gesorgt.

Zeit, Frust zu schieben, hat der FCE jedoch nicht: Bereits heute Abend muss das Team von Trainer Achim Hollerieth zum Nachholspiel beim SC Vier- und Marschlande antreten. Am Freitag folgt dann zuhause an der Wilhelmstraße das letzte Liga-Spiel gegen den Kreisrivalen VfL Pinneberg. Stimmen zum Finale

Achim Hollerieth, FCE-Trainer: "In der ersten Halbzeit hatten einige den Ködel in der Hose, da waren wir in allen Belangen unterlegen. Über ein 0:3 oder 0:4 hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Doch in der zweiten Halbzeit haben wir einen tollen Pokalfight geliefert. Dann packt der Stilz in der Verlängerung so einen Sonntagsschuss aus - ein Tor, das würdig ist, das Finale zu entscheiden."

Lutz Göttling, Victoria-Trainer: Nach Jeskes 1:1-Ausgleich habe ich gedacht: Das wird eine lange Zeit bis zur eventuellen Verlängerung, da müssen wir irgendwie hinkommen. Dann holt Roger da so ein Ding raus, das genau in den Winkel passt. Nach 120 Minuten waren wir einen Tick vorne, vor einem tollen Publikum. Eine richtig gute und gelungene Veranstaltung für den Hamburger Amateurfußball."

Helge Melzer, FCE-Präsident: "Victoria hat mit ein paar Prozentpunkten mehr verdient den Pokal gewonnen. In der ersten Halbzeit waren wir einfach zu nervös. Trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft, die Jungs haben die ganze Saison über eine hervorragende Leistung abgeliefert."

Fabian Böwig, FCE-Mittelfeld-Motor: "Wenn der Stilz das Ding nicht in den Knick haut, hätten wir gewonnen. Doch was soll’s - nächste Jahr ist wieder Pokal."

Thorsten Burmeister, FCE-Vorstand: "In der ersten Halbzeit war der Klassenunterschied erkennbar, doch nach der Pause hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Ich freu mich für die Jungs, dass sie solch ein Endspiel mal erleben durften."

Jan Lüneburg, FCE-Torjäger: "Wir hätten unsere Konter besser ausspielen müssen. Doch so dumm es klingt - so ist Fußball."

Oliver Hoffmann, FCE-Vize: "Ärgerlich, dass wir durch solch einen Sonntagsschuss verloren haben. Trotzdem: Die Mannschaft hat sich super verkauft."

Michael Gurcke, FCE-Vorstand: "Für die Mannschaft war das Finale ein großes Geschenk. Schade, dass sich nicht das wiederholt hat, was Raspo auf den Tag genau vor 20 Jahren geschafft hat."

Sven Thiele, FCE-Torwarttrainer: "Ich bin geplättet, wirklich schade. Wir haben nicht das gespielt, was wir können. Vicky war zwischendurch doch schon mausetot . . ."

Dirk Fischer, HFV-Präsident: "Das war ein spannendes Pokalfinale, ein Fight bis zur 120. Minute mit tollem Publikumszuspruch. Beide Mannschaften haben ihre Regionalliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt. Ich drücke dem FCE für die Relegation die Daumen."

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