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Lokaler Sport

20. Oktober 2017 | 18:24 Uhr

Schlammige Wohltäter am Ball

vom

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Brunsbüttel | Die Watt-Olümpiade in Brunsbüttel ist eine Veranstaltung der ganz besonderen Art. Getreu dem Motto "Schmutziger Sport für eine saubere Sache", werden bei dem Spaßturnier Spenden für die Krebsbekämpfung gesammelt, dabei werden die verschiedenen Disziplinen im knietiefen Watt-Schlamm ausgetragen.

In diesem Jahr war auch wieder einmal der "Heidgrabener Schietwatter" mit von der Partie und hatte zudem eine Überraschung parat. Das Heidgrabener Team, bestehend aus zwanzig Spielern vom Jugendlichen bis zum Mittsechziger, traute sich im vergangenen Jahr lediglich ans Handballspiel. 2013 folgte hingegen der Auftritt im "Wolliball", wie die Sportart in Anlehnung an Volleyball bei der Watt-Olümpiade tituliert wird.

Nach etwa zwei Minuten Spielzeit war der Traum der Heidgrabener, mindestens zwei Volleyballspiele zu bestreiten, allerdings bereits vom Winde verweht. In ihrem Spiel im knietiefen Watt musste die Heidgrabener Mixedmannschaft auf der ungünstigen Spielfeldhälfte mit starkem Gegenwind antreten. Zu allem Überfluss hieß der Kontrahent FC Wattikan, Vizemeister des vergangenen Jahres und Veranstalterteam.

Zu keiner Sekunde, während der sieben Minuten andauernden Begegnung, fand die Mannschaft um Teamchefin Britta Hollander ins Spiel. Aufgrund des starken Gegenwindes konnten die Angaben nur selten übers Netz gebracht werden, bei den Annahmen und dem eigenen Spielaufbau machte sich zudem die bremsende Wirkung des Watts bemerkbar. Es kam, wie es kommen musste: Die Gastgeber, ausgestattet mit Ehrgeiz und Routine, marschierten durch das Turnier. Die Brunsbütteler blieben in allen Spielen ungeschlagen und sicherten sich souverän den Turniersieg.

Auf Seiten der Heidgrabener Mixedmannschaft war der Grund für die Pleite derweil schnell gefunden. "Mit Volleyball hatte das Ganze wenig zu tun", urteilt Michael Behrmann, der ansonsten als Zuspieler bei den zweiten Herren der VG Elmshorn aktiv ist. "Das war mehr ein Lotteriespiel als alles andere. Wir wussten schon sehr früh, dass wir hier nicht bestehen können. So haben wir zumindest alle Spieler eingewechselt, hatten viel Spaß und es ging uns auch vor allem um die gute Sache: den Kampf gegen Krebs." Auch Britta Hollander war mit dem Abschneiden ihres Teams sehr zufrieden und kündigte an, dass sie im nächsten Jahr wieder antreten werden.

Die Heidgrabener gingen trotz ihres frühen Ausscheidens nicht leer aus: Sie bekamen bei der Siegerehrung einen Ehrenpokal, weil sie einen Spendenscheck in Höhe von 1 400 Euro überreichten. Damit gehörten die Spieler aus der kleinen Elmshorner Nachbargemeinde zu den fleißigsten Spendensammlern der gesamten Veranstaltung. Mit dem Fußballteam FC Schlamassel war in Brunsbüttel eine weitere Mannschaft aus dem Kreis am Start. Hinter dem Namen und der Schlumpfverkleidung verbargen sich acht Spieler aus Sparrieshoop und Elmshorn, die im vergangenen Jahr unter dem Namen "Die Watt-Assis" das Fußballturnier gewonnen hatten.

"Wir waren in den vergangenen fünf Jahren durchaus erfolgreich", sagt Axel Zentner, der sich in seiner Freizeit häufig mit den meisten seiner Mitspieler zum Kicken in Sparrieshoop trifft. "Wir waren drei Mal im Finale und haben zwei Mal Platz zwei belegt. Einmal waren wir zudem Dritter."

An eine Titelverteidigung war dieses Mal nicht zu denken. Zwar setzte sich der FC Schlamassel im Viertelfinale noch knapp mit 2:1 gegen die Inglorious Wattstars durch, im Halbfinale musste man sich allerdings den Ostfriesen von der WSG Krummhörn-Waterhörn mit 0:1 geschlagen geben. "Wir konnten unsere Taktik hoch und weit nach vorne zu spielen dieses Mal nicht umsetzen", sagt Heiko Böwig, der bei Schlamassel im Tor stand und ansonsten der kreative Kopf des Teams ist.

Sein Traum ist es, einmal bei der Schlamm-WM in Finnland an den Start zu gehen, daher sieht er die Watt-Olümpiade als Etappe auf dem Weg zu diesem Ziel. "Wir hatten einfach Pech und haben die Tore nicht geschossen." Das Fußballturnier gewann das Team Treibsand.

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