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Lokaler Sport

18. Oktober 2017 | 15:45 Uhr

"Pala" weiß, wo der Ha (a) se läuft

vom

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Bönningstedt | Mindestens dreimal am Tag klingelte sein Mobiltelefon. Wochenlang. Immer wieder wollten Journalisten von Ralf Palapies wissen, welche Spieler denn nun sein Team verlassen. Der Trainer der Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen stand Rede und Antwort - und betete die Namen geduldig runter: Dirksen, Vollmer, Frost, Brehmer, Lühr, Grabow. . .

"Das war irgendwann anstrengend", gibt Palapies nun rückblickend zu, "ich hätte auch gerne einige Neuzugänge vermeldet, zudem stört so etwas ein wenig die Konzentration auf das Wesentliche, nämlich den Fußball."

Richtig aus der Ruhe gebracht hat das Wechseltheater Palapies Team nicht. 38 Punkte hat es auf dem Konto, morgen im Derby gegen Niendorf (13 Uhr) soll die 40-Punkte-Marke geknackt werden. Und endlich kann Palapies auch Neuzugänge und Vertragsverlängerungen vermelden. Sein 20-jähriges Abwehrtalent Viktor Streib bleibt bis 2014, zudem hat der Coach die Zusage von drei Spielern aus der eigenen A-Jugend (A-Verbandsliga) des Klubs: Dominik Radzuweit, Hendrik Rühmann sowie Kjell Ellerbrock werden ab dem Sommer zum Kader der ersten Mannschaft zählen.

Letzterer macht sich mit diesem Schritt auf, in die großen Fußstapfen seines Vaters Frank Ellerbrock zu treten, der in den 80er-Jahren für den VfL Pinneberg stürmte und mittlerweile Jugendleiter des SV Rugenbergen ist.

Nur mit jugendlichem Elan allein möchte "Pala" aber nicht in die neue Saison gehen. "Wir wollen noch einen erfahrenen Mann dazu verpflichten", sagt er und denkt dabei an einen großen Namen: Marius Ebbers, der noch in Diensten des Zweitligisten FC St. Pauli steht, dessen Vertrag beim Kiez-Klub allerdings nicht verlängert wurde."Kein Scherz", bestätigt der Oberliga-Trainer, "es gibt Kontakt, wir haben bei ihm angefragt und er ist auch nicht abgeneigt." Teammanager Frank Ockens, der dem SVR nun wohl doch treu bleiben wird, stellte den heißen Draht zu "Ebbe" her, der noch zwei weitere Optionen (u.a. im Ausland) haben soll. "Vor Mitte Mai wird keine Entscheidung fallen, wir setzen uns aber mit ihm zusammen und klären in Ruhe, ob wir zusammenfinden."

Palapies träumt also von einem Sturmduo mit dem erfahrenen Marius Ebbers (35) und dem jungen Pascal Haase (19) und scherzt: "Dann würde ein alter Hase neben unserem echten Haase spielen und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir in Rugenbergen wissen, wo der Hase läuft." Während in Bönningstedt also wieder Ruhe einkehrt, brennt beim VfL Pinneberg vor dem schweren Auswärtsspiel am Sonntag in Altona (14 Uhr) der Baum. Das 0:2 im Nachholspiel gegen Meiendorf am Dienstag schmeckte Trainer Michael Fischer überhaupt nicht. "Das war charakterlos", polterte er nach Abpfiff.

Ist ausgerechnet jetzt im Abstiegskampft das Verhältnis zwischen dem Coach und einigen seiner Akteure, die den Klub im Sommer ohnehin verlassen werden, zerrüttet? Es kursiert jedenfalls eine E-Mail, in der ein mutmaßliches Teammitglied anonym behauptet, im Winter habe der Mannschaftsrat die Entlassung Fischers gefordert, die Vereinsführung aber dagegen votiert und den unzufriedenen Spielern den Weggang nahegelegt. Fischer selbst sagt dazu: "Es ist richtig, dass einige Spieler unzufrieden sind und ja, es gab so eine Sitzung". Und er ergänzt:"Ich halte es allerdings nicht für richtig, das in dieser schweren Phase des Abstiegskampfes in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir sind momentan so etwas wie eine Zweckgemeinschaft: Es geht um die Sache, den Klassenerhalt. Die Jungs sollen nicht für mich gewinnen, sondern es ihren Noch-Teamkameraden ermöglichen, auch in der nächsten Saison Oberliga spielen zu können. Wir wollen in der Liga bleiben, danach ziehen wir einen Schlussstrich."

An der Griegstraße will der Trainer jedenfalls primär den Spielern vertrauen, die dem VfL auch für die kommende Spielzeit zugesagt haben und kündigt "gewaltige Umstellungen" an.

Derweil muss die SV Halstenbek-Rellingen bei ihrem Heimspiel am Sonntag gegen den SC Condor (14 Uhr) auf Dauerläufer Mladen Tunjic verzichten. Der Stürmer ist in seine Heimat Kroatien gereist, um seine Hochzeit zu planen. "Er braucht für die Trauung noch einige Papiere und Dokumente, aber das ist auch okay, denn er hat diese Reise langfristig angekündigt", sagt sein Trainer Thomas Bliemeister.

Ohnehin habe Tunjic eine Pause verdient. "Mladen arbeitet als Angreifer sehr viel für die Mannschaft und war zuletzt etwas müde, das merkte man unserem Offensivspiel auch an", so Bliemeister, der bis Saisonende auch auf Nils Matthiessen verzichten muss, der sich einer Rücken-OP unterziehen wird.

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