Fussball-Oberliga Hamburg : Wedeler TSV kriegt seine Abwehr nicht in den Griff

In Bedrängnis: Wedels Stürmer Tim Jeske wird vom ehemaligen Horster René Schröder gestört.
In Bedrängnis: Wedels Stürmer Tim Jeske wird vom ehemaligen Horster René Schröder gestört.

Wedeler präsentieren sich bei 4:5 gegen Absteiger Türkiye einmal mehr extrem anfällig. Gegentore 90 bis 94 für den WTSV.

shz.de von
14. Mai 2018, 11:40 Uhr

Wedel | Daniel Domingo äußerte unmittelbar nach dem Abpfiff seinen Unmut. „Es kann nicht sein, dass wir mit einem 4-4-2-System und jeweils zwei Leuten auf den Flügeln ständig auf den Außenpositionen überlaufen werden. Die Flanken kamen viel zu einfach rein“, kritisierte der Trainer des Wedeler TSV seine Elf noch im Mannschaftskreis.

2:0-Führung reicht nicht

Die Oberliga-Fußballer aus der Rolandstadt verloren das letzte Heimspiel der Saison gegen den FC Türkiye trotz 2:0-Führung noch mit 4:5 (2:2). Und das, obwohl der Gegner aus Hamburg-Wilhelmsburg schon vor dem Anpfiff der Partie als Absteiger aus Hamburgs höchster Amateurspielklasse fest stand. „Wenn du ’ne Stunde vor Spielbeginn erfährst, dass du absteigst, ist das nicht einfach. Respekt an meine Mannschaft“, sagte Türkiyes Trainer Michael Fischer.

Nach Abstieg mit Türkiye: Michael Fischer gibt sich kämpferisch

Ausgerechnet der VfL Pinneberg, Fischers langjähriger Ex-Verein, hatte mit einer 1:7-Niederlage beim Kellerkonkurrenten SC Condor dazu beigetragen, dass der 50-Jährige Fußballlehrer mit seinem Team nicht mehr zu retten war. Fischer zeigte sich jedoch unbeeindruckt davon und war, genau wie zuvor seine Spieler, extrem angriffslustig. „Wir steigen nächstes Jahr wieder auf“, so der Coach.

Die Fußballer aus Wedel kicken auch in der Saison 2018/19 weiter in der Oberliga Hamburg. Wenn sie dann aber nicht wieder um den Klassenerhalt zittern wollen, müssen sich die Rolandstädter vor allem in der Defensive stabilisieren.

Zweitschwächste Abwehr der Liga

Gegen Türkiye kassierte das Domingo-Team bereits die Gegentore 90 bis 94. Nur das abgeschlagene Schlusslicht Vorwärts-Wacker (107) war noch anfälliger. „Wir haben sehr unnötige Tore kassiert. Taktisch waren wir nicht clever“, sagte Domingo.

Beim 2:2 vor der Halbzeit konnte Türkiyes Michael Löw in der aller Ruhe flanken und Tolga Tüter ohne Gegenwehr einschieben (45.).

„Es geht nicht, dass die Innenverteidiger und der Sechser einfach nur zugucken. Das war schon schlecht“, kritisierte Domingo.

In der zweiten Hälfte wurde Wedel von den spielfreudigen Gästen mehrfach ausgehebelt und defensiv entblößt. Jorma Eggers (68.) und Eric Agyemang (88.) erzielten zwar noch zwei weitere Tore für die Gastgeber. Zu einem Punktgewinn reichte es im letzten Heimspiel der Oberliga-Saison aber nicht mehr.

Wedeler TSV – FC Türkiye 4:5 (2:2)

Wedeler TSV: Steen – Wilckens, Vollmer, Dirksen, Jorma Eggers – Jan Eggers, Rörström (46. Eibl) – Najjar (75. Roesler), Steinecke – Lee (46. Jeske) – Agyemang. Trainer: Daniel Domingo

Tore: 1:0 Agyemang (20.), 2:0 Jan Eggers (23.), 2:1 Tüysüz (33.), 2:2 Tüter (45.), 2:3 Gencel (55.), 3:3 Jorma Eggers (68.), 3:4 Shtarbev (71.), 3:5 Mus (77.), 4:5 Agyemang (88.)

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