Heimauftakt verpatzt : Ernüchterung beim Wedeler TSV

Auch Jaques Rodriguez Oliveira (rechts) vermochte dem Wedeler Spiel in der Schlussphase keine Ordnung mehr geben, auch wenn er hier Benjam Najem (TSV Sasel) stehen lässt.
Auch Jaques Rodriguez Oliveira (rechts) vermochte dem Wedeler Spiel in der Schlussphase keine Ordnung mehr geben, auch wenn er hier Benjam Najem (TSV Sasel) stehen lässt.

Der Fußball-Oberligist verliert sein erstes Saison-Heimspiel gegen den TSV Sasel. Eine gute Halbzeit reicht nicht aus.

shz.de von
06. August 2018, 13:45 Uhr

Wedel | Nach 86 Minuten hatte Thomas Bohlen offenbar genug gesehen. Der Trainer des Fußball-Oberligisten SV Rugenbergen verließ das Wedeler Elbestadion, in dem der WTSV sein erstes Saisonheimspiel gegen den TSV Sasel mit 1:2 (1:0) verlor, noch vor Ablauf der Spielzeit. Beide Teams zählen in den kommenden drei Wochen zu den Gegnern des SVR.

Sasel nutzt Lücken im Wedeler Zentrum aus

Entsprechend fleißig füllte Bohlen seinen Notizblock mit den gewonnenen Erkenntnissen. Eine davon könnte lauten: Überlasse den Saselern keinen Raum im Zentrum, denn den wissen sie mit ihrer spielerischen Qualität durchaus zu nutzen.

Weil die Wedeler aber genau dies taten, verließen sie das Feld trotz einer frühen 1:0-Führung durch Marcel Uitz (8.) letztendlich als Verlierer.

Gäste drehen Partie binnen vier Minuten

Ab durch die Mitte ging es etwa, als Sasel-Kapitän Timo Adomat sich durch den kompletten Wedeler Abwehrverbund tankte und den Ball vorbei an Keeper Lorenz Golombiewski ins Tor zum 1:1 spitzelte (74.).

Herzlich wenig Gegenwehr hatten die Hausherren vier Minuten später auch für den im Strafraum lauernden Tolga Celikten übrig, der eine flache Hereingabe recht unbedrängt zur Führung der Gäste verwertete.

Auswechslungen sorgen für Bruch im Wedeler Spiel

„Nach den beiden Wechseln haben wir komplett die Ordnung verloren“, gestand WTSV-Co-Trainer Holger Weinsheimer und zielte dabei auf das Ausscheiden der Offensivkräfte Marcel Uitz und Enzo Simon ab. Beide mussten in der 57. respektive 61. Minute angeschlagen vom Platz genommen werden.

 Zuvor hatten sie noch gemeinsam für Freude gesorgt: Erst acht Minuten waren gespielt, als Simon sich an der gegnerischen Grundlinie den Ball erkämpfte. Sein Querpass fand in Uitz schließlich einen dankbaren Abnehmer.

Holger Weinsheimer (rechts) weist den jungen Enzo Simon in die Taktik ein.
Michael Stemmer
Holger Weinsheimer (rechts) weist den jungen Enzo Simon in die Taktik ein.
 

Stark angefangen, stark nachgelassen

Eine Führung, die sich die Wedeler in der Folgezeit durchaus verdienten. Kompaktes Abwehrverhalten und bissige Zweikämpfe bekamen die rund 120 Zuschauer im Elbestadion von den Hausherren zu sehen. Sasel hatte zwar meist den Ball, Wedel dafür die besseren Chancen.

„In der ersten Halbzeit waren wir das bessere Team“, stellte Weinsheimer klar. Die Gäste hingegen traten erstmals in Minute 55 durch einen Pfostenschuss gefährlich in Erscheinung.

Gastgeber im zweiten Durchgang nicht mehr auf der Höhe

Dafür ging den Wedelern mit der Auswechslung von Uitz und Simon wiederum nicht nur ihre Torgefahr abhanden, sondern überraschend auch die Struktur. Das bis dahin recht stabil wirkende Gerüst bei den Gastgebern fiel mit fortlaufender Dauer in sich zusammen.

Die eingewechselten Nicolaj Rörström und Max Stolzenburg fanden keine Bindung zum Spiel. Selbst Kapitän Marlo Steinecke, über den im ersten Durchgang fast alles lief, war nun sichtlich um Ordnung bemüht. „Wir sind körperlich ein wenig abgefallen“, merkte er anschließend an.

Fitnessprobleme beim WTSV

Sein Trainer schlug in die gleiche Kerbe und kritisierte die „fehlende Körperspannung“ in der zweiten Hälfte.

Die hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen scheinen ihre Spuren beim WTSV hinterlassen zu haben. „Das war schon hart. Gerade zu Saisonbeginn“, räumt Steinecke ein, betont aber auch: „Die Fitness holen wir uns über die nächsten Spiele.“

Kaum Zeit zum Durchschnaufen

Gleiches muss allerdings auch für die Punkte gelten. Nach zwei Partien steht weiterhin die Null. Am Dienstag, 7. August, kämpfen die Wedeler in Elmshorn gegen Kreisligist Gencler Birligizunächst um den Einzug in die vierte Oddset-Pokalrunde.

Sonntag geht’s dann nach Buchholz, ehe am darauffolgenden Freitag, 17. August, das Derby gegen den SV Rugenbergen ansteht.

Dessen Coach Thomas Bohlen wird sein Team nach seinem Besuch in Wedel bestens auf dieses Duell einstellen. Wenngleich er den sehenswerten Lupfer von Sasels Stefan Winkel an den Pfosten kurz vor Schluss wohl nicht mehr live miterlebt hat.

Wedeler TSV – TSV Sasel 1:2 (1:0)

Wedeler TSV: Golombiewski – Eggers, Walter, Ellerbrock, D. Diaz Alvarez – Steinecke, Mahnke – Uitz (57. Rörström), Rodrigues Oliveira (84. Roesler), L. Diaz Alvarez – Simon (61. Stolzenburg). Trainer: Holger Weinsheimer

Tore: 1:0 Uitz (8.), 1:1 Adomat (74.), 1:2 Celikten (78.)

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