VfB-Aufsichtsrat Neumann: "Wir sind keine Träumer"

Fußball-Regionalliga: Lübeck erwartet nach Zwangsabstieg bei Neuanfang in SH-Liga harte Arbeit

shz.de von
21. Dezember 2012, 03:59 Uhr

Lübeck | Die Dinge überschlugen sich in den vergangenen Tagen beim VfB Lübeck. Zwar blieb dem Traditionsclub die Löschung aus dem Vereinsregister erspart, da Sponsoren und Spendenaktionen rund 170 000 in die klammen Kassen spülten, doch der Zwangsabstieg aus der Fußball-Regionalliga war nicht abzuwenden.

Zunächst versuchten noch am Dienstagabend die Verantwortlichen des VfB bei einem Treffen in Hamburg mit Verbandsvertretern den letzten Strohhalm zu ergreifen. Doch das Happy-End, durch ein Hintertürchen die Regionalliga zu halten, blieb aus (wir berichteten).

Somit steht der VfB Lübeck bei der zu erwartenden Insolvenzeröffnung im Januar als Zwangsabsteiger in die SH-Liga fest. Die restlichen Partien in der Rückrunde haben für die Grün-Weißen dann nur noch Testspiel-Charakter. Trotzdem überwog am Mittwoch vor allem die Freude darüber, dem dritten Fall - so hatte Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus das Horrorszenario der endgültigen Löschung der Hansestädter aus dem Vereinsregister bezeichnet - erstmal entgangen zu sein. Ab der Saison 2013/2014 heißt es für die Grün-Weißen nun: Neuanfang in der fünfhöchsten Spielklasse.

Für Aufsichtsratsmitglied Timo Neumann stellt der Gang in die Schleswig-Holstein-Liga auch eine Chance dar. "Alles wird auf Null gesetzt, wir haben die Möglichkeit, wieder neu Gas zu geben, Kredit zurück zu gewinnen und das Image des VfB Lübeck in der Region wieder aufzupolieren", sieht der ehemalige Defensivspieler und Marketingmitarbeiter der Grün-Weißen die Situation als Chance. Nämlich dazu, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Der Anfang dafür sei bereits in den vergangenen Tagen bei "harter Arbeit" gemacht worden. "Wir wussten alle, um was es geht, haben viele Gespräche geführt und werden das auch noch in Zukunft tun", weiß Neumann, dass das ein wichtiger, aber noch nicht der letzte Schritt auf einem langen Weg gewesen ist. "Deshalb bleiben wir auch auf dem Boden und sind keine Träumer. Wir lehnen uns nicht zurück oder lassen uns jetzt gar feiern. Alle müssen weiter arbeiten und mit anpacken - damit der VfB eine Zukunft hat."

Dankbar ist Neumann dabei vor allem den Sponsoren und Fans, die den Erhalt erst durch ihre Unterstützung ermöglicht haben. "Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und uns abgenommen wird, dass wir hier etwas Bodenständiges aufbauen wollen, mit dem sich jeder identifizieren kann", so Neumann.

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