Handball : Werbung für den Frauenhandball

Sabrina Boddenberg nimmt sich Lisa Ailine Thede an.
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Sabrina Boddenberg nimmt sich Lisa Ailine Thede an.

Schleswig IF wirft in einem hochspannenden SH-Liga-Derby den Sieg gegen den HC Treia/Jübek in der Schlussminute weg

shz.de von
03. September 2018, 12:39 Uhr

Dramatischer kann es fast kaum werden: Vor 180 Zuschauern trafen zum Auftakt der Handball-SH-Liga Schleswig IF und der HC Treia/Jübek aufeinander. Beide Teams boten sich in der SdU-Halle einen packenden Fight, aus dem die Gäste als Sieger hervorging – weil sich die Schleistädterinnen in der Schlussminute zwei verhängnisvolle Fehler erlaubten. Beim Stand von 29:29 und nahm SIF bei Ballbesitz eine Auszeit. Trainer Melf Carstensen gab seinen Spielerinnen letzte Anweisungen. Beim nachfolgenden Angriff leisteten sich die Gastgeberinnen einen „Fußfehler“, den Laura Wohlert zur Jübeker Führung nutzte und wenige Sekunden vor dem Abpfiff, als die Schleswigerinnen noch die Chance auf das Unentschieden hatten, folgte beim Mittelanwurf erneut ein technischer Fehler, den Manuela Hinrichsen zum viel umjubelten Jübeker 31:29 (18:14)-Auftaktsieg vollendete.

„Das ist natürlich sehr ärgerlich. Die Enttäuschung darüber, nichts Zählbares in Schleswig zu behalten, ist grenzenlos. Wir werden aber wieder aufstehen, genau sowie wir es im Spiel auch gemacht haben“, meinte SIF- Trainer Melf Carstensen.

„Der Sieg für Treia ist sicherlich insgesamt nicht unverdient, auch wenn er am Ende etwas glücklich war. Sie hätten sich aber auch nicht beschweren können, wenn die Partie zu unseren Gunsten ausgegangen wäre.“

HC-Co-Trainer Hans-Thomas Sterner meinte: „Das war Werbung für den Frauen-Handball. Auf meine Mädels bin ich unheimlich stolz und vor SIF, die enorme Verletzungsprobleme hatten, ziehe ich meinen Hut.“ Bezogen auf die beiden spielentscheidenden Situationen erklärte Sterner: „SIF hatte die Trümpfe in der Hand. Aber irgendwann sind dann Kraft und Konzentration weg, dann bist du platt. Das hat uns in die Karten gespielt.“

Dass die Schleswigerinnen noch Siegchancen hatten, lag vor allem an einer kleinen Schwächephase der Gäste, die beim 8:12 (15.) und 11:17 (22.) ebenso deutlich vorne lagen, wie beim 14:18-Halbzeitstand. Im zweiten Durchgang lief beim Vorjahres-Neunten in den ersten neun Minuten wenig zusammen. „Da haben wir den Faden verloren. Wir haben eine Pause gebraucht und unser Spiel hat einen kleinen Bruch erlitten“, suchte Sterner nach Gründen. Lediglich magerere vier Treffer erzielte der HC und bot somit SIF die Chance zur Aufholjagd. Angeführt von den beiden stark aufspielenden Lea Clausen (13 Treffer) und Lisa Thede (sieben Treffer) holte das Team des Trainerduos Marco Heßel und Melf Carstensen den Rückstand auf und gab beim zwischenzeitlichen 21:22 den Startschuss für eine packende und spannende Schlussphase, in der die Jübeker als erster Derbysieger dieser Saison herausgehen.


Schleswig IF: Christiansen, Schubbe – Husfeld, Lisa Thede (7), Puttins (1), Schoor, Lundelius (1), Hartung (1), Barz (1/1), Weintraut (1), Clausen (13/5), Anna Thede (4), Wiebe

HC Treia/Jübek: Burmeister. Lübker – Clausen, Lorenzen (1), Bartelsen (2), Priebus (6), Wohlert (6), Huwe (1), Dahm (11/2), Boddenberg (2), Steltner, Hinrichsen (2)

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