zur Navigation springen

Fussball : TSV Kropp ohne Durchschlagskraft

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

0:2-Niederlage gegen den SH-Ligameister VfB Lübeck. Deren Fans liefern sich nach der Partie Handgemenge mit der Polizei

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 07:05 Uhr

Der Wille war vorhanden, die Realität sah indes anders aus. Auch der TSV Kropp schaffte es nicht, dem bereits als Meister feststehenden VfB Lübeck die erste Saisonniederlage beizufügen. Am Ende einer durchschnittlichen SH-Liga-Partie behielt der Primus mit 2:0 (1:0) die Oberhand.

Wirklich freuen konnte sich jedoch auch im Lager der Sieger niemand. Einmal mehr schaffte es ein Teil der Lübecker Fanszene, den eigenen Verein durch dumm-dreistes Verhalten in Misskredit zu bringen. Zunächst zündeten die „Fans“ ihr ganz persönliches Feuerwerk und sorgten dafür, dass die Partie erst mit rund zehnminütiger Verspätung angepfiffen werden konnte. Nach dem Schlusspfiff lieferten sich Lübecker Randalierer beim Ablöschen von Rauchbomben noch ein Handgemenge mit der Polizei und skandierten laut Einsatzleiter Stephan Koop „vereinzelt auch rassistische Parolen“. „Die ganze Aktion dauerte knapp zehn Minuten“, erklärte Koop.

Das Kopfschütteln der VfB-Verantwortlichen verdeutlichte, in welch schwieriger Situation der Verein sich befindet. Sportpolitische Konsequenzen seitens des schleswig-holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) könnten die Konzentration auf die anstehende Aufstiegsrunde zur Regionalliga empfindlich stören. Vorstandssprecher Thomas Schikorra, am Sonnabend selbst in Kropp anwesend, wirkte ziemlich konsterniert. „Wir müssen das erst einmal intern aufarbeiten“, sagte er. „Solange das nicht geschehen ist, möchte ich eigentlich keine Stellungnahme zu den Vorfällen abgeben.“

Zum Sportlichen: Schnell wurde deutlich, dass der VfB Lübeck in dieser Liga seines Gleichen sucht. Die Spielanlage des Teams von Coach Denny Skwierczynski war beeindruckend, gleichwohl Torchancen insgesamt rar gesät waren. Trotzdem ging Lübeck schnell in Führung: Nach einem Eckball köpfte der sträflich frei stehende Torjäger Stefan Richter ein (9.) – ein Start nach Maß für die Gäste. Zwei Minuten später verfinsterten sich jedoch schon die Mienen des VfB-Lagers. Nach einer Tätlichkeit abseits des Geschehens sah Lübecks Kapitän Nils Lange die Rote Karte. Davon jedoch unbeeindruckt setzte Richter drei Minuten darauf einen weiteren Kopfball nur an den Pfosten.

Ein erstes Lebenszeichen der Gastgeber setzte Maximilian Petersen, der nach einer Ecke per Kopf an VfB-Schlussmann Toboll scheiterte (17.). Mehr war offensiv seitens des TSV lange nicht zu sehen, erst ein beherztes Solo von Yannick Sievers samt erfolglosem Schussversuch schaffte es in die Chancenstatistik (37.).

Auch nach dem Wechsel wirkte Lübeck trotz Unterzahl weitestgehend souverän. Nach 58 Minuten hatte VfB-Akteur Andre Senger den zweiten Treffer auf dem Fuß, er scheiterte jedoch freistehend an Philipp Reinhold. Den vom Kropper Schlussmann abprallenden Ball köpfte Henrik Sirmais anschließend am leeren Tor vorbei. Kurz darauf folgte die bis dahin beste Chance des TSV Kropp: Jörn Vogt wurde freigespielt, konnte jedoch den gut reagierenden Toboll nicht überwinden (67.).

Besser machte es auf der Gegenseite Arnold Suew, der von der Kropper Defensive nicht ernsthaft angegriffen wurde und die Partie mit einem trockenen 16-Meter-Schuss entschied (74.). Auf der Zielgerade vergaben Julian Jacobsen (78.) sowie Maximilian Petersen, Anton Merz und Lucas Henke mit einer Triple-Chance (87.) den möglichen Ehrentreffer.

„Uns fehlte es heute einfach an Durchschlagskraft“, nannte Kropps Co-Trainer Martin Schmidt den Grund für die Pleite. „Zudem hat der VfB eine bärenstarke Mannschaft, die nicht viel zulässt. Um die zu schlagen, muss einfach mehr passen als heute bei uns.“


TSV Kropp: Reinhold – T.Vogt (75. Schwennsen), Roeh, Gieseler, Sievers, Henke, Petersen, Merz, Jess (64. Jacobsen), Ziesecke, J. Vogt
VfB Lübeck: Toboll – Wehrendt, Theißen, Nogovic, Lange, Steinfeldt, Bohnsack, Voss (88. Roelfs), Sirmais (72. Suew), Senger (72. Knechtel), Richter
Schiedsrichter: Bornhöft (TuS Garbek) – Zuschauer: 250 – Beste Spieler: Ziesecke – Toboll, Richter

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert