Sportschießen ist die viertbeliebteste Sportart in Deutschland

Sportschießen erfordert viel Konzentration und Entspannung. Foto: Privat
Sportschießen erfordert viel Konzentration und Entspannung. Foto: Privat

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14. August 2009, 04:59 Uhr

Fahrdorf | Was tut man in einem Schützenverein? Man trifft Leute - ein alter Kalauer. In einem seriösen Schützenverein - seien es Traditions- oder reine Sportschützenvereine - findet man neben Akademikern viele andere stressgeplagte, in den unterschiedlichsten Berufsgruppen tätige Menschen, die bei ihrem Sport Konzentration, Entspannung und Ruhe suchen und finden.

Der Schießsport blickt auf eine alte Tradition zurück, die auf den mittelalterlichen Schützengilden fußt und im 19. Jahrhundert zur Bildung der Schützenbruderschaften führte. Nahezu 1,5 Millionen Schützen sind in Deutschland Mitglieder in 15 000 Vereinen. Dies bedeutet, dass Sportschießen die viertstärkste Sportart in Deutschland ist. Sportschießen rangiert somit von den Mitgliederzahlen her soagr noch vor Leichtathletik, Handball und Reiten.

In Schleswig-Holstein gibt es zurzeit 423 Schützenvereine mit 28 600 Mitgliedern, die sich im Norddeutschen Schützenbund (NDSB) organisiert haben. Im Kreis Schleswig-Flensburg sind zurzeit 54 Vereine mit 2850 Mitgliedern im Kreisschützenverband Schleswig-Flensburg organisiert. Nach Kappeln ist der Sportschützenverein Fahrdorf mit 180 Mitgliedern der zweitgrößte Verein im Kreis Schleswig-Flensburg. Ausgeschriebene Disziplinen des Deutschen Schützenbundes können bis auf wenige Ausnahmen in Fahrdorf geschossen werden.

Neben 14 Anlagen für Luftdruckwaffen über 10 m, zehn Schießbahnen über 25 m, vier Schießanlagen über 50 m kann auf acht Schießbahnen das Bogenschießen auf den entsprechenden Entfernungen ausgetragen werden. Anfang des Jahres sind zusätzlich noch zwei elektronische 10-Meter Anlagen für Luftdruckwaffen hinzugekommen. Seit Mai 2009 ist der Sportschützenverein Fahrdorf auch Mitglied im Rehabilitations-und Behinderten-Sportverband Schleswig-Holstein (RBSV). Behinderten-Sportschießen ist seit 1980 paralympische Sportart.

Den Sportschützen zeichnet ein großes Maß an Disziplin, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein für alle aus, die sich mit ihm gemeinsam auf dem Schießstand aufhalten. Sportschießen heißt, auf einer relativ zur Entfernung von zumeist 10, 25 oder 50 Metern nur sehr kleinen Scheibe die in der Mitte liegende "Zehn" zu treffen, die man von der Schießlinie aus mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennen kann.

Um dieses Ziel mit einem einigermaßen sportlichen Ergebnis zu erreichen, bedarf es eines längeren kontinuierlichen Trainings und vor allem der Konzentration und Entspannung. Wer die "Zehn" unbedingt und mit aller Willenskraft treffen will, wird sie verfehlen. Wer mit mentalem Training oder ähnlichen Entspannungsmethoden an diese Aufgabe herangeht, wird erfolgreich sein.

Zum leistungssportlichen Schießen gehört auch eine gute körperliche Verfassung Aber: Der Muskelprotz und Kraftmeier hat im Schießsport nichts zu suchen. Nicht jeder, der dass Sportschießen betreibt, muss ein "Weltklasse-Schütze" werden, um die Faszination dieser Sportart zu erfahren. Auch als sogenannte Breitensport-Disziplin bietet der Schießsport bis ins hohe Alter Menschen, egal ob weiblich oder männlich, die Möglichkeit diesen Sport auszuüben.

Ein "Schnupperkurs" ist in vielen Schützenverein möglich. Bei den Sportschützen Fahrdorf oder in anderen Vereinen gibt es nähere Auskünfte.

Infos: www.spsch.de

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