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Fahrdorf : „Schwerstarbeit mit viel Dusel“: Schützen bleiben in der Bundesliga

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Fahrdorfer Sportschützen gehen nach überstandener Relegation in die 12. Bundesliga-Saison. Topschützin Zorana Arunovic mit Problemen.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 19:30 Uhr

Als der letzte Schuss im Landesleistungszentrum des niedersächsischen Schützenverbandes in Hannover gefallen war, begann die lange Zeit des Wartens: Fünf ewige Minuten dauerte es, bis Karl-Heinz Wolff als Erster – noch vor der Wettkampfleitung – den Ergebnis-Ausdruck in Händen hielt. Es stand Spitz auf Kopf in der Relegation zur ersten Bundesliga der Luftpistolenschützen. „Ein verhaltener Luftsprung“ löste dann die Anspannung beim Trainer der Fahrdorfer Sportschützen. Seine Mannschaft hatte mit 3708 Ringen den Klassenerhalt geschafft und geht in die 12. Bundesliga-Saison.

Ringgleich gelang dem SV Falke Dasbach, Meister der 2. Bundesliga West, der Aufstieg in die höchste deutsche Schützenklasse. Nur einen Ring dahinter landete der Nord-Meister SV Wathlingen (3707) vor dem West-Dritten SV Hegelsberg-Vellmar (3706).

„Wir sind die Unabsteigbaren“, sagte Wolff nur wenig später auf der Rückfahrt nach Fahrdorf. Euphorie kam nicht auf, eher der Gedanke an das überaus knappe Ergebnis und die geschlagene Konkurrenz. „Für die anderen ist das natürlich bitter,“ kommentierte der Coach, dem gar nicht richtig zum Jubeln zumute war. „Das war Schwerstarbeit mit viel Dusel.“ Glück, dass Wolff auf die ganze Saison bezog. Die Relegation überhaupt erreicht zu haben, war nur durch Schützenhilfe des SB Broistedt möglich geworden. „Ich würde sagen, wenn es einen Schützengott gibt, ist er Mitglieder in Fahrdorf,“ meinte Wolff. „Aber wir nehmen das gerne so an.“

Dass es für die Fahrdorfer so eng wurde, lag am schlechten Tag der Serbin Zorana Arunovic. „Sie hat ein Bundesliga taugliches Ergebnis geschossen, aber kein Top-Ergebnis“, kommentierte Wolff die 373 bzw. 377 Ringe der Weltklasseschützin. Arunovic hatte allerdings auch Probleme mit dem Abzug an ihrer Waffe. „Das Mädchen war echt zu bedauern.“

Dass es für Fahrdorf doch reichte, lag an den konstanten Ergebnissen der weiteren Schützen. „Keiner ist eingebrochen, alle waren besser, als über die gesamte Saison.“

Auch Steffen Schröder, der im zweiten Durchgang mit zwei inakzeptablen 89er-Serien startete und „völlig frustriert“ seine Waffe einpacken wollte. „Ich kann nicht mehr“, sagte der Schütze seinem hinter ihm am Schießstand stehenden Trainer. Wolff nahm seinen Schützling Minuten lang beiseite und versuchte, ihn aus der Krise zu holen. Sein Schlusssatz: „Du gehst jetzt an den Stand und schießt statt einer 89er-Serie eine 98er-Serie.“ Das traf ein, auf Ring genau. „Ich denke, das war die Rettung für das ganze Team,“ meinte Wolff, der am Tag danach die aufregenden Stunden von Hannover bereits abgehakt hatte. Der 66-Jährige hat vielmehr die Planungen für die kommenden Saison in Angriff genommen. „Es wird personelle Veränderungen geben. Das steht auf jeden Fall fest“, sagte Wolff. Einzige feste Größe ist für ihn Steffen Schröder. „Um ihn herum müssen wir ein neues Team aufbauen“, betonte Wolff und schließt ein Engagement der Serbin Arunovic vorerst aus. Zu viele – wenn auch unverschuldete – kurzfristige Absagen der Serbin bereiteten Probleme. „Da fehlte die Verlässlichkeit.“

Um eine Bundesliga taugliche Mannschaft aufzubauen, will Wolff seine Fühler in andere Bundesländer ausstrecken. „In Schleswig-Holstein ist da nichts zu machen“, sagt der Trainer der Fahrdorfer. Vielleicht hat Wolff dabei ja eine glückliche Hand – dank des überirdischen Vereinsmitgliedes kann ja kaum etwas schief gehen.

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