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Motorsport : Nach Bremsversagen ins Ferienhaus

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Cimbern Rallye: Dänisches Team landet in Scheggerott an einer Hauswand. Altmeister Petersen/Krabbenhöft mit Getriebe-Problemen

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2016 | 07:20 Uhr

Ein Unfall überschattete die Neuauflage der ADAC Cimbern Rallye. Ein dänisches Team landete auf der Wertungsprüfung in Scheggerott (Angeln) in der Wand eines Ferienhauses. Fahrer und Co-Pilot blieben unverletzt, das Ferienhaus war unbewohnt.

Nach den ersten Veranstaltungen 1982 und 1983 ging die Cimbern Rallye der Motorsportfreunde Idstedt in die Wikinger auf und wurde nach deren letzter Ausgabe nun erstmals wieder ausgetragen. Bei strahlendem Sonnenschein absolvierten über 80 Teams aus fünf Nationen die sechs Wertungsprüfungen in Angeln.

„Ich hatte den ganzen Tag nur Spaß im Auto. Diese Wertungsprüfungen sind extrem anspruchsvoll und sie sind die genialsten, die ich kenne“, sagte der Sechstplatzierte Guido Imhoff aus Burgdorf. Nicht alle Teilnehmer konnten das unterstreichen. Rallye-Leiter Rainer Haulsen: „Die Prüfungen haben einigen Fahrern auch ihre Grenzen aufgezeigt. Glücklicherweise blieben alle Unfälle und Ausrutscher folgenlos, einige Teams müssen allerdings jetzt massive Blechschäden beheben.“

Mehr als Blechschaden fabrizierten Stig Simonsen und Therese Le Fevre aus Horsens, die mit ihren Renault Clio 3 in Scheggerott nach einem Versagen der Bremsen in die Wand eines Ferienhauses krachten. Personen wurden nicht verletzt, das Ferienhaus war leer, das Rallye-Team kam mit dem Schrecken davon. Zurück blieben ein großes Loch in der Wand und eine demolierte Frontpartie des Fahrzeugs. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das habe ich nur einmal vor Jahren auf Bildern bei einer ausländischen Rallye gesehen“, kommentierte Haulsen den Crash. Der Ferienhausbesitzer aus Hamburg war nicht amüsiert, wie Haulsen erzählte. „Er meinte, er sei noch nie ein Motorsportfan gewesen und würde jetzt auch keiner mehr werden.“ Der Schadensfall wurde der Versicherung übergeben.

Die Rallye-Altmeister und Lokalmatadoren Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft belegten nach technischen Problemen mit dem Getriebe Rang 22. „Damit sind wir natürlich nicht zufrieden“, sagte der gerade noch 70-jährige Pilot aus Westerrönfeld, der sich eigentlich vorgenommen hatte, unter die besten Fünf zu kommen. Der erste und zweite Gang ließen sich nicht einlegen. „Das kostete besonders in Spitzkehren Zeit, wenn man im dritten Gang rausbeschleunigen muss“, sagte Petersen. „Eigentlich lief es ganz gut. Ohne die technischen Probleme wären wir sicherlich besser rausgekommen.“

Den Anspruch, dass der Sieg unbedingt nach Dänemark gehen sollte, untermauerten vor allem Esben Hegelund/Ole Frederiksen. Im Skoda Fabia R5 gingen sie vom Start weg in Führung und hatten bis zur vierten Prüfung einen Vorsprung von 15,6 Sekunden auf den Hamburger Jan Becker und seinen Co-Piloten Klaus Wicha (Bad Hersfeld) im Subaru Impreza herausgefahren. „Mir war da klar, das Ding ist gelaufen“, sagte Becker und erklärte, „ich war aber auch auf den ersten drei Prüfungen voll von der Rolle und viel zu aggressiv mit den kalten Reifen. Daraus resultierten mehrere Quersteher.“

Dennoch gab der Hamburger nicht auf und attackierte. In der vorletzten Prüfung zeigte Hegelund Nerven und rutschte von der Strecke. Becker lag nun in Führung, aber nur den Hauch von 0,3 Sekunden vor Michael Sørensen/Claus Amstrup im Skoda Fabia S2000. Beim Kampf um den Gesamtsieg war es dann erneut ein Däne, der Nerven zeigte und den möglichen Sieg verschenkte. Im Ziel lautete die Reihenfolge Becker vor Hegelund und Sørensen. „Diesen Sieg wollte ich unbedingt, deshalb habe ich auf der letzten Prüfung alles riskiert“, strahlte Becker.

Zufriedene Gesichter gab es trotz manchem Blechschaden und der Kollision in Scheggerott beim Veranstalter. „Das war dennoch eine gelungene Neuauflage der Cimbern Rallye, auch das Wetter hat es richtig gut mit uns gemeint. Wir bedanken uns bei allen Anwohnern an den Strecken für die Geduld und die Unterstützung“, sagte Rainer Haulsen. „Wir freuen uns schon jetzt auf die Cimbern-Rallye 2017.“

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