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Deutsche Meisterschaft im Marathon : Michael Wittig klaut José Molero-Membrilla den Uralt-Rekord

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei den deutschen Meisterschaften im Marathon in Frankfurt/Main haben die Läufer aus der Schlei-Region hervorragende Ergebnisse abgeliefert. Die schnellste Zeit erreichte Michael Wittig vom Borener SV in 2:36:18 Stunden.

Mit den Deutschen Marathon-Meisterschaften hatten sich die Straßenläufer einen der großen Saisonhöhepunkte für das Finale der Saison 2015 aufbewahrt. In Frankfurt kämpften Deutschlands Asse um die Titel der verschiedenen Klassen. Auf der schnellen Strecken am Main glänzten nicht nur die neuen deutschen Meister Arne Gabius, der in 2:08:33 Stunden einen neuen deutschen Rekord lief, und Lisa Hahner, die in 2:28:39 Stunden nur hauchdünn die Olympianorm verfehlte, sondern auch mehrere Asse aus dem Norden. Der Kieler Steffen Uliczka betätigte sich nach überstandener Verletzung als Pacemaker für Lisa Hahner und rannte nach 2:28:43 Stunden als schnellster Schleswig-Holsteiner ins Ziel. Direkt hinter Uliczka, der 2016 selbst noch versuchen möchte, sich für den Marathon bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu qualifizieren, rangiert in der Marathon-Rangliste des nördlichsten Bundeslands nun Michael Wittig vom Borener SV. Der 50-jährige vom Laufklub aus der Schleigemeinde verblüffte in Frankfurt mit einem weiteren starken Auftritt sowohl die Konkurrenten als auch die Teamgefährten. Nur wenige Wochen nach seinem schnellen Berlin-Marathon (2:39:01 Std.) schaffte es der BSV-Langstreckler, noch einmal eine Topleistung über 42,195 km abzurufen. Mit einem couragierten Rennen verbesserte Wittig als 37. der Meisterschaftsgesamtwertung seine persönliche Bestmarke auf imposante 2:36:18 Stunden.

So schnell wie der BSV-Athlet war zuvor noch nie ein 50-jähriger aus Schleswig-Holstein die klassische Distanz gerannt. Wittig verbesserte mit seinem Frankfurter Ergebnis den 22 Jahre alten Altersklassen-Landesrekord der Klasse M 50 seines jetzigen Vereinskameraden José Molero-Membrilla, der 1993 im Trikot von Spiridon Schleswig in Berlin 2:37:26 Stunden gelaufen war.

„Der Rekord war mein Ziel. Vom Marathon vor vier Wochen hatte ich mich gut erholt. Auf den letzten Kilometern merkte ich, dass ich es schaffen kann“, freute sich Wittig über seine Leistung. In der Meisterschaftswertung von über 120 Startern in der Seniorenklasse M 50 sicherte sich Wittig damit den zweiten Platz hinter dem Tübinger Matthias Koch (2:33:42 Std.).

Diese Silbermedaille blieb jedoch nicht das einzige Edelmetall dieser Couleur, das Wittig in Empfang nehmen durfte. Mit seiner Spitzenzeit legte der Deutsche Vize-Meister auch die Grundlage für die gleiche Platzierung in der Teamwertung. Michael Stoll (3:03:56 Std./ 41. Platz M 50), der nach 40 starken Kilometern erst auf den letzten beiden Kilometern die angestrebte Zeit unterhalb der Drei-Stunden-Marke aus der Hand gab, sowie Jürgen Clausen (3:17:47 Std./ 76. Platz M 50) rundeten ein starkes Teamergebnis ab, das dem Borener SV weitere Silbermedaillen bescherte. Wie schon bei den Halbmarathon-Meisterschaften im Frühjahr in Husum erkämpfte sich das BSV-Trio den zweiten Platz der Mannschaftswertung.

José Molero-Membrilla, der 2014 noch DM-Bronze der M 70 gewonnen hatte, hatte auf der zweiten Streckenhälfte Probleme und konnte in Frankfurt nicht an seinen Vorjahreserfolg anknüpfen. Nach 4:30:40 Stunden landete der 74-jährige auf dem siebenten Platz der Senioren M 70.

Holger Juhl (4:01:22 Std.) und Arne Bebenroth (4:10:45 Std.) von der Stolpertruppe

Süderbrarup gehörten in Frankfurt auch zu den über 11  000 glücklichen Marathonläufern, die den Zieleinlauf in der Festhalle genießen durften.
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erstellt am 29.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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