Lautstarkes Duo verteidigt Titel

Auf der 'Caribe' vom Missunder Yachtclub: Friedrich Mahrt, Rene Bastian und Werner Buch. Foto: Beeck
Auf der "Caribe" vom Missunder Yachtclub: Friedrich Mahrt, Rene Bastian und Werner Buch. Foto: Beeck

Meike Schomäker und Holger Jess gewinnen Deutsche Meisterschaften der 505er / Joachim Bleifuß beste Folkeboot-Crew von der Schlei

shz.de von
28. August 2012, 03:59 Uhr

Flensburg | Bei der Preisverleihung auf der Terrasse des Flensburger Segel-Clubs (FSC) stand Ulf Kipcke das große Siegerlächeln im Gesicht. Der Folke bootsegler hatte mit seiner Crew seinen vierten Deutschen Meistertitel gewonnen und lobte gleichermaßen die Wettfahrten und die Organisation für "tolle Segeltage". Es gab nur einen Aufreger. "Die Disqualifikation im zweiten Rennen war ungerechtfertigt und hat mich sehr erbost", meinte der 49-Jährige vom Kieler Yachtclub (KYC). Mit dem neuen Meister waren noch zwei weitere Crews wegen einer Tonnenberührung durch die Jury disqualifiziert worden. Kipcke war dermaßen verärgert, dass er sogar sein Boot zum Kranen manövrieren wollte. Aber er wurde von seiner Crew - zu der auch sein 73-jähriger Vater Dieter gehört - zum Weitersegeln überzeugt. Mit Erfolg: Es folgten ein Tagessieg und weitere gute Platzierungen. Mit Platz zwölf im letzten Rennen am Sonntag, noch bevor die Gewitterfront über die Förde zog, war die Meisterschaft perfekt. "Gut, dass wir weiter gesegelt sind", freute sich der Goldpokalsieger aus dem Jahr 2000.

Bestes Schiff der Folkeboot-Flotte von der Schlei wurde - wie anders zu erwarten - die Crew der "Caborè" um Joachim Bleifuß. Mit Klaus Kahl und Gerd Weissensee lieferte das Trio eine bunte Palette unterschiedlichster Ergebnisse. Vom Tagessieg in der vierten Wettfahrt bis Platz 28 und einem Streicher mit Rang 30 reichte das Angebot. Letztendlich sprang der 13. Platz heraus, drei Ränge vor der "Caribe" des Missunder Teams um Friedrich Mahrt. Die Crew war ebenfalls im zweiten Rennen wegen Tonnenberührung disqualifiziert worden.

Zum Durchhalten kann man auch die Flensburger Crew der "Sol-Lie" beglückwünschen. Nach einem Superstart mit Platz eins und zwei hatte das Team um den Flensburger NRV-Vorsitzenden Andreas Christiansen eine Serie unglücklicher Rennen zu verkraften, Rang 26 wurde zum Streicher. "In der wettfahrt waren wir ganz schlecht gestartet. Dann ist es unheimlich schwer, wieder ran zu kommen", kommentierte Crewmitglied Haymo Jepsen. Danach aber zeigte die Formkurve wieder nach oben und endete mit dem Tagessieg im letzten Rennen und Rang drei im Gesamtklassement. "Mit dem Podestplatz sind wir richtig zufrieden", freute sich Jepsen, der mit seinem Team ohnehin "mit einem guten Abschneiden gerechnet hatte". "Besonders, als wir gespürt hatten, wie schnell wir am ersten Tag unterwegs waren." Die Crew lag am Ende nur einen Zähler hinter dem Zweiten Johny Jørgensen.

Insgesamt kämpften 45 Teams aus Deutschland und Dänemark auf der Förde um den Titel in der Folkeboot-Klasse, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert. Es wurden acht von neun geplanten Wettfahrten bei abwechslungsreichen, anspruchsvollen Windbedingungen gesegelt. "Ich denke wir haben eine gute und spannende DM gesehen", meinte FSC-Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen. "Gut, dass die Disqualifikationen nicht über die Meisterschaft entschieden haben. Allerdings wäre eine vorzeitige Abreise unsportlich gewesen."

Viel Aufregung scheint es an Bord von Maike Schomäker und Holger Jess öfter zu geben, so hörte es sich zumindest auf dem Wasser an. Trotzdem haben die beiden 505er-Segler ihren Meistertitel aus dem Jahr 2010 - im vergangenen Jahr fielen die Titelkämpfe aus - lautstark verteidigt. Mit sechs Punkten Vorsprung siegte das Kiel-Eckernförder-Duo vor den Rostockern Lutz Stengel/Frank Feller. "Das ist kein Streit. Wir sind beide sehr ehrgeizig. Energie geladenes Fachsimpeln könnte man sagen", beschrieb Steuerfrau Schomäker den Umgangston an Bord. "Sie ist halt sehr bestimmend", meinte der ansonsten keinesfalls zurückhaltende Vorschoter aus Eckernförde. "Alles lief rund."

Entscheidend für die Titelverteidigung war nach einhelliger Meinung beider, eine konstante Serie durch Fehlerminimierung und hohe Geschwindigkeit auf den Vorwindkursen. "Da waren wir rasend schnell und haben viele Plätze gutgemacht", freute sich die 27-jährige Jurastudentin aus Kiel.

Nur auf Rang fünf folgten die Weltmeister Jan Saugmann (Dänemark)/ Martin Görge (Kiel). Die mehrfachen Weltmeister und 20-fachen Kieler Woche-Sieger Wolfgang Hunger/Julien Klein (Strande/München) hatten nicht gemeldet.Alle Ergebnisse: www.fsc.de

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