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Fussball : Kropp mit dem Glück des Tüchtigen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

2:1-Erfolg gegen den Preetzer TSV / Henke-Elfmeter in der Nachspielzeit entscheidet die Partie / Asmussen lobt Engagement seiner Mannschaft

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 11:31 Uhr

Nicht immer lohnt es sich, bei einem Fußballspiel bis zum Schluss zu bleiben - diesmal schon. Auch für die Zuschauer, die sich auf der Tribüne im Kopper Stadion bereits aus den Plastiksitzen erhoben hatten, um zu gehen. 1:1 stand es in der SH-Liga-Partie zwischen dem TSV Kropp und dem Preetzer TSV, als Schiedsrichter Andre Röpke in der Nachspielzeit auf den Elfmeterpunkt zeigte und Lukas Henke wenig später zum viel umjubelten 2:1 verwandelte. Drei glücklich eingefahrene Punkte für eine engagierte Leistung der Kropper gegen einen spielstarken Gegner, für den im Grunde genommen mehr möglich gewesen wäre, der sich aber selbst ein Bein stellte. Entsprechend aufgebracht war der Preetzer Trainer, obwohl er seinen Spielern im Mannschaftskreis empfahl, jetzt erst einmal die Emotionen runter zu fahren. „Wir haben 80 bis 90 Prozent Spielanteile, sind spielerisch klar besser, aber wir stellen uns einfach zu dämlich an. Die Kropper wissen doch gar nicht, warum sie gewonnen haben“, meinte Danilo Blank.

Dirk Asmussen, den nach dem verpatzten Saisonstart andere Sorgen als sein Gegenüber plagten, genoss indes die Glückwünsche zum Sieg. „Wir haben uns den Erfolg gegen einen spielstarken Gegner mit viel Engagement erarbeitet. So wie das Spiel gelaufen ist, wären wir auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen“, sagte der Trainer.

Der TSV Kropp befand sich nach vier Punkten aus sechs Spielen in einer „Situation, in der uns nicht viel gelungen ist.“ Das war auch in der Partie gegen Preetz so. Lange nicht alles passte, nicht jeder Pass kam an, spielerisch war es keine Augenweide, der lange Ball wurde bevorzugt. Aber darauf kam es nicht an. „Die Mannschaft zeigte wieder eine ganz andere Körpersprache, die Bereitschaft Gras zu fressen und Gas zu geben, war bei allen da“, lobte Asmussen den Einsatz seines Teams. „Ein Sieg, der Sicherheit und Selbstvertrauen gibt.“

Die 90 Minuten einer durchschnittlichen Partie sind schnell beschrieben. Mahir Alias öffnete in der 8. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel eine Reihe kleinerer Möglichkeiten für den Gastgeber, Preetz machte mit dem flinken Viktor Dragusha über links Dampf. Kropps Keeper Reinhold, der nach fünf Spielen Zwangspause wieder zwischen den Pfosten stand, vereitelte nach 20 Minuten gegen Torven Ziehmer eine hundertprozentige Chance der Preetzer. Größter Aufreger war nach einer halben Stunde ein heftiges Wortgefecht aus den Coachingzonen heraus zwischen Asmussen und Blank nach einer fragwürdigen Freistoßentscheidung für Preetz. Der verbalen Auseinandersetzung auf der Aschenbahn folgte drei Minute später eine fußballerische Glanzleistung auf dem Rasen. Nach weiter Linksflanke von Kapitän Finn Matthes knallte der sträflich frei gelassene Yannik Sievers mit einem herrlichen Seitfallzieher den Ball unhaltbar für Keeper Weidner zum 1:0 in die Maschen. Beinahe im Gegenzug verhinderte Reinhold mit seiner zweiten Glanztat gegen den Preetzer Goalgetter Florian Stahl den Ausgleich. Bis auf die beiden Hochkaräter und den späteren Gegentreffer ließ die Kropper Innenverteidigung mit Lukas Henke und Neuzugang Kim Bornholdt nur wenige Möglichkeiten zu. Als einzige Spitze hatte mit Mirco Mrosek ein weiterer Neuzugang (vom TuS Jevenstedt) den Vorzug vor Finn Langkowski erhalten. Gleich nach dem Wechsel eröffnete Lukas Henke mit einem Pfund aus 25 Metern den zweiten Durchgang, in dessen Verlauf der TSV Kropp die Offensive immer mehr einstellte. Einzig Mittelstürmer Mrosek tobte noch in der Hälfte der Preetzer jedem langen Ball – allerdings glücklos – hinterher. In der 70. Minute kam Langkowski für ihn. „Völlig ausgelaugt. Da ging gar nichts mehr“, meinte der Neu-Kropper beim „Pommes fassen“ nach der Partie. „Ich brauche jetzt was in den Magen.“

Noch genug Luft in der Endphase hatte Flügelflitzer Dragusha, der wieder über links die gesamte Kropper Abwehr überlief, sein Schuss aber strich über das Tor. Preetz wollte jetzt den Ausgleich und Preetz bekam ihn. Nach einem Freistoß aus halblinker Position landete die zu kurz geratene Abwehr bei Kapitän Torven Ziehmer, dessen Kopfball sich als Bogenlampe über Keeper Reinhold ins linke Toreck zum 1:1 (78.) senkte. Dann zeigte Schiedsrichter Röpke noch zwei Minuten Spielzeit an. Alle hatten sich auf das Unentschieden eingestellt. Die allerletzte Aktion war ein Kropper Freistoß. Matthes zirkelte das Leder aus gut 20 Metern mit links in den Strafraum. Der Ball flog über Freund und Feind hinweg und wurde schließlich von Mittelstürmer Stahl mit der Hand an den Pfosten gelenkt. „Wir sind einfach nicht clever genug. Allein schon das Foulspiel, das zum Freistoß führte, darf nicht passieren“, kommentierte Kapitän Ziehmer die Szene. Preetz monierte zwar ein Foul an Keeper Weidner, aber der Schiedsrichter gab Strafstoß und Rot für den Handspieler. Dann lief Henke an und traf. Und die Zuschauer, die eigentlich schon gegangen sein wollten, durften ein zweites Mal aufstehen.

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