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Schlei-Segel-Club in der 2. Bundesliga : „Ganz gesittet gefreut“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Geschafft: Die Crew des Schlei-Segel-Club (SSC) um die Familie Willim hat sich bei den Ausscheidungsrennen vor Glücksburg als Vierte der Gesamtwertung für die 2. Segel-Bundesliga qualifiziert.

Sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte Claus-Otto Hansen bei der Siegerehrung in der Bootshalle der Hanseatischen Yachschule in Glücksburg nicht. Eine kleine Champagner-Dusche bekam der Wettfahrtleiter nach drei Tagen Qualifikation zur 2. Segel-Bundesliga dann doch von den fröhlich Feiernden ab. Beste Stimmung bei den Seglern und viel Lob für die gute Organisation durch die Hanseatische Yachtschule und ihren Leiter Jochen Kopf an Land und den Flensburger Segel-Club (FSC) mit seinem Regattateam auf der Förde. Am Tag danach war bei Hansen auch das leichte Taubheitsgefühl in den Ohren gewichen, schließlich musste er gut über 300 Tut-Signale auf dem Startschiff „Alpha Tauri“ ertragen.

Sechs aus 59 war die Zahl zum Abschluss der Regatten auf der Förde – eine starke Selektion. Qualifiziert sind: Der Schaumburg-Lippischer Seglerverein, der Duisburger Yacht-Club, der Segel-Club Ville, der Schlei-Segel-Club, die Seglergemeinschaft Lohheider See und die Seglervereinigung 1903 Berlin, die in der kommenden Saison mit den zwölf anderen Liga-Vertretern um Punkte und Platzierungen kämpfen werden. Erstmals dabei ist der Schlei-Segel-Club aus Schleswig (wir berichteten). In einem spannenden Finalrennen holte sich das Familienteam Willim ergänzt durch Vorschoter Henning Sohn trotz eines Frühstarts den insgesamt fünften 1. Platz in der Serie von elf Rennen. 23 Punkte bedeuteten Rang vier in der Gesamtwertung. Der Frühstart hatte das Team um Steuermann Andreas Willim und Ehefrau Suzanne nebst Sohn Nik nicht aus der Bahn geworfen. „Bei sechs Booten war das nicht so dramatisch“, meinte der mehrfache, ehemalige Matchrace-Meister. „Wir haben schnell wieder ins Rennen gefunden.“ So gut und so fix, dass am Ende die B/One mit der grünen Kennung und der Nummer 14 als Erste über die Ziellinie segelte. Ob das für die Qualifikation reichen würde, war der Crew nicht klar. „Das wussten wir nach dem Zieldurchgang nicht. Den Überblick hatten wir zu dem Zeitpunkt nicht“, erklärte Andreas Willim. Als die Crew dann am Steg mit Glückwünschen empfangen wurde, waren „alle Klarheiten beseitigt“ und die Freude um so größer. „Für uns ist es besonders schön, dass wir als kleiner Club in der Bundesliga mitmischen“, sagte der 48-jährige Willim, der jetzt vor der Aufgabe steht, „interessierte Vereins-Mitglieder für die kommende Saison einzubinden“. „Es hat aber schon im Vorwege unserer Anmeldung Gespräche mit Mitgliedern geben, die durchaus Interesse haben.“

Der Erfolg des Quartetts kommt nicht von ungefähr. An der Pinne haben sich die Eheleute Willim je nach Windstärke oder Kurs abgewechselt. Das Bundesliga-Format lässt das zu. Suzanne Willim ist ebenfalls mit allen Wassern gewaschen und hat als Steuerfrau der ehemaligen Frauencrew der „Trost“ und „Kempt“ (Benneteau 25/Plau25) die Männer auf der Regattabahn das Fürchten gelehrt. Als neudeutsch „Quick-Learner“ bezeichnet Vater Willim seinen Sohn Nik, der als erfolgreicher Laser-Segler mit der Genua-Schot sonst nichts zu tun hat. „Das hat er richtig gut gemacht.“ Vorschiff-Mann Henning Sohn gehörte zum deutschen America’s-Cup-Projekt „United Internet Team Germany“ und auch zur Match-Crew von Andreas Willim. Beide starteten bereits in der 2. Liga für die „Entdecker und Seefahrer Fördervereinigung “ (EnSfr) erfolgreich.

Die Zweitliga-Qualifikation für den Schlei-Segel-Club war mit dieser Crew trotz kleinerer Rückschläge in der Serie keine Überraschung. Von Sektduschen hält das Team aber nichts. Andreas Willim: „Wir haben uns ganz gesittet gefreut.“

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erstellt am 13.Okt.2015 | 07:30 Uhr

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