Sportler des Jahres : Ein Teamplayer mit Kampfgeist

Fußballer mit Technik und Kampfgeist: Christian Hoffmann-Timm.
Fußballer mit Technik und Kampfgeist: Christian Hoffmann-Timm.

Fußballer und Feuerwehrmann Christian Hoffmann-Timm mag die Atmosphäre beim FC Angeln und seinen Job in Flensburg

shz.de von
05. Januar 2015, 13:03 Uhr

Die ersten Gratulationen kamen per sms oder über facebook. Einer der ersten Anrufer nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Sportlerwahl war sein ehemaliger Trainer Detlev Hinrichs. „Er wollte mir persönlich gratulieren. Eine sehr schöne Geste“, freute sich Christian Hoffmann-Timm über die Wertschätzung. Der Kapitän des Verbandsliga-Meisters und SH-Liga-Aufsteigers FC Angeln 02 hatte sich in einer denkbar knappen Entscheidung bei der Wahl zum Sportler des Jahres gegen den zweimaligen Sieger Lars Hansen (Paratriathlon) durchgesetzt – für den 29-Jährigen selbst unerwartet. „Ich hatte die Wahl irgendwie gar nicht mehr auf der Rechnung. Schließlich hat Lars Hansen doch viel vorzuweisen“, war Hoffmann-Timm ziemlich überrascht, als er die Mitteilung aus der Redaktion erhielt.

Der gebürtige Kappelner hatte in der Jugend beim FC Böel-Mohrkirch-Thumby gekickt und in der B-Jugend eineinhalb Jahre bei DGF Flensburg in der Regionalliga gespielt. „Mir wurde der Aufwand zu viel. Außerdem ist Fußball in der Stadt etwas anderes als auf dem Land“, beschreibt Hoffmann-Timm die Gründe für die Rückkehr zum FC Angeln. „Ich mag die Atmosphäre beim Dorfverein, wo man hinterher noch zusammensitzt und auch außerhalb des Fußballs etwas unternimmt.“

Und so führte der Kapitän den FC Angeln in den vergangenen Jahren durch alle Höhen und Tiefen und feierte unter Hinrichs nach einer „unglaublichen Saison“ mit der Verbandsliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die SH-Liga den größten Erfolg überhaupt. Und der Fußball-Gott führte dabei Regie: Torschütze beim 1:0-Sieg im letzten und entscheidenden Saisonspiel bei BW Löwenstedt war ausgerechnet Christian Hoffmann-Timm, der – wie es sein damaliger Mannschaftskollege Jonas Burau bei der Meisterfeier ausdrückte – „nicht gerade als Torschütze vom Dienst aufgefallen war“.

Für die Tore waren ohnehin andere zuständig. „Hoffmann-Timm ist mit seiner Einstellung ein Vorbild für alle. Der ist mit Leib und Seele für die Mannschaft und den Verein da. Ich konnte mich immer hundert Prozent auf ihn verlassen“, sagt Detlev Hinrichs über seinen Kapitän, mit dem er in den vergangenen drei Jahren in Steinfeld die Meistermannschaft aufgebaut hatte. Die Wahl zum Sportler des Jahres sieht der 29-Jährige indes als Auszeichnung für die ganze Mannschaft. „Der Preis gebührt allen, die diesen tollen Erfolg ermöglicht haben“, sagt der Mittelfeldspieler und Team-Player, der der kommenden Ehrung „ein wenig aufgeregt“ entgegensieht. „Das ist keine Selbstverständlichkeit vor einer so großen Kulisse.“

Sportlich wie beruflich muss der hauptamtliche Feuerwehrmann derzeit allerdings zurückstecken. Nach einer Schulter-Operation trägt Hoffmann-Timm den linkem Arm noch in einer Schlinge. Zur Flensburger Feuerwehr ist der ehemalige Motorola-Angestellte (Elektroniker für Geräte und Systeme) über Umwege gekommen. „Als bei Motorola Schluss war, habe ich mich beworben. 120 Leute waren eingeladen, fünf wurden genommen“, erzählt Hoffmann-Timm. Fünf Jahre ist das her, seit drei Jahren arbeitet er als Feuerwehrmann und Rettungsassistent. „Im Nachhinein konnte mir nichts Besseres passieren. Mit den Kollegen bringt es viel Spaß. Und wer hat schon die Möglichkeit, im Job sechs Mal in der Woche Sport zu machen“, sagt Hoffmann-Timm. „Da kann ich alt mit werden.“

Und auch deshalb versucht der Fußballer und Feuerwehrmann schnell wieder fit zu werden, um vielleicht im März wieder Kicken zu können. Aufholjagd heißt das Motto beim Tabellenletzten. „Es ist zwar schwer, die Punkte aufzuholen, aber wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen. Wir werden sehen, was sich ergibt,“ sagt der Preisträger gewohnt kämpferisch.

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