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Zwei Siege reichen für die Bundesliga : Die „Unabsteigbaren“ feiern wieder

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Es ist vollbracht, sie bleiben drin: Nach turbulenter Saison gelingt den Fahrdorfer Sportschützen im Schlussspurt mit zwei Siegen der Klassenerhalt in der Luftpistole-Bundesliga.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 07:00 Uhr

Am Ende waren die Fäuste geballt, die Daumen nach oben gereckt – die Fahrdorfer Sportschützen feiern im 14. Jahr nacheinander den Klassenerhalt. Mit einem spannenden Schlussspurt und zwei Siegen gegen die Schützengesellschaft Wechmar (3:2) und Freischütz Wathlingen (4:1) belegt das Pistolenteam um Trainer Karl-Heinz Wolff einen hervorragenden 8.Platz in der stärksten Luftpistolenliga der Welt.

„Hätte man mir vor der Saison den 8.Platz angeboten, ich wäre damit losgelaufen“, kommentierte Wolff den schließlich doch noch versöhnlichen Abschluss einer Saison mit Höhen und Tiefen.Überzeugend war die Leistung über die Serie gesehen allerdings nicht. „Die Durchschnittstreffer-Bilanz ist nicht prickelnd“, räumte Wolff selbstkritisch ein. „Wir haben von unserer Wettkampf-Erfahrung und der Aufstockung der Liga profitiert. Die neuen Mannschaften waren noch nicht in der Lage, sich entsprechend zu verstärken.“

Perfekte Organisation und eine gute Zuschauerresonanz sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre in der Schwarzbachhalle in Kriftel am Taunus. Schon nach dem ersten Match mit dem 1821:1810-Sieg gegen die Schützengesellschaft war der Klassenerhalt perfekt. „Die große Last war von den Schultern aller gefallen“, meinte Wolff zu einer allerdings „verkorksten und verkrampften“ Vorstellung. Den mitgereisten Fahrdorfer Anhängern wurde bis zum Schluss spannender Schießsport geboten. Hochklassige Einzelergebnisse sprangen bei keinem der Kontrahenten heraus.

Das beste Ergebnis erzielte in diesem Match der Wechmarer Christoph Herzer, der gegen Steffen Schröder mit 374:369 siegte. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Stefan Vollertsen ausgerechnet in seinem allerletzten Bundesligamatch. Der Fahrdorfer hatte bereits vor seiner Abreise den geplanten Rückzug von der Bundesliga-Bühne angekündigt. Vollertsen der auf vierzehn Jahre Bundesliga mit über hundert Einsätzen für Fahrdorf zurückblicken kann, hätte sich sicherlich einen besseren Abgang vorstellen können als eine 359:358-Niederlage gegen eine ebenfalls schwach agierende Rita Klemm auf Wechmarer Seite. Die Siegpunkte zum Klassenerhalt holten Gagik Sahakian, Jonas Hansen und Michael Bäcker.

Die letzte Begegnung gegen Wathlingen sollte eigentlich völlig losgelöst von allem Druck über die Bühne gehen, aber die Mannschaft hatte am Abend zuvor auf das Feiern verzichtet und wollte unbedingt noch zwei Plätze gut machen. „Das war dann doch nicht ganz so locker,“ hatte der Trainer ausgemacht. Mit Ernsthaftigkeit und einer Leistungssteigerung gegenüber dem ersten Match gelang ein deutliches 4:1 gegen die Niedersachsen, lediglich bei Gagik Sahakian war die Luft vollends raus.

Jetzt steht den Fahrdorfern die 15. Saison in der Bundesliga bevor – mit einer Mannschaft mit anderem Gesicht. Der Schwede Johan Ahlbäck hatte sich bereits nach dem Auftaktmatch wieder aus dem Staub gemacht, Vollertsen zieht sich zurück. „Ich werde meine Kontakte spielen lassen, um zwei neue Schützen zu präsentieren“, sagte Wolff. Möglicherweise hat der Coach die schon beim traditionellen Mannschafts-Sommerfest parat.

Der Trainer und Vorsitzende der Sportschützen Fahrdorf bedankte sich auch bei den Fans und den zahlreichen Zuschauern für die große Unterstützung. Sein Dank ging auch an die Sponsoren und Spender. „Allein 5000 Euro kamen an Spenden für die Saison zusammen“, erklärte Wolff nicht ohne völlig uneigennützig darauf hinzuweisen, dass für eine weitere Bundesliga-Saison der nördlichsten Pistolen-Mannschaft noch 4000 Euro fehlen.

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