Strandsegeln : „Das ist Adrenalin pur“

Beim Strandsegeln geht schon mal etwas zu Bruch, so wie hier das linke Rad am mittleren Rennwagen.
Beim Strandsegeln geht schon mal etwas zu Bruch, so wie hier das linke Rad am mittleren Rennwagen.

Weltmeisterschaften in fünf Klassen starten am Sonnabend in St. Peter-Ording. Schleswiger Sven Kraja Medaillenhoffnung

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26. September 2018, 15:44 Uhr

Mit 120 Stundenkilometern über den Strand düsen – das kann nicht jeder. Ab kommenden Sonnabend werden 155 Piloten dies sechs Tage lang auf der Zwölf-Kilometer-Sandbank von St. Peter-Ording bei den Weltmeisterschaften im Strandsegeln unter Beweis stellen. In insgesamt fünf Klassen – K2, K3, K5, Miniyachten und Standards – treten Fahrer aus 14 Nationen gegeneinander an, um die Besten auszumachen.

Der letzte große Wettkampf, den die nordfriesische Gemeinde in dieser Sportart veranstaltet hat, war die Europameisterschaft vor fünf Jahren. „Wir können der Szene endlich etwas zurückgeben“, sagt Sven Kraja (Foto re.), eine der deutschen Medaillenhoffnungen. „Außerdem macht solch eine Ausrichtung, trotz all der Arbeit, immer viel Spaß.“ Normalerweise muss der Schleswiger immer ins Ausland reisen, um an großen Regatten teilzunehmen. Kraja ist nicht nur amtierender Europameister, sondern auch ehemaliger Weltmeister in der Klasse Miniyachten. Und das als erster und bisher einziger Deutscher. Bei der WM in St. Peter-Ording geht Kraja aber in der Klasse 5 an den Start, in der Rennwagen, Segel und Räder komplett in Eigenarbeit angefertigt werden. „Die Franzosen sind in dieser Klasse das Maß aller Dinge. Ich bin froh, wenn ich gelegentlich auf dem Treppchen lande“, gibt sich Kraja bescheiden auf die Frage nach seinen Siegchancen bei der WM. Ob der Austragungsort eventuell ein Heimvorteil sein könnte? „Der Strand ändert sich von Tag zu Tag. Jeder Teilnehmer muss sich vor dem Start die Strecke anschauen und sich Kanten und Löcher merken. Da haben wir Deutschen keinen Vorteil“, sagt Kraja. Der selbstständige Segelmacher (Frog Sails) hat mit 70 anderen ehrenamtlichen Helfern alles für das große Turnier vorbereitet. Besonders der Papierkram habe enorm viel Zeit in Anspruch genommen. „Wir brauchen unter anderem Genehmigungen für Drohnenaufnahmen, die wir frei zur Verfügung stellen wollen. Das ist alles etwas komplizierter“, stellt Kraja fest. Ebenso soll in den sozialen Netzwerken täglich von den drei Kursen berichtet werden. „Bei der EM 2013 haben wir festgestellt, dass Fotos und Videos vom Strandsegeln für viel Aufmerksamkeit sorgen.“ Der Schleswiger erklärt die Faszination seines Sports: „Zunächst ist es eigentlich super schnell zu erlernen. Du setzt dich rein und es geht quasi schon los. Wenn du dann in höchster Geschwindigkeit lenken und wenden musst, ist das Adrenalin pur.“

Die Eröffnung findet am Sonnabend im Dünenhaus und auf der Promenade der Badestelle statt. Mit den Rennen geht es am Sonntag um 9 Uhr los. Im Anschluss des Renntages werden an jedem Abend Tagespreise verliehen, bis zur finalen Siegerehrung.

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