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TSV Kropp im Landespokal : Traum von einer neuer Sensation

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

TSV Kropp hofft im Halbfinale des Landespokals gegen den Drittligisten Holstein Kiel auf eine Überraschung. Im vergangenen Wettbewerb gelang den Kroppern ein 4:2-Sieg nach Elfmeterschießen.

Drei Minuten vor Ende der Verlängerung beschlich Dirk Asmussen das Gefühl, hier geht heute was. Der Trainer des TSV Kropp hatte seine Gedanken in die richtige Bahn gelenkt. Seine Mannschaft gewann im August vergangenen Jahres an einem perfekten Fußballabend sensationell das Halbfinale gegen Holstein Kiel. 4:2 hieß es nach Elfmeterschießen, an das sich besonders die Kieler Tim Siedschlag, Marc Heider und Marcel Schied erinnern werden. Alle drei versemmelten ihre Strafstöße und ließen den Holstein-Traum vom Pokalfinale platzen.

Noch einmal wird den „Störchen“ so eine Schmach nicht passieren, sollte man meinen. Die Revanche aus Kieler Sicht steigt heute (14 Uhr) im Kropper Stadion an der Norderstraße. „Nein, nein“, winkt Asmussen ab. „Eine Extraportion Motivation wegen des Elfmeterschießens brauchen die Kieler bestimmt nicht. Das sind Profis. Die werden ohne Kompromisse versuchen, die zwei Klassen niedrigere Mannschaft wegzuhauen“, sagt Asmussen, ergänzt aber: „Der Siedschlag ist ja Kumpel meiner halben Mannschaft. Der musste sich seinerzeit auf den Partys schon einiges anhören. Das braucht er sicher nicht noch einmal.“

Noch einmal das Gefühl spüren, hier könnte was gehen, dem würde Asmussen sich sicherlich nicht widersetzen. Davor stehen aber mit dem Drittligisten aus der Landeshauptstadt eine vermutlich hochkonzentrierte Profimannschaft und möglicherweise 90 oder 120 Minuten „Pokalkampf auf Biegen und Brechen“. Erschwerend für Kropp: nach den jüngsten desolaten Auftritten in der SH-Liga kann das Team nicht von Erfolgserlebnissen zehren.

Und Erfolgserlebnisse braucht eine Mannschaft, um laut Asmussen „die Sinnhaftigkeit deines Tuns zu erkennen“. Ein solches Erlebnis könnte der Pokal bringen. Immerhin ist Kropp der einzige SH-Ligist – außer Lübeck und Kiel – der in den vergangenen drei Wettbewerben immer bis ins Halbfinale vorgedrungen ist. „Wir sind eine Pokalmannschaft. Solche Spiele sind für uns Highlights. Wir freuen uns auf die Partie“, zählt Asmussen auf. Der Kropper Trainer ist aber bei aller Vorfreude Fußball-Realist. Mehrere Faktoren müssen zusammenkommen, damit der haushohe Favorit zum zweiten Mal im Pokal mit hängenden Köpfen das Kropper Stadion verlässt. Asmussen hebt drei Finger in die Luft „Wir müssen einen super Tag haben, der Gegner muss einen schwarzen Tag erwischen, das Glück muss auf unserer Seite sein“ – das sind die Vorgaben für eine Pokalsensation.

Na ja, und dann kommen noch Leidenschaft und Kampfgeist, vielleicht auch noch Leichtigkeit und Cleverness dazu. Intensive Vorbereitung kann auch nicht schaden. Deshalb wurde gestern eine zusätzliche vierte Trainingseinheit in dieser Woche absolviert. „Einfach als Einstimmung auf das Spiel. Die kommt direkt vor der Partie bei einer größeren Kulisse meist zu kurz. Und dann trainieren wir bestimmte Spielsituationen“, erzählt Asmussen.

Vielleicht haut ja ein Kropper Kicker einen Freistoß aus 20 Metern mit einem Sonntagsschuss in die Maschen, vielleicht geht ein Eckball an Freund und Feind vorbei ins Tor. Aber dafür muss Kropp schon mal in der Nähe des gegnerischen Strafraums auftauchen. Vielleicht ist zur Pause aber für die Kieler schon alles gelaufen.

Vieles ist möglich. „Jetzt haben wir Pokal“, sagt Asmussen.

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erstellt am 12.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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