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Fussball : Sven Scherner sucht seinen Nachfolger

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Trainer des Verbandsligisten TSV Friedrichsberg-Busdorf wird zum Saisonende Liga-Manager. Noch kein neuer Coach im Gespräch.

Auf dem Fußball-Platz des VfR Schleswig, ganz allein weit hinter dem Tor, macht sich Sven Scherner mit dem Block auf dem Oberschenkel Notizen. Das war am 4. April 2009, ein Sonnabend. Der Tabellenletzte VfR Schleswig – nächster Gegner bei Scherners Debüt als Trainer des TSV Friedrichsberg-Busdorf – verlor mit 1:2 gegen den Marner TV. Vier Tage später saß Scherner als Coach auf der Bank und unterlag mit seinem Team gegen eben jenen VfR mit 1:4. Was später folgte, war der Abstieg in die Kreisliga, über die Relegation der sofortige Wiederaufstieg und in den folgenden Jahren die Entwicklung der Mannschaft zu einer festen Größe der Verbandsliga. Im Sommer wird Scherner als Trainer beim TSV Friedrichsberg-Busdorf aufhören, bleibt der Mannschaft aber als Liga-Manager erhalten. Bis dahin machen sich die Verantwortlichen auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger und sondieren mögliche Bewerbungen. Und Scherner ist bei der Suche dabei.

„Fünf Spielzeiten sind nicht ganz ohne“, sagt Scherner rückblickend. „Das ist doch schon eine lange Zeit. Ich hab mich gefragt, wie können wir weiterkommen ?“ Im Gegensatz zu Alt-Kanzler Helmut Schmidt, der Menschen mit Visionen den Gang zum Arzt rät, sieht Scherner Visionen eher als „Antrieb, um loszulegen.“ Deshalb sei es an der Zeit, neue Impulse zu setzen. „Das ist genau der richtige Zeitpunkt, einen neuen Trainer ins Boot zu holen“, sagt der 46-Jährige, der seine Mannschaft kürzlich über den Schritt informiert und durchaus „eine positive Reaktion“ erfahren hat. „Dass ich als Liga-Manager der Mannschaft verbunden bleibe, darüber waren alle recht froh“, erzählt der Coach. Einschließlich Scherner selbst: „Ich hänge an der Mannschaft.“

Der ehemalige Kicker des VfB Kiel, des Heider SV, des Itzehoer SV und des damaligen Oberligisten TSV Altenholz hatte die Schleswiger Mannschaft vom Trainer-Duo Helmut Schimmer und Ulf Clasen übernommen, die gemeinsam mit dem damaligen Ligaobmann Helmut Burmeister wegen akuter Abstiegsgefahr und vor allem wegen unschöner Querelen im Umfeld der Mannschaft zurückgetreten waren. Den Abstieg konnte das neue Team Sven Scherner und Co-Trainer Andre Mahrt nicht verhindern.

Mittlerweile hat sich das Team im oberen Drittel der Tabelle etabliert und sogar eine in der Schleswiger Fußball-Szene von vielen belächelte Scherner-Vision – bester Verein in der Schleistadt – erfolgreich umgesetzt. Der TSV Friedrichsberg-Busdorf ist derzeit in Schleswig die Nummer eins. Das ist auch der Vereinsvorsitzenden nicht entgangen, „Sven Scherner ist ein Trainer mit Zielen, die er entsprechend verfolgt. Mit Stolz kann er sagen, dass dieses Ziel im Moment erreicht ist“, freut sich Birgit Berwald. Und das nicht nur in der Verbandsliga, auch in der Halle spielt Friedrichsberg den derzeit den erfolgreicheren Fußball. Drei inoffizielle Stadtmeisterschaften in der Ära Scherner sind sicherlich vor allem den Schwarz-Weißen vom Schützenredder ein Ärgernis.

Gleichzeitig mit Sven Scherner gibt auch Co-Trainer Michael Schröder zum Saisonende sein Amt auf. Schröder ist beruflich sehr eingespannt und wird im Herbst auf einen dreimonatigen Lehrgang nach Süddeutschland gehen. „Schade, ich hätte ihn sehr gerne dabei gehabt“, sagt Scherner schon jetzt in der zukünftigen Funktion des Liga-Managers. Deshalb steht für ihn auch außer Frage: „Bei der Entscheidung der Trainerfrage möchte ich meine Vorstellungen einbringen und beratend dabei sein.“

In Sachen Nachfolge sind noch keine Namen im Gespräch. „Bei der Trainerwahl sind wir völlig offen. Wir hoffen, dass der eine oder andere Interesse hat, mit einer jungen, talentierten Mannschaft zu arbeiten. Das muss nicht unbedingt jemand aus dem Schleswiger Umfeld sein“, sagt Scherner schon ganz Manager und legt Wert auf die Feststellung: „Derjenige kann auch gerne aus der erweiterten Region kommen.“

Auf jeden Fall wird der zukünftige Friedrichsberger Coach eine gewachsene, eingespielte Mannschaft vorfinden. „Alle Spieler haben trotz einiger Abwerbeversuche für die kommende Saison ihre Zusage gegeben. Das ist mir als erster Schritt ganz wichtig“, sagt Scherner. Hinter drei Akteuren steht noch ein Fragezeichen, deren künftiger Studienort ist noch unbekannt.

Der Job als Manager einer Fußballmannschaft ist für Scherner kein Neuland. Schon beim TSV Altenholz war der 46-Jährige nach seiner Co-Trainer und halbjährigen Trainertätigkeit in den organisatorischen Bereich gewechselt. Beim TSV Friedrichsberg möchte er versuchen, mehr übergreifende Strukturen in der Fußball-Abteilung aufzubauen. „Ich möchte die Kommunikation untereinander verbessern und leistungsorientierter arbeiten“, sagt der Noch-Trainer und zukünftige Manager. Die Unterstützung vom Vorstand hat er auf jeden Fall. „Wer ihn kennt, weiß, dass er sich auch hier Ziele setzt, um die Entwicklung des Ligafußballs voranzutreiben. Der Vorstand ist von seinem Konzept überzeugt und freut sich, dass Sven Scherner weiter dem Verein verbunden bleibt,“ erklärt die Vorsitzende.

Eine Scherner-Vision zum Abschluss: Das Stadion auf der Anlage am Öhr ausbauen und rundherum mit Werbebanden versehen – Interessenten sind auch hier erwünscht.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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