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Segeln : Flautenschieben mit viel Gewicht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Frauencrew des Schlei-Segel-Clubs auf dem Bodensee vor einer schweren Aufgabe. Nach zwei Zweitliga-Events auf dem ersten Relegationsplatz .

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2016 | 07:48 Uhr

Platz 14 von 18 Vereinen beim Event der 2. Segel-Bundesliga vor Konstanz auf dem Bodensee für den Schlei Segel Club (SSC) – gut oder schlecht  ? Es gibt immer mehrere Betrachtungsweisen: Nik Willim sagt zum Abschneiden seiner Mutter und ihrer Frauencrew ganz trocken: „Die sind ja auch nicht hingefahren, um zu gewinnen.“ Und Steuerfrau Suzanne Willim selbst stuft die Platzierung unter den gegebenen Umständen als „ganz ordentlich“ ein. „Ganz ehrlich. Im Vorwege haben wir gedacht, hoffentlich werden wir nicht Letzte.“

Sind sie nicht – die fünf Frauen, die sich noch aus Zeiten der ehemaligen Crew der „Trost“ und „Kempt“ (Benneteau 25/Platu 25) kennen. Neben Suzanne Willim sind das Christina Bärwald (Taktik), Katharina Arendt (Gennaker), Eva Heimes (Gennaker) und Charlotte Jäkel (Großsegel). Fünf Aktive auf einem Boot, laut Reglement bei Frauen- und Jugendcrews erlaubt, das kann aber auch zum Problem werden. „Wir waren viel zu schwer“, sagt die Steuerfrau. Nicht im Einzelgewicht, sondern in der Summe. Was bei viel Wind durchaus von Vorteil sein kann, war bei den Leichtwind-Bedingungen auf dem Bodensee ein Nachteil.

Und dann war da auch das Pech im achten Rennen mit fünf weiteren Booten im „Flautenloch zu versauern“ und das Zeitlimit nicht zu schaffen. Der Durchhänger mit dem letzten Platz im letzten Rennen war einem schlechten Start geschuldet. „Das war wohl nicht so schlau von uns“, kommentierte Willim die falsche Taktik. Dennoch lieferte das Team mit zunehmender Gewöhnung an die J 70-Boote mit zweiten und dritten Plätzen durchaus gute Rennen ab. Das mangelnde Training mit dem Material ist auch der ausschlaggebende Punkt für Willim, in dieser Beziehung etwas zu ändern. „Der Verein braucht ein Trainingsboot. Chartern ist viel zu teuer und immer schwer terminlich umzusetzen“, sagt Willim, die gerne auch andere Segler des Clubs aktivieren möchte. Deshalb das große Saisonziel: Auf jeden Fall die Klasse halten und an ein Boot kommen. „Das kriegen wir fürs nächste Jahr irgendwie hin.“

Der Kostenfaktor: Für eine neue J 70 komplett segelfertig, mit Trailer und mit allem Drum und Dran werden gut 53  000 bis 54  000 Euro aufgerufen. Ein gebrauchtes Bundesliga-Boot aus dem Vorjahr kommt komplett ausgestattet auf 42  000 Euro, so die Auskunft aus der Mittelmann’s Werft in Kappeln, die die alleinige Vertretung der J-Boote für Deutschland und Dänemark hat.

Das ist sicher nicht aus der Portokasse zu bezahlen, aber auf dem Niveau der 1. und 2. Bundesliga erforderlich. Als Gesamt-13. nach zwei Spieltagen belegt der SSC den ersten von sechs Relegationsplätzen. Zum Auftakt hatte Ehemann Andreas Willim mit seiner Crew auf dem Starnberger See Rang neun belegt. Suzanne Willim zieht schmunzelnd ihre Schlüsse daraus. „Mein Mann muss besser werden. Und wir müssen uns so halten.“

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