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FC Angeln 02 : Detlev Hinrichs geht, Henning Stüber soll folgen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Verbandsligist FC Angeln 02 geht mit neuem Coach in die kommende Saison. Nach über drei erfolgreichen Jahren hört Hinrichs auf.

„Mein Ehrgeiz ist geblieben, aber mein Ehrgeiz ist ein bisschen gesetzter geworden“. Das sagte Detlev Hinrichs, als er Anfang März 2011 die Mannschaft des FC Angeln 02 als Trainer übernahm. Sein gesetzter Ehrgeiz hat auf jeden Fall ausgereicht, um den FC auf den derzeitigen zweiten Platz der Fußball-Verbandsliga Nord-West zu führen. Die Aufgabe: Alles gewinnen bis zum Saisonende. Denn dann ist Schluss. Detlev Hinrichs wird im Sommer aufhören. „Ich bin seit 51 Jahren in Sachen Fußball als Spieler und als Trainer unterwegs. Das ist genug“, sagt der 60-Jährige, der bis zur höchsten schleswig-holsteinischen Liga alles erreicht hat.

Sein Nachfolger wird Henning Stüber (Foto) werden. Das bestätigte Angelns zweiter Vorsitzender Jörg Goos. „Henning Stüber hat sich im Jugendbereich verdient gemacht und ist bereit für die Aufgabe“, erklärt Goos. Der designierte Nachfolger von Hinrichs gab sich indes noch ein wenig bedeckt. „Es sind noch ein, zwei organisatorische Fragen zu klären“, sagt Stüber. „Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.“ Am 6. Februar findet noch ein Gespräch mit allen Beteiligten statt.

Die Mannschaft und der Verein waren vor geraumer Zeit über den Schritt von Hinrichs informiert worden. „Vor die Jungs zu treten, war nicht so prickelnd. Und ich muss gestehen, das tat schon reichlich weh“, beschreibt Hinrichs seine Gefühle. „Schließlich stehen wir nicht am Ende, sondern sind in einer gewissen Startposition auf dem Weg nach oben.“

Auch im Verein wird das Aufhören des Trainers mit Bedauern gesehen. Es hört sich nicht nach Floskel an, wenn Jörg Goos sagt: „Das ist ein herber Verlust. Wir sind hochzufrieden mit seiner Arbeit. Er hat mit seinem ihm eigenen Stil aus einer jungen, wilden Truppe ein erfolgreiches Team geformt. Er wird schwer zu ersetzen sein.“

Vielleicht wird auch Detlev Hinrichs etwas fehlen, wenn der Fußball nicht im Mittelpunkt steht. Dass es phasenweise geht, hat der leidenschaftliche Coach aber schon unter Beweis gestellt, als er sich nach der Trennung von Schleswig 06 Ende 2009 über ein Jahr kaum in der Szene hat blicken lassen. Dann gab er dem Werben des FC Angeln nach und fand einen „katastrophalen Haufen“ vor. Der Abstieg in die Kreisliga war nicht aufzuhalten. Aber mit neuen Spielern aus dem Nachwuchsbereich und dem Aussieben von unbequemen Typen – die Hinrichs in seiner Art auch unumwunden als Stinkstiefel bezeichnet – gelang über die Relegation der Wiederaufstieg in die Verbandsliga.

„Richtig los ging es aber erst in der vergangenen Saison“, kommentiert der Coach. Platz sechs im Sommer 2013 diente zum Reinschnuppern für die junge Mannschaft. Und wäre da nicht der verkorkste Saisonstart in die jetzige Serie mit drei deftigen Niederlagen gewesen, der FC hätte mit Sicherheit keine sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer ETSV Weiche II. „Die Vorbereitung im Sommer war schlecht, da wäre mir fast die Galle übergelaufen“, macht Hinrichs keinen Hehl aus seiner Kritik auch an organisatorischen Problemen.

Jetzt steht der FC Angeln 02 nach einer beeindruckenden Erfolgsserie auf dem Sprung in die SH-Liga. Und gerade darin liegt auch ein Grund für Hinrichs’ Entscheidung. „Wenn Verein und die Mannschaft mehr wollen, muss der Aufwand erhöht werden. Die Trainingsintensität muss erhöht, und es müssen vor allem bessere Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden“, zählt Hinrichs auf. Und deshalb hört er auf. „Für mehr Aufwand bin ich nicht mehr zu haben.“

Sein Job in der Klinik in Schleswig nehme ihn intensiv in Anspruch, die Familie würde noch mehr zu kurz kommen. „Und überhaupt. Man muss achtsamer mit sich selbst umgehen“, sagt der 60-Jährige. Da sind sie wieder, die 51 Jahre Fußball in allen Facetten.

Noch aber stehen dem Trainer vor dem möglicherweise nur zeitweiligen Fußball-Ruhestand (Hinrichs: „Man soll niemals nie sagen“) ein halbes Jahr Fußball-Verbandsliga bevor. Nach der Teilnahme an der Endrunde der Kreishallen-Meisterschaft am Freitag (18 Uhr) in der Fördehalle in Flensburg soll die Vorbereitung im Freien beginnen. Auf dem Platz in Mohrkirch, wo laut Hinrichs nicht gewalzt wird, wo in einer Ecke das Flutlicht nicht funktioniert, wo es keine vernünftigen Umkleidekabinen gibt und wo kein Raum zur Verfügung steht, in dem man sich zusammensetzen kann und über Dinge unterhält, die vielleicht sogar über den Fußball hinausgehen. „Und trotzdem haben wir es geschafft, ein Team zu formen. Eine Mannschaft, die zusammen passt, so wie sie ist“, lässt der Coach ein wenig Stolz über das Erreichte durchblicken.

Auch der zweite Vorsitzende weiß um die kaum tauglichen Bedingungen. „Wir sind auf dem flachen Land. Aber wir wollen uns in Richtung SH-Liga orientieren und haben auch die Trainingsbedingungen im Blick“, sagt Jörg Goos. „Es wird leichter für uns sein, bessere Bedingungen zu realisieren, als den Spielern Geld zu zahlen.“

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erstellt am 30.Jan.2014 | 10:39 Uhr

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