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Sportschiessen : Desaster am Schießstand: Ab jetzt zählt jeder Ring

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Abschluss in der Luftpistolen-Bundesliga: Die Fahrdorfer Sportschützen sind nach zwei deftigen Niederlagen nur durch Fremdhilfe auf einem Relegationssplatz.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:56 Uhr

Karl-Heinz Wolff lief übernervös vor der Woltwieschen Sporthalle in Lengede auf und ab. In der Halle hielt es der Trainer der Fahrdorfer Sportschützen nicht mehr aus. Dabei war sein Team gar nicht mehr am Spielgeschehen beteiligt, das hatte beide Partien im Abstiegskampf der Bundesliga-Luftpistole gegen die Braunschweiger SG (1:4) und die Sportschützen Hengsbach & Almer (1:4) sang-und klanglos vergeigt. Drinnen am Schießstand bemühte sich Gastgeber SB Broistedt in der allerletzten Partie gegen Hengsbach & Almer das Versprechen eines 5:0-Sieges im Sinne der Fahrdorfer in die Tat umzusetzen. Nur mit diesem Ergebnis hätte das Wolff-Team den direkten Abstieg vermieden und in der Relegation noch die Chance auf den Klassenerhalt. Dann wurde es lauter. Als Wolff wieder die Halle betrat, machte Broistedts Spitzenschütze Hans-Jörg Meyer mit seinen letzten Schüssen den 382:380-Sieg gegen Matthias Krombach und das 5:0 gegen Hengsbach & Almer perfekt. Riesenjubel beim Fahrdorfer Anhang, Trainer Wolff verdrückte sogar ein paar Tränchen. „Das hat mich emotional ganz schön mitgenommen“, meinte Wolff. „Für einen Trainer ist das eine bescheidene Situation. Als Sportsmann wünscht man keiner Mannschaft eine Niederlage. Aber jetzt bin ich froh, dass wir noch drin sind.“

Regelabsteiger ist nach dem letzten Vorrundenspieltag der besagte Aufsteiger Spsch. Hengsbach & Almer, nur um einen Einzelpunkt schlechter als die Fahrdorfer. Die haben jetzt die Chance , am 2. Februar bei der Relegation in Hannover, die Liga doch noch zu halten. Sieben Mannschaften (je zwei Teams aus den 2. Bundesligen Nord, West und Ost) kämpfen mit Fahrdorf um zwei Bundesligaplätze. Es werden zwei Wettkämpfe bestritten. Die beiden Mannschaften mit dem höchsten Gesamtergebnis steigen in die 1. Bundesliga auf. „Da kommt es dann auf jeden Ring an“, sagt Coach Wolff, der inständig darauf hofft, dass seine Nummer eins wieder dabei ist.

Topschützin Zorana Arunovic aus Serbien konnte zum Spieltag in Lengede nicht erscheinen. Da auch Henrik Droppelmann und der Schwede Alexander Pettersson abgesagt hatten, musste das Team auf zahlreichen Positionen umgestellt werden. „Das hat die Mannschaft völlig verunsichert“, erklärte Wolff das Desaster am Schießstand.

Trotz der Personalprobleme glaubten die meisten Experten in der Halle an einen Fahrdorfer Sieg, schließlich sollten die verbliebenen fünf Schützen erfahren genug sein, die junge Truppe des Tabellenletzten zu bezwingen. Doch das Team hielt dem Druck nicht stand. Nach dem 1:4 waren beide Mannschaften absolut punktgleich, Fahrdorf jedoch wegen des direkten Vergleichs auf dem letzten Tabellenplatz.

Im zweiten Match gegen Braunschweig reichte es auch nur zu einem Einzelpunkt, der am Ende aber noch Gold wert sein sollte. An Position fünf gab Matthias Hofmann seiner Braunschweiger Gegnerin Claudia Döring mit 363:354 das Nachsehen.

Dank der besagten Broistedter Fremdhilfe (Wolff: „Mit der Mannschaft verstehen wir uns sehr gut“) reichte es dann doch noch. „Wir waren am Ende einer verkorksten Saison die Glücklicheren und werden jetzt alles daran setzen, die anstehende Relegation mit einem guten Ende für uns zu überstehen“.

Hoffnung auf ein Mitwirken seiner Nummer eins bei der Relegation sieht Wollf darin, dass Arunovic an jenem Wochenende mit der serbischen Nationalmannschaft ein Trainingslager hat – und zwar in Hannover, auf eben diesem Schießstand. „Wir werden alles daran setzen, dass sie für uns startet“, sagt Wolff.

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