Handball-Oberliga HH/SH : TSV Ellerbek – das Ende eines Erfolgs-Duos

Oberliga-Chefcoach Tobias Skerka (links) wird künftig ohne Hans Riedel auskommen müssen.
Oberliga-Chefcoach Tobias Skerka (links) wird künftig ohne Hans Riedel auskommen müssen.

Hans Riedel löst seinen Vertrag beim TSV Ellerbek auf. Mit Folgen für zwei Männerteams des TSV.

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01. Februar 2018, 11:00 Uhr

Ellerbek | „Ich habe mir die Entwicklung der 2. Mannschaft anders vorgestellt“, sagte Peter Paulsen. Der Handballmanager des Leistungsbereichs im TSV Ellerbek entschied sich deshalb, den Landesliga-Kader in der nächsten Saison nicht mehr von Trainer Hans Riedel betreuen zu lassen. „Als mich Peter davon unterrichtete, habe ich ihn gebeten, meinen Vertrag sofort aufzulösen“, erläuterte Riedel seine spontane Reaktion. Entmachtet und ohne Perspektive wollte der 58-jährige A-Lizenzinhaber nicht weitermachen.

Folgen hat die Trennung, die Paulsen Riedel gegenüber nicht begründete („Ich will etwas anderes machen“), auch für die Oberliga-Mannschaft, in der Riedel als Co-Trainer ein erfolgreiches Gespann mit Chefcoach Tobias Skerka (43) bildete. „Ich bedaure diese Entwicklung“, sagte Skerka, der im November bei der Verlängerung seines Vertrages noch von einer weiteren Zusammenarbeit mit Riedel ausgegangen war. „Ich habe von seiner Erfahrung und seinen Leistungsanalysen profitiert“, so Skerka.

Peter Paulsen: "Die Chemie in der Gruppe stimmte nicht mehr"

Ursächlich für die Trennung ist aber auch nicht Riedels Arbeit in der 1. Mannschaft. Paulsens Kritik bezieht sich auf Riedels eigentliche Aufgabe, junge Spieler in der 2. Mannschaft auszubilden und an den Oberligakader heranzuführen. „Seine fachliche Kompetenz steht außer Frage, aber der Spielerkreis, der regelmäßig zum Training erschien, war zuletzt auf sechs Leute zusammengeschrumpft“, schilderte Paulsen das Dilemma. „Die Chemie in der Gruppe stimmte nicht mehr.“

Riedel räumte ein, dass auch er mit der Entwicklung im Team, das vor Saisonbeginn durch schwere Verletzungen erheblich geschwächt worden war, unzufrieden war. Er führte dies aber auf die schlechte Trainingsmoral („Mentalität frisst Talent“) zurück. „Ich habe Spieler zu disziplinieren versucht und bin in der Halbzeit eines Spiels entgegen meiner sonstigen Art auch laut geworden“, sagte Riedel.

Trainer-Alternativen sind bereits gefunden

Die erhoffte Wirkung blieb jedoch aus. Die Stimmung sank auf den Nullpunkt. „Spieler eines Perspektivkaders müssen gern zum Training kommen“, sagte Paulsen. „Bei uns drohte die Gruppe aber zu zerfallen.“

Den möglichen Absturz des Teams (7:15-Punkte/8.) in die Bezirksliga soll Peter Paulsens Sohn Hennes verhindern, der als Trainer einspringt. Co-Trainer der Oberliga-Crew wird Spieler Matthias Menzel. „Ich hätte gern weiter mit Tobias gearbeitet“, trauert Riedel seiner Demission nach. Das Training mit der Zweiten, mit manchmal nur fünf Leuten, wird er aber nicht vermissen.

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