Fussball-Oberliga Hamburg : SV Rugenbergen knackt den Vereinsrekord

Abschiedsgeschenke: Die Manager Heiko Kühl (links) und Andreas Lätsch ehren den langjährigen Erfolgscoach Ralf Palapies vor seinem letzten Auftritt für den SV Rugenbergen.
Abschiedsgeschenke: Die Manager Heiko Kühl (links) und Andreas Lätsch ehren den langjährigen Erfolgscoach Ralf Palapies vor seinem letzten Auftritt für den SV Rugenbergen.

Trainer Ralf Palapies verabschiedet sich mit der besten Saisonplatzierung in der Oberliga.

shz.de von
28. Mai 2018, 11:50 Uhr

Bönningstedt | Am Ende blieb er dann doch nicht ganz trocken. Als zahlreiche Nachwuchsfußballer des SV Rugenbergen bewaffnet mit Wasserflaschen nach dem Schlusspfiff der Oberliga-Partie gegen den HSV III auf Trainer Ralf Palapies zustürmten, brachte dieser die Horde mit erhobenem Zeigefinger erstaunlich schnell unter Kontrolle.

Nur einer ließ sich von der Drohung des 48-Jährigen nicht abschrecken: Sohn Noah. „Der ist immer besonders lustig“, sagte Palapies, der von seinem zehnjährigen Sprössling eine geballte Ladung Wasser über den Kopf geschüttet bekam.

Es war der Anfang der Feierlichkeiten rund um das Saisonende und den Abschied des langjährigen Erfolgstrainers. Im Klubheim der Bönningstedter wurde anschließend die Nacht zum Tag gemacht.

Beste Platzierung der Vereinsgeschichte

Und Grund zu einer ausgiebigen Feier hatten die Spieler des SV Rugenbergen alle Mal. Man zelebrierte nämlich nicht nur die erfolgreiche, über neuneinhalb Jahre andauernde Ära unter Palapies, sondern auch die beste Abschlussplatzierung der Vereinsgeschichte.

Noch nie hatte ein Team des SVR zum Saisonende auf dem fünften Platz in Hamburgs höchster Amateurklasse gestanden – durch das 3:2 (0:1) gegen Absteiger HSV III wurden neue Maßstäbe gesetzt. „Sich mit einem Sieg zu verabschieden, ist natürlich das Schönste“, so Palapies.

Halbzeitansprache verläuft ernster als erhofft

Ehe der Trainer zum Jubeln ansetzen konnte, mussten er und seine Mannschaft jedoch nochmal eine engagierte Leistung abrufen. Der Gegner aus Norderstedt gab sich, angeführt von Ex-Nationalspieler Marcell Jansen, trotz seiner aussichtslosen Lage keinesfalls kampflos geschlagen.

Gegen den Ex-Profi: Dennis von Bastian (re.) im Duell mit dem ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen.
Lars Mundt
Gegen den Ex-Profi: Dennis von Bastian (re.) im Duell mit dem ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen.
 

Nach einem Treffer von Marko Augustinovic (34.) lagen die Gäste vor dem Seitenwechsel sogar in Führung. „Ich musste tatsächlich nochmal eine richtig ernste Halbzeitansprache treffen“, verriet Palapies.

Und die schien gefruchtet zu haben. Begünstigt durch einen an Dominik Lange verursachten Foulelfmeter, den Patrick Hoppe souverän zum Ausgleich verwandelte (56.), meldeten sich die Bönningstedter eindrucksvoll zurück.

Hoppe und Hasse drehen das Spiel

Nur zwölf Minuten später hatten die Hausherren das Spiel nach weiteren Toren von Pascal Haase (64.) und erneut Hoppe (68.) komplett gedreht. Der HSV III konnte durch Jerry Sampaney nochmal verkürzen (71.), am Ende stand aber ein verdienter Heimsieg für Palapies und seine Elf zu Buche.

„Im Moment ist das Spiel noch sehr präsent“, sagte der gefasst wirkende, scheidende Coach unmittelbar nach dem Abpfiff. Wenn er daran denke, wie gut die Stimmung innerhalb des Klubs sei, werde er das alles schon vermissen. „Aber ich werde in Zukunft ja auch oft genug hier sein“, so Palapies. Dann allerdings nur noch als Zuschauer.

SV Rugenbergen – Hamburger SV III 3:2 (0:1)

SV Rugenbergen: Waldmann – Lange (59. Scholz), Hansen, Worthmann, Düllberg – Rühmann (67. Munzel) – Beese, Lohrke – von Bastian (73. Voorbraak), Haase, Hoppe.

Trainer: Ralf Palapies

Tore: 0:1 Augustinovic (34.), 1:1 Hoppe (56., FE), 2:1 Haase (64.), 3:1 Hoppe (68.), 3:2 Sampaney (71.)

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