Fussball-Oddset-Pokal : Fünfzehnteilige Lehrstunde

Hannes Hatje (links) und seine Quickborner liefen den ballsicheren Gästen um Marvin Senger meist nur hinterher.
Hannes Hatje (links) und seine Quickborner liefen den ballsicheren Gästen um Marvin Senger meist nur hinterher.

A-Junioren des 1. FC Quickborn kassieren 0:15-Niederlage gegen FC St. Pauli. Dennoch überwiegt der Stolz beim FCQ.

shz.de von
11. Mai 2018, 09:00 Uhr

Quickborn | Jan Ketelsen wirkte erleichtert. Die Gewitterfront, die das Oddset-Pokal-Halbfinale zwischen seinen A-Jugend-Fußballern des 1. FC Quickborn und denen des FC St. Pauli vorzeitig heimzusuchen drohte, zog erst nach Spielende über das Quickborner Holsten-Stadion hinweg.

„Wir wollten die Verlängerung unbedingt vermeiden“, betonte Ketelsen, der mit einem Augenzwinkern ergänzte: „Das ist uns gelungen.“

Stolz überdeckt Enttäuschung

Dass ein Trainer wenige Minuten nach einer erlittenen 0:15 (0:7)-Klatsche seinen Humor nicht verloren hatte, ist zwar ungewöhnlich, war in diesem Fall aber absolut angebracht. Ketelsen wusste um die schier unlösbare Aufgabe, die sein Team als Oberliga-Aufsteiger mit dem Tabellensechsten der 1. Bundesliga Nord/Nordost bekommen hatte.

Statt Wut und Enttäuschung überwogen daher Freude und Stolz beim Coach. Zwar habe er sich weniger Gegentreffer gewünscht, „doch das war ein einmaliges Erlebnis für meine Jungs, die sich im Spiel unheimlich viel abgucken konnten.“

Prächtige Kulisse im Holsten-Stadion

Mehr als 300 Zuschauer verfolgten eine erwartungsgemäß einseitige Partie und staunten über die hohe Präzision und Geschwindigkeit, mit der die Gäste ihre Angriffe vortrugen. So etwa beim 0:1 (6.), als der pfeilschnelle Christian Conteh über rechts durchstartete und in Moritz Seiffert einen dankbaren Abnehmer für seine Hereingabe fand.

Nach diesem Prinzip führten viele Vorstöße der Braun-Weißen zum Torerfolg. Abwechslung bot etwa Vierfachschütze Robin Meißner, dessen Schlenzer aus 17 Metern unhaltbar für FCQ-Keeper Matiano Rados ins obere Eck zum 0:14 einschlug.

St. Pauli gnadenlos

Die Quickborner versuchten ihre spielerischen und läuferischen Defizite mit aggressivem Mittelfeldpressing und zielstrebigem Konterspiel aufzuwiegen. Eine Taktik, die in den ersten 25 Minuten zumindest in Ansätzen funktionierte. Danach spiegelte sich der Klassenunterschied auch im Ergebnis wider.

Den Ehrentreffer hatte FCQ-Stürmer Yannick Bröer auf dem Fuß. Sein Schuss aus zentraler Position nach Flanke von Hannes Hatje flog allerdings weit drüber (33.). Angesichts der prächtigen Zuschauerkulisse vermutete Ketelsen auch ein Stück weit Nervosität im Abschluss seines Angreifers, der im Viertelfinale gegen Barmbek-Uhlenhorst (3:1) noch zweimal getroffen hatte.

Zweikampfhärte gegen spielerische Leichtigkeit: Quickborns Maxi Hoffmann (links) mit der Grätsche gegen Pauli-Akteur Niclas Nadj.
Claus Bergmann

Zweikampfhärte gegen spielerische Leichtigkeit: Quickborns Maxi Hoffmann (links) mit der Grätsche gegen Pauli-Akteur Niclas Nadj.

 

Quickborner hoffen bis zum Schluss

Ein Erfolgserlebnis hätten sich die Gastgeber allemal verdient: Hängende Köpfe waren trotz der aussichtslosen Lage nie zu sehen. Auch das nahmen die Trainer Ketelsen und Klaus Peter Stumpf wohlwollend zur Kenntnis, die ihr Team nach dem Pokal-Highlight nun wieder auf den Oberliga-Alltag einstellen müssen.

Am Sonntag gastieren die auf Rang neun liegenden Quickborner beim Zweiten Altona 93. Das Pokalfinale bestreiten am Dienstag, 15. Mai, im Stadion Hoheluft der FC St. Pauli und Regionalligist SC Victoria.

1. FC Quickborn – FC St. Pauli 0:15 (0:7)

1. FC Quickborn: Rados – Eilermann (61. Waigant), Petersen, Dierks, B. Armack – Buhr – M. Hoffmann – Kuchta (38. Karakus), Loubongo (38. Sequera), Hatje – Bröer.

Tore: 0:1 (6.), 0:2 (26.), 0:3 (29.), 0:4 (36.), 0:5 (42.), 0:6 (44.), 0:7 (45.), 0:8 (55.), 0:9 (58.), 0:10 (65.), 0:11 (67.), 0:12 (77.), 0:13 (78.), 0:14 (85.), 0:15 (86.)

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