Ziel ist die Goldene Nadel

Bei seinem Entdecker Tjeert Rijkens hat Guillermo Gonzalez-Alonso seit Jahresbeginn wieder eine Anstellung gefunden.
Bei seinem Entdecker Tjeert Rijkens hat Guillermo Gonzalez-Alonso seit Jahresbeginn wieder eine Anstellung gefunden.

Der spanische Springreiter Guillermo Gonzalez-Alonso ist zurück im Elmshorner Stall Rijkens

shz.de von
15. Januar 2015, 16:00 Uhr

Er ist gerade erst vom Weihnachtsurlaub aus Spanien zurück. Dort ist der Springreiter Guillermo Gonzalez-Alonso (RuFV Elmshorn) zuhause. „Ich liebe meine Heimat und bei 15 Grad war es echt schön“, sagt der Spanier lachend, „aber für den Spaß am Reiten nehme ich das Schmuddelwetter im Norden gern in Kauf.“ Das kennt er schon. 2009 entdeckte Tjeert Rijkens das Naturtalent auf einem Turnier und holte ihn in seinen Ausbildungs- und Handelsstall in Elmshorn.

Reitunterricht hat Gonzalez-Alonso eigentlich nie gehabt. Er war zwölf als er seine Passion für die Pferde entdeckte. „Ich ritt die Pferde auf der Weide meines Nachbarn und später dann in einem spanischen Reitstall“, erzählt er. Mit 20 Jahren bestritt er sein erstes Turnier und wurde gleich Dritter in einem L-Springen. „Das war mit der Vollblutstute Athina“, erinnert sich der Selfmademan und gesteht ein: „Am ersten Tag bin ich allerdings runtergefallen.“

Nur einen Monat später startete er bei einem S-Springen. Sein bisher größter Erfolg war die Teilnahme am Hamburger Derby 2011. Nur durchzukommen, war sein Ziel, aber zum Schluss war er zweimal qualifiziert und einmal platziert.

Nach diesem Höhepunkt seiner reiterlichen Karriere kehrte er nach Spanien zurück, um im elterlichen Betrieb – einem Elektroladen – mitzuarbeiten. „Doch nach zwei Jahren hatte ich keinen Bock mehr“, gibt er offen zu. Die Sucht nach den Pferden – „natürlich nach Holsteinern“ – war stärker und so kam er vergangenes Jahr im Frühjahr nach Schleswig-Holstein zurück.

Sein Entdecker Tjeert Rijkens verschaffte ihm eine Anstellung auf dem Erdbeerhof Glantz bei Wulf-Hinrich Hamann, denn sein Platz im Stall an der Wilhelmstraße war inzwischen hochkarätig mit der Schwedin Jenny Johannson besetzt. Als diese sich Ende des Jahres entschloss, einen Neuanfang in Osnabrück zu wagen, rief Rijkens den jungen Bereiter zurück: „Man kann ihn echt gut gebrauchen.“

Auf die Frage nach seinem Ziel für 2015 antwortet Gonzalez-Alonso wie aus der Pistole geschossen: „Das Goldene Reitabzeichen zu bekommen“, und ergänzt augenzwinkernd, „hoffentlich dauert es nicht zu lange.“ In der Tat fehlt ihm nur noch ein Sieg in einem S**-Springen. Seine erste Chance ergreift der 31-Jährige an diesem Wochenende beim Turnier in Bargenstedt. Einen Start beim Hamburger Derby hat der ehrgeizige Springreiter auch ins Visier genommen. Die Konkurrenz fürchtet er nicht. „Aber noch haben wir kein passendes Pferd“, dämpft sein Chef die Euphorie.

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