Hallenfussball : Zeige- oder Mittelfinger? Erneut eskaliert ein Kreis-Derby

Enrik Nrecaj (verdeckt) und Ümit Karakaya (beide SVHR, von links) jubeln demonstrativ vor der Pinneberger Bank.
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Enrik Nrecaj (verdeckt) und Ümit Karakaya (beide SVHR, von links) jubeln demonstrativ vor der Pinneberger Bank.

Schon im Vorwege der Begegnung kündigten Spieler an „noch eine Rechnung vom Bert Meyer-Cup in Pinneberg zu begleichen“.

shz.de von
12. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hamburg | Drei rivalisierende Fußball-Teams aus dem Kreis Pinneberg in einer Vorrunden-Gruppe – nicht wenige vermuteten aufgrund zuletzt hitziger Derbys zwischen dem VfL Pinneberg, der SV Halstenbek-Rellingen und dem SV Rugenbergen, dass es auch beim Hallenmasters auf dem Parkett heiß hergehen würde.

Ein ungutes Gefühl beschlich im Vorwege deshalb auch die Trainer der drei Teams, die ihre Spieler zur Fairness mahnten. Am Ende aber lagen erneut die Nerven blank. Gingen die Spiele zwischen dem SV Rugenbergen und HR sowie zwischen dem SVR und dem VfL (hier wurde am meisten Hektik erwartet) noch weitgehend glimpflich über die Bühne, eskalierte die Situation dann jedoch im letzten Derby zwischen dem VfL und HR, bei dem die Pinneberger zwingend einen Sieg fürs Weiterkommen benötigten, jedoch mit 1:3 unterlagen und entsprechend frustriert waren.

Schon im Vorwege der Begegnung kündigte HRs junger Stürmer Enrik Nrecaj an, sein Team habe mit dem VfL „noch eine Rechnung vom Bert Meyer-Cup in Pinneberg zu begleichen“, als der VfL 4:1 siegte und dies auch demonstrativ feierte. Als Nrecaj dann in Alsterdorf zum 2:1 traf und nach seinem Treffer auch noch mit zwei ausgestreckten Zeigefingern provokativ vor die VfL-Bank (gleich neben dem Schiedsgericht) lief, um zu jubeln, und auch Niklas Siebert nach dem 3:1 in Richtung Pinneberger Auswechselspieler provokant gestikulierte, kochten die Emotionen im VfL-Lager vollends über.

VfL-Trainer Michael Fischer schickte seine Spieler nach dem Ausscheiden zunächst vorsorglich in die Kabine, um sich dann lautstark bei HRs Co-Trainer Matthias Reincke zu beschweren und sich zu guter Letzt Nrecaj vorzuknöpfen. „Ich habe ihm unsportliches Verhalten vorgeworfen, da hat er abfällig geantwortet, ich solle mich verziehen. Frech ist das“, echauffierte sich ein völlig aufgebrachter Fischer.

 „Das wird ein Nachspiel haben.“

Völlig aus dem Häuschen war auch Pinnebergs Manager David Fock, der Nrecajs Fingerzeig vor der Bank als „Stinkefinger“ wahrgenommen hatte. „Das wird ein Nachspiel haben“, brüllte er in Richtung HR-Spieler, als sich die Auseinandersetzung nach Spielende längst in eine andere Ecke der Halle verlagert hatte.

Erst HR-Manager Detlef Kebbe konnte den aufgebrachten Fock im Gespräch besänftigen, während Nrecaj seine Geste zu erklären versuchte: „Vor einer Woche beim Bert Meyer-Cup hat der VfL-Spieler Sascha Richert dasselbe mit uns gemacht. Das war jetzt eine Retourkutsche, die aus der Emotion heraus entstanden ist. Ich wollte ganz sicher keinen beleidigen, im Nachhinein tut mir das auch leid, aber ich habe niemandem einen Stinkefinger gezeigt. Alle können bestätigen, dass es meine Zeigefinger waren. Ich wollte mich bei Herrn Fischer noch entschuldigen, aber mit dem war gar nicht mehr zu reden“, so der erregte Nrecaj. „Diejenigen, die einen Mittelfinger gesehen haben, wollten ihn auch sehen“, kommentierte HR-Spieler Nikola Maksimovic das hektische Szenario sarkastisch.

Jede Menge überkochende Emotionen auf und neben dem Parkett – zur Entspannung der Rivalität zwischen dem Oberliga-Ersten HR und dem Zweiten VfL hat dieser Auftritt in Alsterdorf vorm Start der Rückrunde sicher nicht beigetragen.  

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