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Fussball-Oberliga : Yannick Sottorf: Zurück ins Glück

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Elmshorner Allrounder trifft am letzten Spieltag auf seinen alten und neuen Klub HR / Bert Ehm neuer Sportchef in Elmshorn

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Yannick Sottorf kann durchatmen. Zum direkten Duell mit seinem Kumpel Robert Hermanowicz wird es morgen Nachmittag um 14 Uhr voraussichtlich nicht kommen, wenn Sottorf und die Oberliga-Fußballer des FC Elmshorn die SV Halstenbek-Rellingen um Hermanowicz zum letzten Kreis-Derby der Saison empfangen.

„Ich bin am vergangenen Dienstag zwei Runden gelaufen und hatte tierische Schmerzen im Oberschenkel, ich habe mir im Spiel gegen Pinneberg eine Zerrung eingefangen, für Sonnabend sieht es nicht gut aus“, verrät Hermanowicz, der in der letzten HR-Trainingseinheit der Woche noch einmal testen möchte, ob vielleicht doch ein Kurzeinsatz möglich ist. Freund Sottorf hätte auch nichts dagegen, wenn Hermanowicz passen müsste: „Es tut mir leid für ihn, dass er sich verletzt hat, aber ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mich auf ein Duell mit ihm gefreut hätte, denn er ist ein sehr hartnäckiger Verteidiger“, schmunzelt Sottorf, der von 2010 bis 2012 noch Teamkollege Hermanowicz’ bei HR war, eh es ihn im Juni 2012 an die Krückau zog, wo er mit dem FCE 2013 Hamburger Meister wurde. Sollte Sottorf morgen über die linke Elmshorner Mittelfeldseite kommen und Hermanowicz wider Erwarten doch hinten rechts verteidigen, wären beide zum letzten Mal Gegenspieler, denn ab Juli werden beide wieder das gleiche Trikot überstreifen. Bereits vor Monaten gab Sottorf seine Rückkehr an den Lütten Hall bekannt.

„Beim FCE war es eine turbulente Saison, Trainer Achim Hollerieth ging im Winter, zwischen seinem Nachfolger Reza Khosravinejad und der Mannschaft passte es nicht und dann war da ja noch das Theater mit der Steuerfahndung. Es gab etliche Störfeuer von außen, sodass wir Spieler uns lange Zeit nicht auf den Fußball konzentrieren konnten“, sagt Sottorf rückblickend und fügt an: „Da ich in Elmshorn lange nicht wusste, woran ich bin, wer der neue Trainer, wer der neue Sportdirektor und wer meine Mitspieler in der neuen Serie sein werden, habe ich mich frühzeitig entschieden, HR zuzusagen. In Elmshorn wurde sehr viel im Konjunktiv gesprochen, ich aber wollte früh Klarheit.“

Zudem, so betont der 25-jährige Allrounder des Weiteren, wollte er noch einmal die Gelegenheit nutzen, zusammen mit seinen guten Freunden Hermanowicz und Sebastian Krabbes zu spielen, bevor neue berufliche Herausforderungen auf ihn zukommen: „Es kann sein, dass ich in naher Zukunft noch mehr in meinen Beruf als Groß- und Außenhandelskaufmann eingespannt sein werde und keinen Oberliga-Fußball mehr spielen kann. Bis dahin – lass’ es vielleicht ein, zwei oder auch drei Jahre sein – wollte ich noch einmal bei HR mit Kumpels kicken, zudem hat mir das Konzept von Manager Detlef Kebbe sehr zugesagt.“ Sottorf zog es zurück zu seiner alten sportlichen Liebe, zurück ins Glück.

Mit HR-Trainer Thomas Bliemeister hat er am Lütten Hall einen Förderer, den er sehr schätzt. „Thomas Bliemeister hat mich damals aus der Verbansliga Schleswig-Holstein vom VfR Horst in die Oberliga Hamburg geholt. In Hamburg war ich ein unbeschriebenes Blatt, er hat mir die Chance gegeben, auf mich gesetzt. Er ist vielleicht nicht mein Entdecker, aber ein Tür-Öffner und wichtiger Unterstützer, dafür bin ich ihm sehr dankbar“, so Sottorf, der nach dem letzten Saisonspiel im Krückaustadion nicht mit seinen alten und zukünftigen Teamkollegen von HR das Saisonende feiern will, sondern mit seinen Noch-Mitspielern aus Elmshorn: „Na klar, noch gehöre ich zum FCE, wir werden uns nach unserem Spiel zusammensetzen, schauen gemeinsam das Champions League-Finale im TV und werden nach Hamburg fahren, um ein wenig zu feiern. Erst danach mache ich einen klaren Schnitt und freue mich auf HR“, betont der variabel einsetzbare Außenspieler.

Die Halstenbeker, die in Elmshorn auf Philipp Erdmann (Oberschenkel) und Keeper Adrian Matthäi (Familienfeier) verzichten müssen, begehen nach dem Spiel (ab 17.30 Uhr) ihre Saisonabschlussfeier, bei der die Spieler Kevin Tittel, Danijel Suntic, Özgür Demir, Sinan Demirci, André Alves Lopes, Filip Barbarez, Ilias Antoniou und Sebastien Mankumbani verabschiedet werden.

Verabschiedet wird morgen auch Sottorf – beim FCE, der in der Tabelle (Zehnter) noch an HR (Neunter) vorbeiziehen will und vermelden kann, dass er auf der Suche nach einem neuen Sportdirektor fündig geworden ist: Bert Ehm, der den Verein im Sommer 2012 als Trainer zurück in die Oberliga führte, übernimmt. Dass sein Vertrag im Sommer 2012 trotz den Aufstiegs nicht verlängert worden war, hatte damals für viel Aufsehen gesorgt. Nach überwundenem ersten Ärger hatten er und Klubboss Helge Melzer sich aber schon bald die Hände gereicht. Heute sagt Ehm über dieses eine Trainerjahr: „Es war eine tolle Zeit.“ Seine erste Aufgabe nun ist, einen neuen Trainer zu finden, der den Klub in die Spielzeit 2014/15 führt. Die zweite wird sein, dem künftigen Übungsleiter auch einen adäquaten Kader zur Verfügung zu stellen. Denn neben dem von Sottorf muss Elmshorn noch weitere Abgänge verkraften.

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