Fußball: Letzter Spieltag : Wo bleibt die Dramatik?

Kann nicht mehr hinsehen: Der 1. FC Quickborn um Torjäger Steven Schönfeldt findet sich in einem irrsinnigen Dreikampf um den Titel in der Kreisliga 8 wieder.
Kann nicht mehr hinsehen: Der 1. FC Quickborn um Torjäger Steven Schönfeldt findet sich in einem irrsinnigen Dreikampf um den Titel in der Kreisliga 8 wieder.

Letzter Spieltag in den 16er Staffeln steht an. Die meisten Entscheidungen sind bereits gefallen.

shz.de von
08. Mai 2015, 16:01 Uhr

Wer kennt die Szenen nicht? Jubelstürme auf der einen, Fassungslosigkeit auf der anderen Seite. Egal ob in den Profi- oder Amateurligen: Letzte Fußball-Spieltage haben es zumeist in sich. Der Meisterschaftskampf, beziehungsweise die Dramen im Tabellenkeller sorgen jedes Jahr sowohl bei Vereinsverantwortlichen als auch bei Spielern und Zuschauern für Schweißperlen auf der Stirn.

In diesem Jahr blicken die Sympathisanten der Mannschaften aus dem Kreis Pinneberg allerdings einem vergleichsweise unspektakulären Saisonabschluss entgegen. Während in den 18er Staffeln erst in zwei Wochen der Showdown ansteht, ertönt in den Ligen mit 16 Mannschaften an diesem Wochenende der letzte Anpfiff. Auf das Gros der hiesigen Teams wartet jedoch ein Finale ohne Entscheidungen. In der Landesliga hat der FC Elmshorn II dank des 1:0-Triumphes gegen TBS Pinneberg bereits letzte Woche auch sportlich den Abstieg abgewendet. Ligakonkurrent VfL Pinneberg II ist angesichts von drei Zählern Vorsprung und des besseren Torverhältnisses gegenüber SV Blankenese (plus 16 Treffer) ebenfalls so gut wie gesichert. Für den SC Sperber und Victoria II ist der Zug Richtung Klassenerhalt bereits abgefahren. Die besten Chancen im Titelkampf besitzt Tabellenführer SV Lurup, der alle Trümpfe in der eigenen Hand hat.

Für die Bezirksliga-Akteure der SV Lieth hat die Saison ihren negativen Höhepunkt unlängst erreicht. Die Spielvereinigung muss ebenso wie der TSV Holm und TuRa Harksheide II den Gang in die Kreisliga antreten. Nach einer Serie mit Höhen und Tiefen sicherte der TSV Sparrieshoop am vergangenen Wochenende derweil den Ligaverbleib und kann am letzten Bezirksliga-Spieltag sogar noch das Rennen um den Vizetitel beeinflussen. Bei einem TSV-Triumph gegen die SV Halstenbek-Rellingen II, könnte der SV Rugenbergen II noch auf den zweiten Platz springen. Den Meistertitel hat HEBC hingegen kürzlich eingetütet.

Die Situation in der Kreisliga 8 gestaltet sich weitaus dramatischer. Mit SC Pinneberg (70 Punkte, Torbilanz 106:32), 1. FC Quickborn (70, 114:47) und TSV Seestermüher Marsch (68, 92:45) dürfen sich vorm letzten Spieltag noch drei Teams berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Seit Wochen marschieren die Teams im Gleichschritt vorweg, geben sich keine Blöße und auch SCP-Trainer Stephan Roesler spricht von einem „irrsinnigen Dreikampf.“

Konstellationen, die sich der neutrale Beobachter in den letzten Zügen der Saison erhofft, die in diesem Jahr jedoch eher die Ausnahme als die Regel sind. Die Bundesliga kann nicht damit dienen, die Landesliga und Bezirksliga ebenso nicht. Stattdessen lohnt sich ein Blick in die unteren Klassen. Neben dem Dreikampf in der Kreisliga punktet nämlich auch die Kreisklasse 1 mit einem spannenden Titelkampf. TuS Hemdingen-Bilsen liegt punktgleich mit dem Hetlinger MTV auf, angesichts des schlechteren Torverhältnisses muss TuS am letzten Spieltag allerdings auf einen Ausrutscher Hetlingens hoffen.

Bei dem einen oder anderen Akteur wird sich somit auch an diesem Wochenende nicht nur aufgrund der Anstrengung eine Schweißperle auf der Stirn abzeichnen.

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