WM-Silber unter Schmerzen

Erst machte der Schlagarm Probleme, dann die Ferse: Olga Shaposhnikova schlägt trotzdem bei der Senioren-Weltmeisterschaft im Doppel erfolgreich auf.
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Erst machte der Schlagarm Probleme, dann die Ferse: Olga Shaposhnikova schlägt trotzdem bei der Senioren-Weltmeisterschaft im Doppel erfolgreich auf.

Tennis: Olga Shaposhnikova zieht trotz einer Verletzung ins Doppel-Finale ein

shz.de von
29. August 2018, 16:00 Uhr

Niederlagen kann Olga Shaposhnikova grundsätzlich schwer verdauen, auch dann, wenn sie bis in das Endspiel einer Weltmeisterschaft eingezogen ist, obwohl viele Ärzte vermutlich zu einer Pause von sportlichen Aktivitäten geraten hätten. Mit dem Abstand einiger Tage aber hat die Trainerin des Lawn-Tennis-Clubs Elmshorn festgestellt: Gar so schlecht kann es nicht sein, im Doppel der Altersklasse 50 WM-Silber zu gewinnen.

„Anfangs war ich stinksauer, aber jetzt realisiere ich, was für eine Leistung das war“, sagte die 52-Jährige über den zweiten Platz, den sie mit der Litauerin Jurate Hardy erreicht hat. Schließlich hatte auch ein Verzicht auf das Turnier in Ulm/Neu-Ulm zur Debatte gestanden. „Ich habe nur mitgemacht, um meine Partnerin nicht in Stich zu lassen“, sagte Shaposhnikova, die in den Wochen zuvor unter Schmerzen im rechten Schlagarm gelitten hatte und gerade erst wieder ins Training eingestiegen war. Vernünftiges Training oder Matchpraxis: Fehlanzeige.

Die Probleme setzten sich bei der Senioren-WM fort. Nach Freilos und einem Sieg schoss in der dritten Runde des Einzels ein Schmerz durch die Ferse des rechten Fußes. Dieses Spiel gewann Shaposhnikova noch 6:2, 7:6, doch zum Achtelfinale trat sie nicht mehr an. Mehrere Besuche beim Physiotherapeuten folgten, ehe klar war: Fürs Doppel wird’s so gerade noch reichen.

Trotz des Handicaps erreichten Shaposhnikova/Hardy vergleichsweise leicht das Halbfinale. Dort mussten sie gegen ein US-amerikanisches Duo richtig kämpfen, um mit 6:4, 7:5 die Oberhand zu behalten.

Das Endspiel gegen Natalia Harina-Beckmann und Klaartje van Baarle (Deutschland/Belgien) war absolut ausgeglichen. Shaposhnikova/Hardy führten im ersten Satz 5:3, gaben diesen aber im Tiebreak ab. Umgekehrtes Spiel in Satz zwei: Das deutsch-litauische Duo holte einen 2:5-Rückstand zum 5:5 auf, blieb aber im Tiebreak dann doch ohne Lohn. „In bestimmten Situationen haben wir auch Pech gehabt“, sagte die Elmshornerin über das 6:7, 6:7, das letztlich im Klassement stehen blieb und im ersten Moment natürlich für Frust sorgte. Da sich aber andere Spielerinnen ausgelassen über ihre Bronzemedaille freuten, kann dieser zweite Platz – unter Berücksichtigung aller Umstände – so schlecht nicht sein. Auf den geplanten Start am kommenden Wochenende bei einem Turnier in den Niederlanden verzichtet die LTCE-Trainerin aber doch lieber.

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