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Hochspringerin Fenja Krohn : „WM-Norm ist nicht unmöglich“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die frischgebackene Deutsche Meisterin Fenja Krohn schmiedet bereits die nächsten Pläne. Ariane Ballner läuft am Podest vorbei.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 16:18 Uhr

Elmshorn | „Das läuft alles wie im Film ab, aber jetzt genieße ich erst einmal den Moment.“ So ganz fassen kann Fenja Krohn ihren Erfolg auch einige Tage nach dem großen Sprung von Sindelfingen nicht. Mit übersprungen 1,79 Meter – einer neuen persönliche Bestmarke – hat sich die 17-jährige Hochspringerin von der Leichtathletik-Gemeinschaft erstmals die Deutsche Meisterschaft in der Altersklasse U20 gesichert. „Das hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen“, jubelte sie. Und auch LGE-Trainer Richard Troper strahlte übers ganze Gesicht: „Sie ist die erste Athletin, die ich zu einem Deutschen Meistertitel führen durfte.“

Zwar hatte Fenja Krohn im Vorfeld konstant gute Leistungen geboten, dennoch galt das Sprungtalent der LGE nur als Kandidatin für einen Platz im Vorderfeld, nicht aber unbedingt für die Medaillen. Doch das Feld der 19 Teilnehmerinnen begann sich frühzeitig zu lichten. Schon beim Einspringen musste sich die Jahresbeste verletzungsbedingt abmelden und eine weitere Top-Favoritin scheiterte schon frühzeitig bei 1,71 Metern.

Fenja Krohn hingegen sprang den Wettkampf ihrer noch jungen Laufbahn. Bis zur Höhe von 1,77 Metern gelang der hochgewachsenen Kaderathletin jeder Versuch auf Anhieb und so blieben nach eben jenen 1,77 Metern nur noch drei Kandidatinnen für die Goldmedaille übrig, Bronze war zu diesem Zeitpunkt schon sicher.

Doch die Reise sollte schon bei der nächsten Sprunghöhe von 1,79 Metern noch höher gehen: Mit Selina Schulenburg aus Altenholz und Fenja Krohn überwanden nur noch 2 Athletinnen diese Höhe - Silber war zu diesem Zeitpunkt schon sicher. Doch die überraschend nervenstarke Krohn hatte sich einen ganz klaren Vorteil ersprungen: Während Selina Schulenburg diese Höhe erst im dritten Versuch meisterte, floppte Krohn über diese Marke schon im zweiten Versuch. Unbändiger Jubel der kleinen Elmshorner Vertretung, der wenig später noch anschwellen sollte, denn an der neuen Sprunghöhe scheiterten beide Schleswig-Holsteinerinnen, so dass am Ende mit ein wenig Fortune die Elmshornerin die Oberhand behielt.

„Insgeheim habe ich im Vorfeld zwar mit einer Medaille geliebäugelt. Aber bis 1,81 Meter und bis zum letzten Fehlversuch meiner ärgsten Konkurrentin habe ich immer noch befürchtet, dass ich abgefangen werde“, sagte die Schülerin jubelnd, die ihre Vorbereitung als „gar nicht so gut“ einstufte. Sie war in der Woche vor der DM noch auf Klassenfahrt gewesen.

Aber von Glück zu sprechen wäre vollends verkehrt, denn im Gegensatz zu den Vorjahren schaffte es Krohn bei dieser Deutschen Meisterschaft auf den Punkt fit zu sein. Troper: „Wir haben direkt auf diesen Tag hingearbeitet und der Fleiß der letzten Wochen hat sich jetzt für Fenja ausgezahlt.“

Und in Sindelfingen ist für Fenja Krohn noch lange nicht Schluss. Unmittelbar danach erhielt sie eine Einladung zum Länderkampf in drei Wochen. „Da will ich an diese Leistung anknüpfen“, hat sie sich vorgenommen und blickt bereits noch weiter voraus. „Und im Sommer wird ja auch noch ein Titel vergeben und die Norm für die WM in meiner Altersklasse ist mit 1,82 Meter auch nicht unmöglich“, sprudelt es aus der frischgebackenen Deutschen Meisterin heraus.

Fast hätte es in Sindelfingen sogar eine zweite Elmshorner Medaillengewinnerin gegeben. Ariane Ballner hatte für 800 und 1500 Meter gemeldet, sich dann aber nach Rücksprache mit den Trainern doch für die aussichtsreicheren 800 Meter entschieden – und ein wenig verzockt. Als Vorlaufzweite in 2:10,43 Minuten musste sie im Finale der besten acht Läuferinnen der U-20 Altersklasse frühzeitig Marleen Kalis aus Paderborn ziehen lassen, die in 2:08,68 Minuten einen souveränen Start-Ziel-Sieg landete. Um die beiden verbliebenen Medaillen kämpfte ein Trio um Anja Roggel, Alina Ammann vom TuS Esingen sowie Ariane Ballner. Nach einem packenden Finish machte sich im Lager der Elmshorner aber eine leichte Enttäuschung breit, denn Ari Ballner verfehlte Silber um 41 Hundertstelsekunden und den Bronzerang gar nur um 13 Hundertstel gegen ihre ehemalige Mannschaftskameradin Alina Ammann. Die drei letztgenannten liefen nach 2:10,53 Minuten, 2:10,81 Minuten und 2:10,94 Minuten über die Ziellinie.

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