Fußball : „Wir sind auf einem guten Weg“

Taktgeber: Übungsleiter Bernd Ruhser hat dem Fußballteam des SSV Rantzau eine neue Handschrift verliehen.
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Taktgeber: Übungsleiter Bernd Ruhser hat dem Fußballteam des SSV Rantzau eine neue Handschrift verliehen.

Trainer Bernd Ruhser geht mit den Bezirksliga-Fußballern des SSV Rantzau in seine erste Saisonvorbereitung

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19. Juni 2015, 16:00 Uhr

Bernd Ruhser will nichts dem Zufall überlassen. Seine Bezirksliga-Fußballer vom SSV Rantzau hat der erfahrene Trainer deshalb mit individuellen Trainingsplänen für die Sommerpause ausgestattet. Seit der vergangenen Woche müssen die Barmstedter Kicker alle zwei Tage selbstständig laufen gehen, so will es Ruhsers Plan. „Auf diese Weise verhindere ich, dass ich beim Auftakt unserer Saisonvorbereitung am 30. Juni von Null anfangen, die Spieler quasi aus dem Urlaubs-Trott holen muss“, lacht Ruhser.

So paradox das klingen mag: Die Spieler wird’s freuen, denn umso fitter sie am 30. Juni bereits sind, umso früher lässt Ruhser sie mit dem Ball trainieren. „Das spiegelt einfach meine Fußballphilosophie wider“, betont er, „die Jungs sollen den Ball haben wollen – aber natürlich ist Kondition die Grundlage für alles Weitere.“

Für Ruhser, beim FC Elmshorn in der Oberliga-Meistersaison 2013 Assistent von Cheftrainer Achim Hollerieth, ist es an der Barmstedter Düsterlohe die erste Saisonvorbereitung unter seiner Regie. Im zurückliegenden Winter übernahm er beim SSV das Amt von Andreas Behnemann, der in Barmstedt zuvor fünfeinhalb Jahre lang erfolgreich das Zepter geschwungen hatte, zuletzt aber bei der Mannschaft kein Gehör mehr fand. Zehn Spiele in Folge war die Mannschaft von September bis Dezember 2014 in der West-Staffel sieglos geblieben, die hoch gehandelten Barmstedter rutschten zwischenzeitig auf Rang 13 ab, blickten mit einem Auge gen Abstiegsstrudel. Dann übernahm Ruhser, und das Blatt wendete sich. Der SSV gewann acht der letzten zwölf Partien der Saison, landete am Ende der Serie auf Rang sieben. Ruhsers Handschrift wurde binnen weniger Monate bereits sichtbar. Deutlich.

„Eigentlich ist es für einen Trainer immer angenehmer, wenn er ein Team vor einer Saison übernimmt, damit er es in der Vorbereitung einstimmen kann. Aber in meinem Fall war es sogar ganz gut, dass ich mitten in der Saison übernahm. Es war zwar der Druck da, nicht absteigen zu dürfen, aber ich konnte in kurzer Zeit Spieler und Umfeld gut kennen lernen.“

Die Phase gegenseitiger Beschnupperung ist nun vorüber, Ruhser plant die Spielzeit 2015/16 – auch personell. Langjährige Leistungsträger wie Robin Berg und Torben Mohr verließen den SSV bereits im Januar in Richtung Kreisligaaufsteiger TuS Hemdingen-Bilsen, ansonsten ist das Gros des Kaders zusammengeblieben. Einzig Matthias Tuleweit wird der Mannschaft künftig nur noch als „Standby-Spieler“ zur Verfügung stehen, da er aufgrund eines Hausbaus kürzer treten muss.

Punktuelle Verstärkungen gibt es bereits: Ruhser kann die Verpflichtungen von Offensivallrounder Nils Reuter (VfL Pinneberg), Sechser Marcel Liedtke (TuS Appen), Yannick Behrmann (VfL Pinneberg III) sowie einem alten Bekannten, Rückkehrer Björn Lefenau vermelden.

„Alle vier sind punktuelle Verstärkungen, die unseren Kader in der Breite besser machen. Yannick trainierte ich schon in der A-Jugend beim FC Elmshorn, mit Nils und Björn sind wir in der Offensive variabler“, so Ruhser, dem es wichtig ist, dass sein Team zukünftig weniger leicht ausrechenbar ist. „Die Spieler sollen bei mir mehrere Positionen bekleiden können, nicht nur eine. Und Stammplätze gibt es nicht mehr.“ Ein Saisonziel lässt sich der Coach nur ungern entlocken – nur so viel: „Vom Potenzial her kann das Team um Platz drei bis fünf mitspielen. Sie haben bereits in der zurückliegenden Rückrunde bewiesen, dass sie mit der Kugel umgehen können. Wir sind auf einem guten Weg, jetzt gilt es, bis zum Saisonstart die Feinabstimmung hinzubekommen.“

Bis zur ersten Pokalrunde Ende Juli wird Ruhser seine Barmstedter Jungs auf den Polo-Plätzen des Gut Aspern in Groß Offenseth für die kommenden Aufgaben fit machen. Wer ihn kennt, weiß, dass er dabei nichts dem Zufall überlassen will.

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