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Interview : „Wir haben uns breiter aufgestellt“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Christian Urban zieht nach einem Jahr Bilanz über beigelegte Streitigkeiten und neue Angebote bei Rot-Weiß Kiebitzreihe.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Die erste Jahresbilanz von Christian Urban als Vorsitzender von Rot-Weiß Kiebitzreihe ist genau genommen eine über nur zehn Monate. Vergangenes Jahr war eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Mai nötig gewesen, um ihn als Nachfolger des amtsmüden Jörg Brandt zu installieren. Die Trendwende scheint er geschafft zu haben. Die Zahl der Mitglieder ist im Vergleich zum Vorjahr von 682 auf 735 zum Stichtag 31. Dezember 2016 gestiegen.

Mal spitz gefragt an den alten Fußballer Christian Urban: Wie viele Handballspiele haben Sie im vergangenen Jahr angeschaut?
Christian Urban: Wie viele Handballspiele ich mir angeguckt habe? Eines, das am 16. Dezember in Kiebitzreihe.

Hintergrund der Frage ist die wenig harmonische Jahreshauptversammlung 2016. Hat sich das Verhältnis zwischen den Sparten, speziell auch zwischen Fußball und Handball, wieder normalisiert?
Generell war das Verhältnis Handball/Fußball auch letztes Jahr nicht das Thema. Es gab generell im Verein Unruhe, weil kein tragfähiger neuer Vorstand gefunden wurde.

Trotzdem gab es Vorwürfe aus den Sparten gegeneinander und gegen den Vorstand über die Hallennutzung oder wie die Sportanlagen von anderen Sportlern hinterlassen wurden.
Das waren selten Streitigkeiten untereinander, sondern Dinge allgemeiner Natur: dass es draußen auf dem Sportplatz oder auch in der Halle das eine oder andere zu bemängeln gab. Klar ist, dass auch mal was schief gegangen ist und Kabinen nicht sauber hinterlassen worden sind. Das wurde an den Vorstand herangetragen, der hat das dann an den vermeintlich Schuldigen weitergetragen. Aber das hat sich in den letzten zehn Monaten deutlich gebessert.

Hat sich denn auch das Verhältnis zur Gemeinde, deren Sportanlagen Rot-Weiß nutzt, gebessert? Auch in diese Richtung hatte es viele Vorwürfe gegeben.
Das hat sich auf jeden Fall auch gebessert. Die Kommunikation ist deutlich offener und vernünftiger geworden. Wir konnten einige Dinge richten. Natürlich kann man nicht alle Dinge auf einmal anpacken, aber einiges haben wir angepackt und gemeinsam – das muss man betonen – lösen können.

Zum Beispiel?
Zum Beispiel wurden die Banden auf dem Sportplatz repariert. Zum Beispiel wurde für die Handballer eine Lösung bei der Backe-Problematik in der Halle gefunden. Es wurden generell Wartungsarbeiten in der Halle durchgeführt, die über einige Jahre geschlummert haben.

Wovon war sonst Ihr erstes Amtsjahr geprägt?
Was geprägt hat, war, dass wir eine deutlich bessere Kommunikation untereinander gefunden haben. Das gilt für die Sparten untereinander, aber es wird auch deutlich ruhiger und gelassener mit dem Vorstand kommuniziert. Woran das auch immer liegt. Ich bin auch nicht der einzige in diesem Vorstand, sondern ich betrachte es als Team-Aufgabe. Es hat da keiner dem anderen den Schwarzen Peter in die Schuhe geschoben, sondern es ist nach Lösungen gesucht worden. Da haben wir einen ganz guten Weg gefunden.

Wo steht Rot-Weiß Kiebitzreihe heute als Sportverein, der ja mehr als Handball und Fußball zu bieten hat?
Wir haben sehr viele Mitglieder durch die neu gegründeten ins Leben gerufenen Angebote wie Rückenschule oder Yoga-Kurse hinzugewonnen. Das sind Dinge, mit denen wir uns breiter aufstellen, denn nur mit den klassischen Geschichten Hand- und Fußball kommen wir nicht weiter.

Wie wollen Sie den Verein weiterhin für die Zukunft fit machen?
Wir haben Geld für die Ausbildung der Trainer in diesem Bereich in die Hand genommen. Darin werden wir weiter investieren. Jeder kann, wenn er Ideen hat, die mit einbringen.

Gibt es schon konkrete Ideen für weitere Angebote?
Für dieses Jahr noch nicht. Was wir in diesem Jahr auf jeden Fall in Angriff nehmen wollen, ist, dass wir die Internetseite auf Vordermann bringen wollen. Es ist heutzutage ein absolutes Muss, dass dieser Kommunikationsweg aktuell ist.

Worauf ist der Vereinsvorsitzende auf sportlicher Ebene stolz?
Da muss man unheimlich stolz sein auf die Taekwondo-Sportler, die mit einem unheimlichen Eifer und Fleiß, mit Reisefreude und auch finanzieller Bereitschaft in ganz Europa mittlerweile Turniere bereisen. Die haben ihre Mitgliederzahl derart erhöht, dass sie eine Art Aufnahmestopp für die Sparte verhängt haben und eine Warteliste führen, weil sie von der Zahl der Trainer einfach nicht mehr hinterher kommen.

Was hat sich für Sie persönlich als Vorsitzender im Vergleich zum Spartenleiter Fußball geändert?
Die Aufgabe ist umfangreicher, weil sie breiter gestreut ist. Vorher war man beim Fußball fest verankert. Wir sind aber eben auch mehrere Leute, die unterschiedliche Dinge abarbeiten. Von daher kann ich nicht unbedingt sagen, dass es gegenüber dem Fußball wirklich mehr geworden ist.

Was wünschen Sie sich für dieses Jahr?
Dass wir die Mitgliederzahl über neue Angebote weiter ausbauen. Dass wir das Internetangebot modernisieren, weil mir das sehr wichtig ist. Dass wir Dinge, die wir mit der Gemeinde auf der Liste haben, weiter abarbeiten können und den positiven Trend, den wir haben, weiterführen.

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