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Fußball-Oberliga : Wie realistisch ist der Titel?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

VfL Pinneberg hat ein schweres Restprogramm. SV Halstenbek-Rellingen und SV Rugenbergen als Zünglein an der Waage?

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Seit dem 12. Oktober 2014 hat der Fußball-Oberligist VfL Pinneberg kein Liga-Spiel mehr verloren. Sieben seiner vergangenen zehn Oberliga-Partien konnte der VfL gewinnen und thront derzeit auf Platz eins der höchsten Hamburger Spielklasse – zehn Spieltage vor dem Saisonende.

„Andere Trainer würden sich jetzt hinstellen, rumeiern und sagen, das wäre eine Momentaufnahme, man würde aber nicht wirklich lange vorn mitspielen können. Ich hingegen sage: Wenn wir zehn Spieltage vor Schluss Erster sind, wollen wir auch den Titel“, stellt VfL-Coach Michael Fischer klar. Größenwahnsinnig nennen das die einen, durchaus machbar die anderen.

Wie realistisch ist der Titel für den VfL? Der Blick auf das Restprogramm der derzeitigen Meister-Kandidaten Pinneberg (Platz eins), TuS Dassendorf (Zweiter) und SC Victoria (Dritter) verrät: Der VfL hat den vermeintlich schwersten Saisonendspurt aller drei Kontrahenten. Am kommenden Sonntag muss das Fischer-Team beim Niendorfer TSV (14 Uhr) antreten, bei dem vor zwei Wochen schon „Vicky“ Federn ließ (1:3). Danach stehen schwierige Heimspiele gegen den SV Rugenbergen, Altona 93 (Nachholspiel) und Barmbek-Uhlenhorst an, eh es zum Showdowm beim SC Victoria kommt.

Vicky hingegen muss in seinen neun Restpartien mit Ausnahme der Duelle gegen den VfL und BU ausschließlich nur noch gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte ran – Vorteil SC Victoria. Fischer bestätigt: „Aus meiner Sicht hat Vicky auch das leichtere Restprogramm.“

Und was ist mit dem TuS Dassendorf? Auch der Titelverteidiger hat noch schwere Aufgaben vor der Brust. Die Auswärtsspiele beim SC Condor, in Meiendorf sowie in Niendorf könnten zu Stolpersteinen auf dem Weg zur erneuten Meisterschaft werden. Und dann muss das Team aus dem Herzogtum Lauenburg auch noch bei der SV Halstenbek-Rellingen und gegen den SV Rugenbergen ran. Letzterer muss im morgigen Duell gegen den SC Vier- und Marschlande, 15 Uhr, ohne den beruflich eingespannten Jan Melich auskommen.

Ausgerechnet die Lokalrivalen des VfL könnten also das Zünglein an der Waage sein und Pinnebergs ärgsten Konkurrenten Dassendorf aus dem Rennen schießen – aus dem die Halstenbeker selbst (Sonntag, 14 Uhr gegen Buchholz) im Übrigen auch noch nicht ganz raus sind (in Lauerstellung auf Rang vier).

Ihre Mini-Krise (vier sieglose Liga-Partien am Stück) hat die Mannschaft der Hinserie, die mindestens einen weiteren Monat auf Yannick Bräuer (Haarriss im Mittelfuß) und Jephter Agyei Antwi (Adduktorenprobleme) verzichten muss, offenbar überwunden. Ein Grund dafür: Torjäger Jan-Marc Schneider trifft nach einer schöpferischen Pause wieder – zuletzt dreimal beim USC Paloma (4:0). „Das Rennen an der Tabellenspitze ist offen, am Ende werden Nuancen entscheiden. Jeder wird noch einmal patzen; das Team, das am wenigsten patzt, wird Meister“, sagt deshalb Fischer.

Für sein Team spreche aber neben der starken Form, dass der VfL ein Spiel weniger auf dem Konto hat – und mit dem von einem Kreuzbandriss genesenen Tim Jeske einen Torjäger (drei Tore in zwei Partien), mit dem er zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet hatte. Gut, dass er wieder fit ist, denn Jeske weiß, wie man Titel gewinnt. 2013 wurde er – ebenso wie die jetzigen VfLer Steffen Maaß und Thorben Reibe – mit dem FC Elmshorn Hamburger Meister. Noch ein Vorteil für den VfL. Ärgerlich: Vor dem Duell in Niendorf drohen Fischer etliche angeschlagene Leistungsträger auszufallen – auch das könnte eine am Ende entscheidende Nuance sein.  

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