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Die Fitmacher : Wie Michael Jacksons Drummer

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Barbara Hofmann, Leiterin des EMTV-Fitnessstudios Vie Vitale, setzt auf die Verbindung von Musik und Bewegung

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 00:40 Uhr

Die Frage danach, ob sie musikalisch sei, überrascht Barbara Hofmann dann doch. „Eigentlich nicht“, antwortet die Leiterin des EMTV-Fitnessstudios Vie Vitale dann spontan und schiebt nach einem Augenblick des Überlegens hinterher: „Ich habe ein bisschen Gitarre gespielt, wie viele Jugendliche, die mit einem Instrument anfangen. Mein Leben ist aber immer Sport gewesen.“

Zum Sport, besonders bei den verschiedenen Trends der Fitnessszene, gehört Musik aber dazu. Der Rhythmus ist wichtig; Bewegung und Takt der Musik korrespondieren miteinander. Das war schon so vor 25 Jahren, als Hofmann nach Abschluss ihres Diploms an der Sporthochschule Köln beim Elmshorner MTV anheuerte und nacheinander Aerobic und Step-Aerobic an der Krückau etablierte. Das hat sich in den vergangenen vier Jahren verstärkt, da die inzwischen 50-Jährige einen neuen Trend versucht populär zu machen: Fit4drums. „Das ist eine tolle Kombination. Man greift den Rhythmus der Musik auf und hat das Gefühl, der Drummer von Michael Jackson zu sein“, schwärmt Hofmann. Das Sportgerät ist eine speziell entwickelte Trommel ohne Klangkörper, so dass sie vergleichsweise leise ist. Auf diese schlagen die Protagonisten mit großen Drumsticks nach Vorgabe der Trainerin ein.

Entwickelt hat die sogenannte Bodrum der Profimusiker Bassam Abdul-Salam, der unter anderem Solotrommler beim Musical „König der Löwen“ in Hamburg ist. Seine Idee, Trommeln mit Sport zu verbinden, hat Hofmann zusammen mit ihm zu einem fertigen Konzept geschmiedet. Das zu vermarkten sei aber als Ein-Mann-Unternehmen wesentlich schwieriger als es zum Beispiel die Entwickler von Zumba mit einem Millionenetat im Hintergrund hätten. „Für eine kleine Firma sind wir aber schon weit gekommen“, meint Hofmann. In den USA und Russland gebe es bereits Anbieter, auch in der italienischen Metropole Mailand war Hofmann schon als Trainerin tätig. Das mit Abstand schönste Engagement hatte sie im Dezember: zwei Wochen auf einer Karibik-Kreuzfahrt der „Aida“.

Das Hauptengagement der in Ansbach/Mittelfranken geborenen Mutter eines Sohnes liegt aber uneingeschränkt beim Vie Vitale, das sie seit dessen Gründung 1995 leitet. Mit einem immer strahlenden Lachen auf den Lippen und der bis heute noch durchklingenden fränkischen Aussprache gilt Hofmann als das Aushängeschild des Studios, das vor zwei Jahren zuletzt erweitert wurde. In dem Anbau ist seit Fertigstellung der neuen großen EMTV-Halle der Gerätepark untergebracht. „Darauf haben wir lange hingearbeitet“, sagt sie, denn die Kombination aus eigenständigem Krafttraining – vor allem bei Männern beliebt – und dem umfangreichen Kursusangebot – das noch immer zum allergrößten Teil von Frauen frequentiert wird – gehört für sie einfach zusammen. 1300 Mitglieder bei steigender Tendenz im vergangenen Jahr sehen das offenbar genau so.

Im Vie Vitale gibt Hofmann immer noch viele Kurse selbst; seit einem vor eineinhalb Jahren erlittenen Bandscheibenvorfall überlässt sie die so genannten High-Impact-Angebote mit viel Hüpfen und Springen aber den jüngeren Kolleginnen. „Ich will ja auch in dem Beruf alt werden“, sagt sie über den Schock, der sie 2014 wie aus heiterem Himmel getroffen hatte. „Ich glaube, ich habe ein bisschen was aus der Geschichte gelernt.“

Wenn es irgendwann zum sportlichen Ruhestand kommen sollte, ist aber der Weg in Richtung Musik zumindest nicht ausgeschlossen. Im heimischen Wohnzimmer steht ein geerbtes Klavier. „Auf dem klimpere ich jetzt schon ein wenig und suche nach Tönen. Wenn ich ganz viel Zeit habe, singe ich noch im Chor.“ Das dann aber ohne Trommel.

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