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Taekwondo : Wie eine tiefe Verbeugung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

TVSH-Ehrenpräsident Wolfgang Thormählen von Chung Mu erhält den 6. Dan

Er steht in Elmshorn und Schleswig-Holstein für Taekwondo und so leicht ist ein Wolfgang Thormählen in der Regel nicht aus der Ruhe oder der Fassung zu bringen. Anders war es in dieser Woche beim Training in der Sporthalle der Grundschule Kaltenweide. Thormählen wollte gerade mit dem Aufwärmprogramm starten, als er unterbrochen wurde. Momme Knutzen, höchst graduierter Prüfer des Taekwondo-Verbandes Schleswig-Holstein (TVSH), band dem vollkommen verdutzten Gründer und Vorsitzenden von Chung Mu Elmshorn – seit 1978 – einen neuen schwarzen Gürtel als Träger des jetzt 6. Dans um.

Thormählen, in der Vergangenheit bis zur Bundesebene aktiv, konzentriert sich seit fünf Jahren nur noch auf die Arbeit im Verein. Entsprechend bescheiden fiel seine erste Reaktion aus: „Mir ist euer Feedback viel wichtiger als jede Graduierung“, sagte er zu seinen versammelten Mitgliedern – und konnte seine Freude über diese außergewöhnliche Ehrung auf Initiative des Chung-Mu-Vorstandes dennoch nicht verbergen. „Ich verbeuge mich tief vor euch.“ Das war’s dann aber auch an Feierlichkeiten für den Moment: Das Aufwärmtraining leitete er gewohnt konzentriert und ohne Rücksichtnahme, 40 Sit-ups für alle inklusive.

Die voll besetzte Halle mit Anhängern der koreanischen Kampfkunst (fast) jeden Alters und jeder Leistungsstufen sieht Thormählen heute als höchste Auszeichnung seines Engagements an. „Ich mache weiter, so lange sie mich noch haben wollen und ich die Halle noch voll kriege“, sagt der 60-Jährige. Denn hier, an der Basis, bekomme er eine ehrliche Rückmeldung. Hier sehe er das Leuchten in den Augen von Kindern, die Fortschritte bei den Techniken machen. Inzwischen gebe es bei Chung Mu mehrere Taekwondoka, die „viel, viel besser sind als ich“, so der Großmeister und verdeutlicht: „Das ist eine Auszeichnung für mich, denn das heißt: Ich habe ihnen etwas beigebracht.“ Das sei ihm mehr wert als irgendwelche Urkunden von Verbänden.

Da spricht der Funktionär, der nie so sein wollte wie viele andere Funktionäre – und auch nie so war. „Ich habe mich immer als Dienstleister für die Vereine gesehen“, sagte er. Macht habe er nie ausüben wollen. Damit eckte er an und gab deshalb sein Amt als Bundeskampfrichterreferent auf. Im hohen Norden war es anders. Mit der Gründung des Taekwondo-Verbandes Schleswig-Holstein im Jahr 1982 stieg er dort in den Vorstand ein. Von 1995 bis 2011 war er dessen Präsident; heute ist er Ehrenpräsident des TVSH. Auf dieser Ebene hat Thormählen auch viele Jahre mit Momme Knutzen gut und erfolgreich zusammengearbeitet. Auch heute haben beide noch ein freundschaftliches Verhältnis – und daher war die Freude bei Thormählen sehr groß, dass Knutzen extra aus dem dänischen Arhus nach Elmshorn gekommen war.

Da der Termin der Verleihung bis zuletzt geheim war, gab es im Anschluss an das Training keine Gelegenheit darauf anzustoßen. Nachgeholt wird das demnächst bei der Weihnachtsfeier von Chung Mu. „Dann werden die Getränke wohl auf mich gehen“, versprach Thormählen.


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erstellt am 03.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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