Fußball-Oberliga : Wie ein Boxer in den Seilen

Textilprobe: Halstenbeks Timo Wieckhoff (l.) wird in dieser Szene unfair von Altonas Hannes Niemeyer ausgebremst.
Textilprobe: Halstenbeks Timo Wieckhoff (l.) wird in dieser Szene unfair von Altonas Hannes Niemeyer ausgebremst.

Oberligist Halstenbek-Rellingen kassiert trotz 2:0-Führung eine 2:4-Pleite gegen Altona 93.

shz.de von
04. Mai 2015, 16:00 Uhr

Er sah das Unheil kommen. „Ruhiger, ruhiger, ruhiger“, rief Thomas Bliemeister seinen Schützlingen immer wieder zu. Seine Worte fanden kein Gehör. Es lief zu diesem Zeitpunkt die 50. Minute, die Oberliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen führten zwar mit 2:1 gegen den Gast aus Altona, jedoch entglitt der Spielvereinigung zunehmend das Spielgeschehen.

Nach einer imposanten ersten Halbzeit, in der Jan-Marc Schneider nach einem Foul am agilen Timo Wieckhoff in der 24. Minute vom Elfmeterpunkt die verdiente Führung der Halstenbeker markiert und nach erneuter Vorlage von Wieckhoff Julian Mentz per Kopf auf 2:0 (43.) erhöht hatte, schienen die Gastgeber derweil alles im Griff zu haben. „Wir haben einen starken ersten Durchgang geboten. Was sich dann in den zweiten 45 Minuten abspielt, ist einfach nur ärgerlich“, so Bliemeister. Der Anfang vom Ende begann kurz nach Wiederanpfiff. Altona-Kapitän Sebastian Clausen stieg nach einem Freistoß von Jakob Sachs unbedrängt zum Kopfball hoch und netzte zum 1:2 ein (46.).

Fortan setzte bei Bliemeister die bereits erwähnte Unruhe ein – aus gutem Grund. HR ließ nun jegliche Stabilität und Sicherheit vermissen und die Quittung folgte auf dem Fuß. Altonas Marko Sumic traf in der 68. Minute zum Ausgleich. HR hing wie ein angezählter Boxer in den Seilen und der Knockout ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem Torhüter Steve Elfert zunächst noch gegen Sumic parieren konnte, staubte Felix Brügmann in der 77. Minute zum 3:2 für den AFC ab, die Begegnung war endgültig gekippt. „Wir haben sowohl in der Defensive als auch im Mittelfeld keinen Zugriff mehr gehabt und uns zu viele Fehler geleistet“, haderte Bliemeister und meinte damit unter anderem den folgenschweren Lapsus von Marcel Schöttke. Der Innenverteidiger ließ sich knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff in der Nähe der Mittellinie als letzter Mann den Ball von Altonas Brügmann vom Fuß stibitzen, der wiederum eiskalt den 4:2-Endstand besorgte und HR endgültig ins Tal der Tränen stieß.

Coach Bliemeister betrieb derweil bereits direkt nach Abpfiff Aufbauarbeit. „Wir haben keine Zeit den Kopf in den Sand zu stecken. Bereits am morgigen Dienstag steht das Nachholspiel gegen Curslack-Neuengamme auf dem Programm“, so der 59-Jährige, der hofft, dass seine Worte dieses Mal Gehör finden.

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