Tischtennis : Wider alle Handicaps

Ihr bisher größter Triumph: Trotz großem Kampf musste sich Stephanie Grebe (Heidgraben) bei den Paralympics 2012  in London mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben.
1 von 2
Ihr bisher größter Triumph: Trotz großem Kampf musste sich Stephanie Grebe (Heidgraben) bei den Paralympics 2012 in London mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben.

Ministerpräsident Torsten Albig zeichnet Stephanie Grebe mit der Sportplakette des Landes aus

bunk_michael_20171127_75R_3304_klein.jpg von
26. März 2014, 16:13 Uhr

Am Tisch ist Stephanie Grebe cool und abgeklärt. Vor Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Andreas Breitner zu stehen, war aber schon aufregend gewesen. Beide überreichten der körperbehinderten Tischtennisspielerin aus Heidgraben, Teilnehmerin an den Paralympics 2012 in London, die Sportplakette des Landes Schleswig-Holstein. „Sie haben sich in besonderer Weise um den Sport in unserem Land verdient gemacht“, sagte der Ministerpräsident während einer kurzen Feierstunde in der Kieler Staatskanzlei.

Stephanie Grebe wurde ohne Hände und ohne rechten Unterschenkel geboren. Sie spielt in der Handicap-Klasse TT6 (schwerste Behinderung der stehenden Sportler) und belegt bei den Tischtennisspielerinnen hinter der Russin Raisa Chebanika, den Ukrainerinnen Yuliya Klymenko und Antonina Khodzynska derzeit Platz vier in der Weltrangliste. Bei den Paralympics war sie vor eineinhalb Jahren die einzige deutsche Tischtennisspielerin, wurde Vierte.

Die mehrfache deutsche Jugendmeisterin hatte im Alter von zwölf Jahren während eines Griechenlandurlaubs mit dem Tischtennissport begonnen, für das Spiel mit dem schnellen Zelluloidball hat ein Orthopäde der gebürtigen Berlinerin eine Prothese für den rechten Arm angefertigt. Anschließend spielte sie bei einem Tischtennisverein in Berlin und parallel auch im Behindertensport. Zu ihren Erfolgen gehören Bronzemedaillen bei den Europameisterschaften 2011 und 2013, Gold bei den French Open 2012, die Deutsche Meisterschaft 2010 sowie zwei nationale Vizetitel. In der Laudatio wurde besonders das Mannschaftsgold für Deutschland bei den World Games der International Wheelchair and Amputee Sports Federation in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewürdigt. Die 26-Jährige vergleicht sich aber nicht nur mit ebenfalls gehandicapten Sportlern, sondern spielt seit ihrem Umzug – trotz Angebote von größeren Vereinen – weiterhin für den Moorreger SV in der Bezirksliga. Beim Tabellenführer hat sie kurz vor Ende der Saison eine Einzelbilanz von 19:5 Siegen vorzuweisen.

Außer Grebe sind auch der Ruder-Trainer Lars Koltermann aus Friedrichstadt (Kreis Nordfriesland) und der Präsident des Landes-Kanu-Verbandes Günter Schöning aus Kiel ausgezeichnet worden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert