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Fussball-Oberliga : Wer soll dieses Team noch retten?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der FC Elmshorn hat im Jahr 2014 bereits fünf Trainer verschlissen. Sven Tepsic übernimmt vorerst das Traineramt von Bernd Ruhser.

Elmshorn | Die Trainer-Fluktuation beim Fußball-Oberligisten FC Elmshorn geht unaufhaltsam weiter. Vier Cheftrainer, eine Interimslösung, fünf Abschiede. So liest sich die erschreckende Jahresbilanz der Krückaustädter. Mit Bernd Ruhser, der am Sonntag sein Amt nach einer „charakterlosen Leistung“ (0:5 beim SC Vier-und Marschlande) niedergelegt hat (wir berichteten), verlässt nun auch die letzte sportliche Konstante der vergangenen Monate das sinkende FCE-Schiff. Ruhser blickt seit seinem Amtsantritt im Juli 2013 auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle zurück: Als Assistent des damaligen Cheftrainers Achim Hollerieth gewann er 2013 den Meistertitel in der obersten Hamburger Spielklasse. Ein Erfolg, der gleichzeitig der Startschuss für ein sich unaufhörlich drehendes Trainerkarussells war.

So kam nach der Entlassung des Meistertrainers Hollerieth im Januar 2014 mit Reza Khosravinejad ein neuer Verantwortlicher an die Wilhelmstraße, Ruhser blieb im zweiten Glied. Das Stühlerücken der Cheftrainer hatte jedoch gerade erst begonnen. Khosravinejad nahm nach nur zweieinhalb Monaten seinen Hut, fortan betreute Ruhser gemeinsam mit Ex-Präsident und Interimstrainer Helge Melzer das Team bis zum Saisonende der vergangenen Spielzeit. Diese Übergangslösung fand vor dem Saisonstart ihr Ende, als mit Bernhard Schwarz ein neuer Übungsleiter inthronisiert wurde. Erneut bekleidete Ruhser den Posten des Co-Trainers. Kontinuität kehrte dennoch nicht ein, Schwarz wurde nach nur sechs Spieltagen entlassen. Schließlich war die Zeit Ruhsers gekommen, aus dem Co- wurde der Cheftrainer. Mit kontinuierlicher Arbeit und Geduld wollte der 58-Jährige den FCE aus dem Abstiegssumpf führen. Die Umsetzung sollte nie gelingen.

Stattdessen wurden die Zweifel des Ex-Coaches von Partie zu Partie größer. „Bereits während der Partie vor eineinhalb Wochen gegen Condor (3:3 nach 0:3-Rückstand, d. Red.) habe ich mich mit einem Rücktritt beschäftigt“, gesteht Ruhser. Nach einer Brandrede blieb er zunächst an Bord. Die Rücktrittsgedanken aber blieben.

Das 0:5 in den Vierlanden am Sonntag brachte das Faß schließlich zum Überlaufen. Ruhser warf hin. „Ich hoffe der Verein kommt da unten raus. Mit diesen Ergebnissen und diesen Leistungen möchte ich aber nicht mehr in Verbindung gebracht werden“, sagt er deutlich und beklagt offen „fehlende Einstellung und mangelnde Trainingsbeteiligung “ der Akteure. FCE-Präsident Michael Homburg aber meint: „Die Beteiligung am Training lag immer bei mindestens 70 Prozent.“ Genug für die Liga? Nicht für Ruhser.

Somit stellt sich jetzt die Frage: Wer soll dieses Team noch retten? Ein junger, dynamischer Konzepttrainer (etwa Dennis Mitteregger oder Dennis Gersdorf aus der Zweiten) oder ein erfahrener Feuerwehrmann (Lieths Michael Radde-Krüger, Frank Pagenkopf)? Fünf Punkte aus zwölf Spielen, Vorletzter und eine Fluktuation, die ihresgleichen sucht. Ein verlockender Arbeitsplatz sieht anders aus.

Wer tut sich diesen Schleudersitz an? Präsident Homburg ließ verlauten, dass der ehemalige Co-Trainer Sven Tepsic vorerst die Leitung übernimmt. „Sven wird die Mannschaft fürs Heimspiel am Freitag gegen Altona vorbereiten. Alles weitere wird man sehen. Wir werden uns sicher nicht an Spekulationen beteiligen, sind aber in Gesprächen“, so Homburg, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht begraben hat. „Wir glauben weiter an die Wende und sind von unseren Spielern überzeugt.“ Eine Überzeugung, die – neben Ruhser – immer weniger Personen im FCE-Umfeld teilen.

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erstellt am 21.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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