zur Navigation springen

Trainersuche beim VfL Pinneberg : Wer folgt auf Michael Fischer?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vorstand des VfL Pinneberg diskutiert über mögliche Nachfolger für den Trainer. Trennung im Winter nicht mehr ausgeschlossen.

Auf eine Sache legt Manfred Kirsch unheimlich Wert: „Es ist unser ausdrücklicher Wunsch, mit unserem Trainer Michael Fischer bis zum Saisonende weiterzumachen“, wird das Mitglied des Fußball-Vorstandes des VfL Pinneberg nicht müde zu betonen. Ebenso wenig, wie darauf hinzuweisen, dass man beim Oberligisten von der Fahltsweide sehr wohl wisse, was man seinem langjährigen Erfolgscoach Fischer zu verdanken habe.

Da spiele es auch keine Rolle, dass Fischer bereits zu Saisonbeginn seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt hatte. „Wir waren mit dem Zeitpunkt absolut nicht einverstanden, daraus haben wir auch keinen Hehl gemacht. Denn nach wie vor sind wir der Meinung, dass sich Fischer damit angreifbar gemacht hat“, sagt Kirsch unumwunden.

Noch, so beteuert das Vorstandsmitglied, halte man aber geschlossen zu seinem Coach. Trotz des Fehlstarts, trotz dem vorletzten Tabellenplatz, trotz nur fünf Pünktchen aus neun Partien und dem Ausscheiden aus dem Oddset-Pokal (1:5 gegen Dassendorf).

„Man kann Michael Fischer für die sportliche Krise nicht die alleinige Schuld geben, das wäre zu billig“, unterstreicht Kirsch, „es kommt viel Pech dazu: Viele Spieler sind verletzt, beruflich verhindert oder außer Form.“ Dass einige nicht mehr ganz bei der Sache seien, da der Trainer ohnehin seinen Rücktritt erklärt habe, glaubt Kirsch indes nicht.

Aber er ist zu lange im Geschäft, als dass er nicht wüsste, dass eben jenes Geschäft seine eigenen Gesetze hat. Eines davon: Bleibt der sportliche Erfolg langfristig aus, ist der Trainer der erste, der zur Disposition steht.

„Eigentlich wollten wir uns erst im November im Vorstand zusammensetzen und über die Zukunft des Trainers diskutieren. Die aktuelle Tabellensituation zwingt uns aber dazu, das schon Mitte, Ende Oktober zu tun“, verrät Kirsch. „Fakt ist, wir wollen mit Fischer weitermachen. Fakt ist aber auch, dass die sportliche Situation bedrohlich ist und wir als von den VfL-Mitgliedern gewählte Vorstandsmitglieder die Verantwortung dafür tragen, bedrohliche Situationen abzuwenden.“ Deshalb, so Kirsch weiter, werde er spätestens ab dem 19. Oktober mit seinen Vorstandskollegen Heinz Sellmann und Konrad Kosmalla zusammentreffen, um sich sowohl mit Führungsspielern zu unterhalten, als auch über mögliche Fischer-Nachfolger zu diskutieren. Das Szenario, dass der Verein noch vor Fischers offiziellem Abschied Ende Mai 2016 die Reißleine zieht oder umgekehrt, rückt damit immer stärker in den Fokus der Verantwortlichen.

Wer folgt auf Fischer, sollte es sogar zu einer vorzeitigen Trennung in der Winterpause kommen? „Wir werden sicher keine Schnellschüsse machen. Uns liegt eine langfristige, nachhaltige Lösung am Herzen. Ein Trainer, der den VfL im Herzen trägt und auch in unsere finanziellen Rahmenbedingungen passt“, umreißt Kirsch das Profil grob.

Der ehemalige Coach des FC Elmshorn und des FC Türkiye, Reza Khosravinejad, hat bereits beim VfL angefragt, sei laut jedoch Kirsch „keine ernsthafte Option.“

Anders sieht es da schon beim ehemaligen Trainer des FC St. Pauli II (Regionalliga), Jörn Großkopf, aus, der Inhaber der A-Lizenz ist und in und um Hamburg einen guten Ruf besitzt. „Es gab losen Kontakt, Jörn ist mit Sicherheit ein hervorragender Trainer“, weiß auch Kirsch und nennt weitere Namen: „Vorm November wird’s aber keine Entscheidungen geben. Wenn wir uns im Oktober zusammensetzen, werden wir sicherlich auch die Namen Peter Ehlers (aktuell beim TSV Uetersen, Landesliga, d. Red.), Thorsten Zessin (Wedeler TSV) und Selcuk Turan (Blau-Weiß 96 Schenefeld) diskutieren“, gibt Kirsch preis.

Auch eine interne Lösung erscheint mehr als möglich: „Unser aktueller Spieler Thorben Reibe hat die Trainerlizenz und genießt einen hohen Stellenwert im Verein“, unkt der Fußball-Vorstand, der eine Rückkehr vom ehemaligen Erfolgscoach der VfL-Zweiten, Heiko Klemme (jetzt SC Condor II), ebenso ausschließt wie die Beförderung von Fischers Co Börje Scharnberg auf den Trainer-Chefsessel des VfL.

„Und noch etwas kann ich vollkommen ausschließen“, betont Kirsch: „Dass ich den Job selbst übernehmen werde.“ Kirsch war als junger Trainer u.a. bei Raspo Elmshorn und dem SC Egenbüttel erfolgreich. „Dann müsste ich ja wieder meinen alten Weggefährten „Kuddel“ Mumm als Liga-Obmann holen, das wäre zu viel des Guten“, lacht Kirsch, der dann noch einmal wiederholt: „Am liebsten würde ich erstmal mit Fischer weitermachen“ – dafür müssen aber schleunigst Erfolge und Punkte her, damit keiner vorzeitig an der Reißleine ziehen muss.  

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen