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Fußball-Oberliga : Wer darf ausgiebig feiern?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

SV Rugenbergen spielt wieder mit Melich, der VfL empfängt Altona 93 zum Spitzenspiel und HR landet vielleicht auf Grand.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Seinen Geburtstag feierte er bei angenehmen 28 Grad nach. Am Donnerstag vergangener Woche wurde Jan Melich, Spielmacher des Fußball-OberligistenSV Rugenbergen, 30 Jahre jung. Tags darauf stieg „Mele“ dann auf Mallorca im Fünfsterne-Hotel Nixe Palace ab, um mit seinen Arbeitskollegen anzustoßen.

Sein Arbeitgeber hatte zur Kurzreise auf die Balearen-Insel geladen, bereits am Sonntag ging es für Melich zurück in die Heimat Hamburg-Eimsbüttel, beim Heimspiel seiner Rugenbergener gegen den SC Vier- und Marschlande am Sonnabend (4:0) konnte er entsprechend nicht mitwirken. Ein ungewohntes Bild für die Bönningstedter Fußballfans, denn bis zu seinem Spanien-Trip hatte der Kapitän alle elf Saisonspiele für die Roten bestritten.

„Wir sind froh, dass er zurück ist und glücklich, dass wir sein Fehlen kompensieren konnten“, sagt Melichs Trainer Ralf Palapies und fügt hinzu: „Ohnehin gilt der Mannschaft ein großes Lob. Wir haben in dieser Saison immer wieder Ausfälle verkraften müssen und immer wieder haben sich auch die jungen Spieler hervorgetan, wenn sie gebraucht wurden.“

Junge Spieler wie etwa Hendrik Rühmann (19), der gegen den SCVM zuletzt doppelt traf. Heute bei Germania Schnelsen (19.30 Uhr) kehrt aller Voraussicht nach Führungsspieler Melich in die Startelf zurück – und wird dann auf seinen guten Kumpel, Schnelsens Spielmacher Stephan Rahn, treffen, der die Germanen aus ihrer Krise (Platz 15) herausführen soll. Interne Unruhen im Verein (zu Saisonbeginn hatten einige Spieler die Mannschaft nach Unstimmigkeiten mit Trainer Bert Ehm verlassen), sportliche Unbeständigkeit und das Gerücht, der langjährige Manager Holger Spethmann würde sein Amt zum Saisonende niederlegen, machten den Schnelsenern offenkundig zu schaffen.

Palapies aber warnt: „Sie haben mit Akteuren wie Jan Vierig, Jan Lauer, Dennis Theissen oder eben Rahn sehr viel individuelle Klasse in ihren Reihen. Wir werden uns von dem ganzen Drumherum nicht blenden lassen. Und ohnehin konzentrieren wir uns auf unser Spiel, damit fahren wir am besten.“ Ob Kumpel Rahn mit Melich auch nach einem Rugenbergener Auswärtssieg noch einmal nachträglich auf dessen Geburtstag anstoßen wird?

Anstoßen will man beim VfL Pinneberg so oder so – und zwar unabhängig vom Ergebnis des morgigen, vorverlegten Heimspiels gegen Altona 93 (15 Uhr). Heute feiert Trainer Michael Fischer seinen 46. Geburtstag, will am Abend nach der Partie bei einer Feier im Appener Bürgerhaus das Tanzbein schwingen. Gestern wurde Mittelfeldmotor Christian Dirksen 30. Letzterer plant, Morgenabend im VfL-Klubheim mit der Mannschaft zu feiern. Am liebsten sein Jubiläum und drei Punkte. Bereits am Dienstagabend hatte die komplette Mannschaft die Lokalität inklusive Sportsbar getestet, indem sie sich dort das Champions League-Spiel Borussia Dortmunds bei Arsenal London angesehen hatte. Fußball auf höchstem Niveau also, den derzeit auch der VfL und Altona 93 in der Oberliga zelebrieren.

„Wir sind Zweiter, Altona ist Dritter. Ich appelliere also an die Fans: Runter vom Sofa und rein ins Stadion, wer das verpasst, dem ist nicht mehr zu helfen“, sagt Fischer, der mit „Minimum 400 Zuschauern“ rechnet und der Frage, ob sein Team aufgrund der jüngsten Erfolge denn schon ein Titelkandidat sei, entgegnet: „Die Regionalliga ist eh nur eine Durchgangsstation für uns. . .“, dann laut lacht und ernst hinzufügt: „Nein, mit dem Titel haben wir nichts zu tun, wir lassen die Kirche im Dorf, wollen aber die positive Energie nutzen, um weiter Punkte zu sammeln.“ Dirksen und Flemming Lüneburg stehen dem Coach gegen Altona, das zuletzt auswärts 6:1 bei SCALA siegte, davor aber drei Auswärtspartien in Folge verlor, wieder zur Verfügung. Wird es ein Tag zum Feiern?

Gefeiert hat auch Mladen Tunjic, Kapitän der SV Halstenbek-Rellingen. In seiner Heimat Kroatien heiratete der Offensivspieler und fehlte schmerzlich beim mageren 1:1 gegen Blankenese. Am Sonntag (10.45 Uhr) beim SC Condor soll er wieder mitwirken. Die einst so heimstarken Raubvögel haben bisher von sechs Spielen am Berner Heerweg nur eines gewonnen (vier Remis, ein Pleite). Mit HR kommt das auswärtsstärkste Team der Liga. „Aber sie haben mit Laban und Flores ein Sturmduo, das Spiele entscheiden kann, zudem kann es passieren, dass wir bei schlechtem Wetter auf den kleinen Grandplatz ausweichen müssen“, warnt HR-Coach Thomas Bliemeister, sagt aber auch: „Wir trainieren auf Grand, sind bestens vorbereitet und wollen ihre Defensivschwächen, die sie immer wieder zeigen, ausnutzen.“

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