Turnen : Wedeler TSV dominiert das Feld

Lilly Oldenburg (Wedeler TSV) turnte  besser als sie selbst erwartet hatte und steigerte ihre persönliche Bestmarke um drei Punkte.
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Lilly Oldenburg (Wedeler TSV) turnte besser als sie selbst erwartet hatte und steigerte ihre persönliche Bestmarke um drei Punkte.

Bei den Landesmeisterschaften in Schleswig-Holstein sichert sich das Team insgesamt acht Goldmedaillen

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26. Juni 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Trainingsfleiß zahlt sich aus. Die Nachwuchsturnerinnen des Wedeler TSV sind der beste Beweis für das Zutreffen dieser Annahme. Bei den Landesmeisterschaften der Sechs- bis Elfjährigen im olympischen Geräte-Vierkampf wurden die Turnerinnen für die akribische Wettkampfvorbereitung mit zweimal Gold und je einer Silber- und Bronzemedaille belohnt. Darüber hinaus sicherte sich der Nachwuchs vor heimischem Publikum in den erstmals prämierten Einzelwertungen der Geräte (Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden) insgesamt elf Medaillen, davon sechs Goldene. Das Wedeler Kunstturn-Team ist damit das erfolgreichste im nördlichsten Bundesland.

Dabei musste der TSV einige Schreckmomente überstehen. So gab es Aufregung um die sechsjährige Fenia Rentzow. Der Grund: Ein Resultat am Boden wurde vertauscht. Erst nach Intervention ihrer Trainerin Daniela Buscarlet wurden ihr drei Punkte gutgeschrieben. Nervenstark danach Rentzows Auftritt. Die Sprungdisziplin entschied sie für sich und beim abschließenden Schwebebalken sicherte sie sich Bronze im Vierkampf.

Die amtierende Landesmeisterin Amelie-Marie Wermke musste in der Altersklasse 7 ebenfalls einige Hürden nehmen. Nach dem ersten Durchgang in der Sprung-Disziplin lag sie auf dem fünften Rang. Am Baren zeigte Wermke hingegen eine erstklassige Leistung und schob sich auf den ersten Platz. Auf dem Schwebebalken wusste sie die Führung zu verteidigen und ging mit 0,4 Punkten Vorsprung zur letzten Übung. Beim vorgeschriebenen zweisekündigen Handstand am Boden mit Abrollen kam sie aus dem Gleichgewicht, das Element wurde als nicht geturnt gewertet – ein Punkt war weg. Dank der Ausführung mit Bestnote reichte es dennoch zu Platz vier am Boden und somit kam es im Ergebnis zu einem Novum: Wermke wurde punktgleich Landesmeisterin mit Lee Roesener (Halstenbeker Turnerschaft). In der Altersklasse 8 bestätigte Alma David ihre gute Form, gewann am Stufenbarren Bronze und wurde am Ende Sechste. Lena Lohmann steigerte sich persönlich um drei Punkte und landete auf Platz sieben. Ihre Schwester Lynn wurde 18. von 22 Starterinnen.

In der nächsthöheren Altersklasse sorgte Lilly Oldenburg für Aufsehen. „Das Mädchen kann gar nicht verstehen, was sie Großes erreicht hat“, befand Trainer Rainer Junge. Oldenburg, die erst seit eineinhalb Jahren leistungsbezogen turnt, legte zu der unerwartet gewonnenen Kreismeisterschaft noch eine Schippe drauf und steigerte ihre persönliche Bestleistung um drei Punkte. Mit knappen 0,9 Punkten Vorsprung lag sie am Ende vor Alina Herget (SV Blau-Weiß 96 Schenefeld), verwies Titelverteidigerin Julia Schün (TSV Kronshagen) auf Platz drei und wurde Landesmeisterin im Vierkampf. Als Belohnung folgt die Berufung für den Bundesvergleich am Wochenende in Berlin. Malin Klawitter belohnte sich derweil in der Altersklasse 10 für ihren Trainingsfleiß. Im Wettbewerb mit drei Mannschaftskameradinnen aus dem Landeskader gewann sie in ihrer Paradedisziplin Sprung sowie am Boden jeweils Gold. Nach einem Sturz am Schwebebalken beim Einturnen war Klawitter im Wettkampf verunsichert. Dennoch versuchte sie sich an der zuvor misslungenen Abgangs-Kombination Radwende-Salto-rückwärts, stand diese sicher und bejubelte Silber im Vierkampf.

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